25.04.2019

Das Wort zum Freitag - Osnabrücker Garfreitagserkenntnis

ein Gastbeitrag


In diesem Jahr lud die Osnabrücker Crew, inspiriert von Bruder Smutje und Frau Malzahn, einige uns bekannte Piratinnen und Freibeuter zu einer kulinarischen Huldigung unseres Monsters ein. Da Bruder Smutje in seiner Leidenschaft für wahre Genüsse über Osnabrücker Grenzen weit hinaus bekannt ist, konnten Bruder Pasta Amico Intimo und Bruder Pasta L’Adoratore ihn in seinem Begehren, diese auch einmal zu Garfreitag ausleben zu dürfen, nur unterstützend zur Seite stehen. Also freuten wir uns auf das Eintreffen der Gäste, die nachmittags ihr Ziel erreichten. Da wir bei diesem Treffen auf die traditionellen Nudelmessen-Rituale ganz bewusst verzichteten, weil es nicht als Messe angedacht, sondern als konkretes Garfreitags-Essen erlebt werden sollte, begann der Nachmittag natürlich zwangsläufig gleich mit der Ehrerweisung des Biervulkans. Dazu wurde Likör, Wein und ohnehin alles, was der Vulkan zu bieten hat, zur freien Auswahl gereicht und die Anwesenden empfanden diesen schnörkellosen Beginn als durchaus neu und motivierend. So saß die Gruppe in lustige Gespräche vertieft wartend zusammen, und Bruder Smutje, allein in seiner Kombüse, lies seiner Magie freien Lauf – und es geschah das erste Unglaubliche: das Monster sandte Abbilder seines Selbst in jeden Vorspeisenteller hinab – exakt gegart zu unser aller Freude!Wer hätte gedacht, dass das Abbild unseres lieben Monsters derart selbstlos und gleichzeitig köstlich sein würde? 



Und wie es bei allen Genüssen im Leben ist, benötigen sie eine gewisse Portion an Geduld, und so bot es sich an, dass die jeweiligen Pausen zwischen den Gängen durch die hauseigenen Sportgeräte wunderbar überbrückt wurden: wie erleuchtet flipperten die Piraten und Freibeuterinnen die silbernen Kugeln in die richtigen Öffnungen und horteten Punkte, dass Smutje ganz blümerant wurde – die Punktestände vermutlich ein Ergebnis der nudligen Anhängsel! Und stetig sprudelte der Biervulkan… kürzere Zeit als gedacht später folgte der Hauptgang:


Auch nach Verzehr dieser Köstlichkeit zwang sich natürlich eine weitere Pause auf, die wir dafür nutzten, uns auf dem einen oder anderen Gruppenfoto zu verewigen:

Von links nach rechts: Frau Malzahn, Caro Klabauter, Bruder Penne, Margaritos von Bucatini, Dampfnudel, Bruder Pasta L’Adoratore, Bruder Smutje, Bruder Pasta Amico Intimo, Bruder Mayo


Geballte Piratinnenpower – aber die Quote ist noch ausbaufähig, wie wir hoffen!

Nun folgte die bereits erwähnte Nachspeise – auch diese ließ keine Wünsche offen: der pure Genuss, mit dem wohlig schaurigen Gefühl, dass sich ES endgültig offenbarend zu uns hinabgestiegen wäre, um uns zu verführen:


Trotz aller gebotenen Zweifel kommen wir nicht umhin, an die Wahrhaftigkeit unserer Göttlichkeit zu glauben: wer, wie Smutje, seit Jahren immer wieder von den Anhängseln berührt, kulinarische Gipfel erklimmt, die dann auch noch von Form und Farbe Seinem Ebenbild gleichen, muss auserkoren gelten, ein Verkünder Seines Wortes aus seiner Kombüse heraus zu sein! Großer Dank gebührt also ihm sowie seiner ununterbrochen helfenden Hand, Frau Malzahn.Anschließend verloren wir uns in die ein oder andere Diskussion und das Fest endete früh am Morgen, unterbrochen für eine Mütze Schlaf. Kurze Zeit später wieder auf den Beinen und mit klarem Kopf zum Frühstück zusammengetroffen, wurden die Gespräche weiter geführt und eine alte Idee wuchs erneut in uns heran. Ist es unserem Propheten Bobby – gepriesen sei sein Name – nicht ein Wunsch, dass alle Piraten sich vereinen und sich somit zu einer großen Gemeinschaft verbinden? Warum sollten solche Erlebnisse nur in kleiner Gruppe erfahren werden? Wäre es nicht wesentlich (auch dem Monster) dienlicher, solche Treffen auf Größe aufzubauen?Dadurch kommen wir zu dem Fazit unserer Überschrift: die Teilnehmer dieses Garfreitags-Essens sind sich einig geworden, pro-aktiv die Vereinsbasis zu entern, um mit allen in Deutschland lebenden Piraten Kontakt aufzunehmen: meldet euch, ihr zahlreichen Freibeuter unseres Netzwerks und lasset uns verbünden; gemeinsam können wir mehr bewegen und uns alle motivieren, sodass wir in der öffentlichen Wahrnehmung wachsen.Wollt Ihr aktive oder inaktive Piraten sein? Welche Vorstellungen habt Ihr und wie lassen sich diese in einem Gesamtkonzept verwirklichen?Und wieder zeigte uns das Monster, dass sich der Garfreitag zu einer piratigen Zusammenkunft nicht nur ganz hervorragend eignet, sondern hier auch den Beweis dafür liefert, dass Freibeuter sich zu gegebenen oder notwendigen Anlässen in höherer Anzahl, gestärkt durch massiven Einsatz von Kohlehydraten, durchaus zu interessantem Meinungsaustausch, auch bundesweit, versammeln mögen! 

