31.08.2018

Wort zum Freitag - Offener Brief an den Bürgermeister von Templin




Sehr geehrter Herr Tabbert,

ich wende mich heute an Sie als letztlich Verantwortlicher für den Inhalt der offiziellen Webseite Templins. Anlass ist die Verschiebung unserer Kirche aus dem Bereich „Kirchen“ in den Bereich „Sehenswert“.

Zunächst waren wir sehr betroffen, haben aber nun, nach intensiver Beratung und Diskussion in der Kapitänskajüte festgestellt, Sie haben damit völlig richtig gehandelt.

Wir waren davon ausgegangen, mit „Kirchen“ sind die Kirchgebäude als für Touristen interessante Objekte gemeint. Eine interessante Kirche haben wir auch, und wären somit dort richtig platziert gewesen.

Ihre Begründung für unsere Neuplatzierung, es wäre noch nicht geklärt, ob wir eine weltanschauliche Gemeinschaft sind, zeigt jedoch, dort geht es klar um die Religionsgemeinschaften selbst.

Das widerspricht nun aber dem strikten Gebot des Religionsverfassungs-rechtes, das den Staat zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet. Eine gewisse Distanz, wie Sie von der Stadt für uns fordern, muss deshalb noch viel mehr für bereits anerkannte Religionen und Weltanschauungen gelten. Das Aufführen bestimmter Bekenntnisse verstößt klar gegen die weltanschaulich-religiöse Unparteilichkeit. Das um so mehr, als davon ausgegangen werden muss, in Templin gibt es auch Anhänger weiterer religiöser Bekenntnisse, z.B. der ebenfalls als solche anerkannten Zeugen Jehova. Diese werden jedoch nicht erwähnt.

Nun möchten wir nicht etwa bitten, Ihre Website entsprechend zu ergänzen. Vielmehr sind wir fest überzeugt, dass tatsächliche Gleichbehandlung nur möglich, wenn alle, wirklich alle, Privilegien bekommen(aber dann sind das ja keine mehr), oder eben niemand sie mehr hat.

Deshalb möchten wir Sie bitten, die Rubrik „Kirchen“ gänzlich von der Website Ihrer (und als Templiner Verein auch unserer) schönen Stadt zu entfernen oder aber alle vermeintlichen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften aufzunehmen. (Insbesondere aber nicht ausschließlich "Der Orden der Jediritter", die bereits genannten "Zeugen Jehovas", die Anhänger des "Last Thursdayism"s etc. pp.)

Mit nudligen Grüßen

Jan Splett


Vors. KdFSMD e.V.

28.08.2018

Eine pastafarianische Trauung...

gab´s am letzten Sonnabend in Köln. Ich hatte die Ehre, sie zu vollziehen. Schöne wars, richtig schöne. Na ja, bis auf die Anfahrt. Die A2 hat mir Köln erst mal ein bisschen verleitet.

Aber dann ging´s los. Ein Kahn lag am Ufer und harrte der Piraten, die ihn stürmen würden. 



Die kamen reichlich, knapp 100 waren es am Ende.


Zuerst zu Wort kam der Mann vom Standesamt. Der war cool drauf und ließ sich sogar einen Dreispitz aufsetzen.


Nachdem er von Bord war, kam die kirchliche Trauung.




Weitere Höhepunkte folgten. Stark, wie der Bräutigam die Torte mit einem geschickten Hieb seines Entermessers in Portionen zerlegte.



Der Tanz des Brautpaares, Dampfnudel und Margaritos von Bucatini, setzte noch eins drauf. 



Das schien sogar IHM zu gefallen.

Dann wurde es zum Fürchten. 






Irgendwie schienen das nicht alle zu empfinden. Die Stimmung war ungebrochen. 


Was letztlich auch kein Wunder war. Boot war cool, Mannschaft auf Zack und die Kombüse reichlich und gut gefüllt.

Danke, Jenny und Christian, für diesen schönen Tag. Daran werden viele noch lange zurück denken.












23.08.2018

Das Wort zum Freitag - Zweifelt, zweifelt immer




Heute möchten wir über die am 18.08. in Osnabrück vollzogene Nudelmesse berichten, die die Osnabrücker Pastafaris zu Ehren der am selben Tag in einer Schrebergartenparzelle, die im Besitz von interessierten Sympathisanten ist, gehissten Piratenfischflagge abhielten und bei der etwas festgestellt wurde, dass einen Ruck durch die gesamte Gesellschaft der westlichen Hemisphäre – ach was, der gesamten Welt und am besten des Universums – gehen lassen sollte… darunter machen wir es nicht, das haben wir uns von unseren katholischen Glaubensbrüdern und –schwestern abgeschaut…
Dank der Ankündigung der Messe auf Facebook von Bruder Stellinus, waren sogar drei Gäste erschienen. Bruder Smutje war bei diesem Event der Nudler, der die Fäden schon während der würdigen Prozession fest in der Hand hielt, den Garten sowie die Flagge mit heiligem Nudelwasser segnete, das Glaubensbekenntnis und das Monster Unser verlas, nachdem der Fahnenmast durch die erfahrenen Hände der Pastafaris groß und hart gemacht wurde, damit die Flagge weithin sichtbar im Wind wehen konnte.


Dann war es soweit: das Highlight einer jeden Messe ist natürlich das Zeigen der Reliquien; die Mutterkirche hat ein wahres Füllhorn an einzigartigen Devotionalien wie z. B. die berühmte ungeöffnete Rumflasche oder die gebenedeite Piratenflagge… wir hatten, wie an wenige bereits berichtet, eine Melone, in die der Piratenfisch vom FSM geschnitzt wurde, bevor ES sie vor 4000 Jahren in einem Garten vergrub, um uns alle zu verwirren. Gehoben vor wenigen Wochen, war die Reliquie durch Amöbenfraß nicht lange haltbar… aber Bruder Smutje hatte mit Frau Mahlzahn einige Melonenkerne in einer eigens dafür mundgeblasenen Phiole erhalten können. Die Reliquie vom Berg Hausmann innerhalb der Stadtgrenze von Osnabrück – so heilig, dass sie fast vibrierte!

Allerdings war mir, Bruder Pasta L’adoratore, als aufmerksamer Pastafari bekannt, bei näherer Betrachtung der Gravur der Melone und dem Einsatz eines portablen Röntgengeräts aufgefallen, dass es sich um ein kernloses Obst handelte. Schlagartig wurde allen klar, dass es sich hierbei wohl um das größte Wunder überhaupt handelte – Bierelujah! Miracoli! – eine RELIQUIENFÄLSCHUNG!

Verzückung machte sich breit, alle waren glückselig und von der Erleuchtung überwältigt… leider konnte niemand filmen, alle zitterten zu stark, die religiösen Gefühle nahmen Überhand: man stelle sich eine Voodoozeremonie vor… oder einen Exorzismus. Schnell nahm allerdings die Wissenschaft wieder das Ruder in die Hand, und Bruder Smutje fütterte die Gemeinde mit Kohlenhydraten (übrigens, auch das ein Wunder: es handelte sich um regenbogenfarbene Spaghetti!), während Frau Mahlzahn den Biervulkan bändigte und uns labsalte. 


Nach der offiziellen Messe inklusive Predigt wurde dann der Völlerei gehuldigt: es gab Pasta, Gemüse, Obst, Bier und zu guter Letzt eine Spaghettitorte, um dem FSM zu huldigen. ES war uns wohlgesonnen, die Feier verlief ohne Verletzungen. Dank an den Nudler Smutje und seine bessere Hälfte Frau Mahlzahn – möge die Pasta mit ihnen sein!

Bruder Pasta L‘adoratore


16.08.2018

Das Wort zum Freitag - Piratenhochzeit auf dem Rhein





Ende August wird Bruder Spaghettus erneut die Pastafarianische Trauungszeremonie durchführen. Wieder trauen sich zwei wild entschlossene Pastafari, ihren Weg von nun an gemeinsam zu gehen und starten mit einem Fest, wie es nur Piraten feiern. Daher geht es wieder einmal aufs Wasser, was sonst?!


Freunde und Verwandte freuen sich sicher schon, die bequeme Kleidung der Piraten tragen zu dürfen und nicht in steifer Festkleidung vor sich hin schwitzen zu müssen. Aber was zieht ein Pirat an, wenn mit großer Hitze zu rechnen ist? Die Frage stellt sich nicht nur bei einer Hochzeit.

Bekanntestes Utensil, der Dreispitz, dürfte so manche Schweißperle ins Rollen bringen. Langer Mantel aus edlem aber auch schwerem Tuch, darunter gar eine Weste nebst langärmligem Hemd ist zwar cool, aber auch warm. Dazu gar noch Langschäfter?!

Landratten hätten jetzt ein megafettes Problem. Piraten aber sind findige Kerle, schalten erst einmal das Hirn ein und nehmt euch Die Acht Am Liebsten Wäre Mirs vor. Stand da nicht etwas von „… Esst erst mal was und dann ...“ fallt in den Kleiderschrank ein. (na ja, da ging wohl gerade meine Phantasie etwas mit mir durch!)

Wenn wir Pastafari nach Seinem Wunsche im Piratenornat erscheinen, putzen wir uns schon mal ganz gern so richtig heraus. Wir wählen meist die Garderobe, die uns allen aus Piratenfilmen bekannt ist und wohl die Glanzzeit der Piraten war. Sie sind unsere Helden, ihnen wollen wir es gleich tun. Jeder erkennt sofort, dass da ein stattlicher Freibeuter unterwegs ist.

Schaut man aber einen Piratenfilm genauer an, sind da nicht nur die schmucken Korsarenkapitäne, sondern auch der Haufen wilder Kerle, der als Crew zusammengefasst wird. Und die ist eher leger und mit wenig Stoff behangen. So ist Beweglichkeit garantiert, wenn es mal zur Sache geht. Auch die Kopfbedeckungen fallen da vielseitig aus. Jeder versucht irgendwie, seine Omme vor der Hitze zu schützen. Da gibt es Tücher, Mützen, Kappen und auch einfach nur schönes volles Haar zu bewundern.

Was lernen wir daraus?

Bei großer Hitze greift der Pastafari zu leichter Bekleidung. Faustregel: Der Pirat in uns muss auch nach außen zu erkennen sein.

Hauptmerkmale:
  • Piratenkopftuch
  • Gürtel oder Bauchbinde
  • Augenklappe

Ob ihr nun ein weites T-Shirt tragt oder brutal abgeschnittene Hosen, gar mit Löchern versehen, spielt keine Rolle. Zünftig soll es aussehen. Es zählt nur der Wiedererkennungswert.

Ich freue mich schon sehr auf die bevorstehende Feier, denn bei den bisherigen Pastafarianischen Hochzeiten war es mir immer ein Augenschmaus, wie erfinderisch die Gäste sich herausgeputzt hatten. Man merkte ihnen an, welchen Spaß sie schon im Vorfeld bei der Zusammenstellung ihrer „Robe“ hatten.

Und, Lust auf Piratenkleidung auch bei euch geweckt? Morgen ist Freitag. Putzt euch doch einfach mal so zum Spaß und Ihm zum Gefallen heraus und schickt uns ein Foto. Würde mich freuen.
Genießt den Freitag bei Bier und Pasta und vielleicht in zünftiger Piratenkleidung.

Eure Elli


10.08.2018

Das Wort zum Freitag - Volle Kraft zurück



Letzte Woche waren wir auf dem Stand
Ganz kurz konnte man uns finden unter den Kirchen unserer Heimatstadt. Der Verein war also endlich da wo er hin gehörte, als Verein, aber auch mit unserer kleinen Kirche.
Doch die Freude währte nicht lange. Wo das weltoffene Templin uns ohne Vorurteile begegnet scheint es, als würde jemand gegen uns arbeiten.
Kaum war über die Pressemitteilung , dass unsere Kirche ihren Platz neben den anderen Kirchen des Ortes gefunden hatte, abgeschickt, war das auch schon wieder Geschichte. Noch bevor irgend ein Medium überhaupt darüber berichtet hätte. Scheinbar durch Druck von außen wurden wir ruck zuck verschoben.

Der hpd schreibt dazu: 
"Die Entscheidung, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in der Rubrik "Kirchen" aufzuführen, erscheint hierbei nach allen Regeln der Systematik logisch: Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Templin nennt sich nicht nur "Kirche", sie hat auch eine. Für diese vollkommen logische, von jeglichem Weihrauch unvernebelte Entscheidung bekommt das Stadtmarketing nun den langen und wuchtigen Arm der etablierten Kirchen zu spüren, die nicht einmal selbst zum Hörer greifen müssen, sondern Politiker und andere Kirchenhörige diese Arbeit für sie erledigen lassen."

Da stellt sich uns die Frage: „Möchte die Stadt Templin denn nun unter "Kirchen" die Gemeinden aufführen oder die Gebäude?“
Es bleibt nur der Schluss, dass es ersteres ist. Darauf weist auch hin, dass die Maria-Magdalena-Kirche als Gebäude ebenfalls in " Sehenswert" geführt wird. Doch wie ist das vereinbar mit der Neutralität des Staates und damit der Stadt? Das kann es wohl nicht sein.
Dann ist es vielleicht so, dass die Kirchengebäude aufgeführt sind, die zu religiösen Zwecken genutzt werden. Doch ist das nicht auch unsere? Nun gut, wir sind eine Weltanschauungsgemeinschaft, aber wir sind ja somit den Religionen gleichgestellt.

Wie wir auf die offensichtliche Verletzung der weltanschaulichen Neutralität, wie sie sich momentan auf der Website der Stadt Templin zeigt, reagieren, besprechen  wir noch. Dabei holen wir uns auch Rat von außerhalb des Vereins. Wie wir uns entscheiden, wird sich noch zeigen. Sicher ist aber, so einfach lassen wir das nicht stehen. 
(ee)

02.08.2018

Das Wort zum Freitag -
Weltoffenes Templin



Diese Geschichte erzähle ich sehr gern.

Angefangen hat es mit dem Besuch der freitäglichen Nudelmesse zweier Damen. Die Mutter interessierte sich für das Pastafaritum, also hat ihr die Tochter ein paar Tage in Templin spendiert. Sie haben sich in unserer schmucken Stadt wohl gefühlt und sich in der Tourist-Information erkundigt, wo es denn zu unserer Kirche geht. Erstaunt mussten sie feststellen, dort wurde nicht versucht, Werbung mit uns zu machen. Was mir als Einwohner gar nicht so aufgefallen ist, fanden sie unverständlich. Immerhin ist Templin durch uns weltweit bekannt geworden. Tourismusexperten schätzen, um einen ähnlich großen Bekanntheitsgrad wie durch unsere Aktionen zu erlangen, hätte die Stadt für herkömmliche Werbung locker einen siebenstelligen Betrag ausgeben müssen. Dank unserer Nudelmessenhinweisschilder hat die Perle der Uckermark es immerhin auf die Webseite der 11000 ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten weltweit geschafft. 

Da musste was passieren, und zukünftig in der Tourist-Information auch Flyer von unserer Kirche ausgelegt werden. Aber bevor die in Druck gehen, wollte ich lieber mal nachfragen, ob das überhaupt möglich ist.

Da rannte ich fast offene Türen ein. Herr Volkhardt, der Geschäftsführer der TMT, hatte den Werbeeffekt unseres Vereins für Templin längst erkannt und war selbst der Meinung, der müsste maximal genutzt werden. Gegen eine Auslage unserer Flyer hatte er nichts einzuwenden. Auch auf der Seite der Stadt sollten wir präsentiert werden. Das Ergebnis seht ihr oben. Dazu beigetragen hat sicher auch der Bericht der drei Azubis des TMT, die am Freitag mal zu unserer Nudelmesse vorbei kamen. Die hat allen gefallen und zum Abschied gab es nicht nur ein Foto in der Kirche, sondern auch eine schöne Bemerkung: "Zukünftig werden ich mich, wenn mir was komisch vorkommt, erst mal genauer erkundigen, bevor ich es abhake."

Wir sind angekommen.

Als Bürgemeister Detlef Tabbert unseren Schildern bis zum Ende des Rechtsstreites  Asyl an Masten der Stadt zusicherte, hatte er das mit der Weltoffenheit Templins begründet. Damals wird der Eine oder die Andere von euch noch daran gezweifelt haben. Erst vorgestern hat er das gegenüber dem ND/epd erneut bestätigt und für den Fall einer Niederlage auch evtl. andere Standpunkte ins Gespräch gebracht.

Nach dem oben Geschilderten bin ich jetzt wirklich fest überzeugt, Templin ist weltoffen. Besucht unsere wunderschöne kleine Stadt, genießt den Rundgang um die komplett erhaltene Stadtmauer, genießt die wunderbare Natur, findet bevölkerte und einsame Strände und verwöhnt euch in unserer Naturtherme.

Vor allem aber kommt auch in unserer Kirche vorbei. Lasst euch in der Tourist-Information den Weg erklären, nehmt einen der dort ausliegenden Flyer oder druckt euch den unter dem Text aus. Ich freue mich schon auf euren Besuch.

Vor allem aber bin ich gerade richtig stolz, ein Templiner zu sein.