Verfasst von der genannten Gruppe.

RAmen!




18.04.2019

Das Wort zum Freitag - Piraten entern Berufskolleg

Am Blaudonnerstag würde natürlich ein Bericht über die Feiertage, speziell das Pastahfest, gut passen. Aber darüber haben wir schon oft genug geschrieben.
Margarithos von Bucatini hat auch was zu berichten und das gibts heute als Gastbeitrag.


Bericht von einem Unterrichtsbesuch im Fach Religion an einer Berufsschule in Köln.


Vor dem Eingang des Berufskollegs wurde Margaritos von Bucatini bereits von zwei Schülerinnen erwartet und freundlich in Empfang genommen. Die Piraten-Gewandung tat auch hier wieder gute Dienste und half bei der Erkennung.


Dampfnudel und Bruder Mayo, der extra aus Iserlohn angereist war, trafen gerade rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn ein und wir begaben uns gemeinsam ins Schulgebäude. Die Religionslehrerin war leider verhindert und ihre Vertretung noch nicht eingetroffen. Wir stellten uns einfach mal nach vorne an die Tafel und fingen damit an, zu erzählen, wer wir sind und was uns jeweils dazu bewogen hatte, dem Monster zu folgen. Zwischendurch kamen immer mal wieder Lehrkräfte in den Raum, welche kurz verdutzt schauten ob der drei Piraten am Lehrerpult.


Die SchülerInnen hatten das FSM beim Thema Sekten in Arbeitsgruppen abgehandelt und waren daher schon mit der Materie vertraut. Dies ermöglichte uns, auf Fragen einzugehen, welche in rascher Folge von den SchülerInnen an uns gestellt wurden.


– Was es denn mit dem Nudelsieb auf sich habe, und ob wirklich alles hinterfragt werden sollte?

– Ob es auch Jugendliche unter den Pastafari gibt und wie Kinder mit dem FSM umgehen?
– Laufen wir immer mit piratigem Outfit herum und welche Regeln gibt es bei uns?

Einiges konnten wir mit Bildern an der Tafel illustrieren, anderes aus gelebter Erfahrung berichten. Einige passende Passagen aus dem Evangelium und den 10 AdeH wurden von uns vorgetragen. Die Fragen rissen nicht ab und so wurde es in der Doppelstunde nicht langweilig. Ab und an kamen auch kritische Fragen von der Vertretungslehrerin, welche inzwischen hinten in der Klasse Platz genommen hatte und unserem Treiben von dort aus interessiert lauschte. Als sie uns in Diskussionen über die Wertevermittlung an Kinder und unsere politischen Ziele verwickeln wollte, wurden wir von den SchülerInnen in Schutz genommen. Wir hatten die Sympathie auf unserer Seite.


Die Zeit verflog schnell und Dampfnudel stellte gegen Ende nochmals die entscheidenden Fragen: „Was ist uns Pastafari am Wichtigsten und was bedeutet dies für unser Handeln?“ um den glücklichen Schülerinnen, welche beide Fragen natürlich richtig beantworten konnten, jeweils eine Pastafari-Lieder CD zu überreichen. Unsere mitgebrachte Propaganda-Schatztruhe wurde zum Abschluss von den SchülerInnen geplündert und es gab Anfragen nach Nudelmessen. Wir hatten den Eindruck, dass es durchaus eine gern gesehene Abwechslung war, welche die SchülerInnen in Anspruch genommen haben. Wann kommen schon einmal drei echte Piraten in den Unterricht?

Ein freundlicher Abschied hat aus dem Ganzen eine runde Sache gemacht.

Unseren Dank an die Klasse angehender OptikerInnen für die Einladung und den netten Empfang bei Euch!

11.04.2019

Das Wort zum Freitag - Monster ante portas



Das Monster steht vor den Toren des Europäischen Gerichtshofes der Menschenrechte in Straßburg, und das gleich drei mal.

Zuerst hat die polnische Kirche dort Beschwerde eingereicht, vor drei Wochen dann die Niederländer, jetzt wir.  Die Beschwerde ist eingereicht und wir haben alles hineingelegt. Dabei hatten wir nicht nur Unterstützung von der Giordano Bruno Stiftung und dem Institut für Weltanschauungsrecht, unser bewährter Anwalt Dr. Rath hat sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben.


Dieses Gutachten beleuchtet aus religionsphilosophischer Sicht die Frage: „Handelt es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. um eine Weltanschauungsgemeinschaft?“ Gleich im ersten Satz wird festgestellt: „Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. unterscheidet sich in ihrer Ausrichtung und Grundhaltung grundlegend von anderen Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters weltweit.“

Das war uns wichtig, damit der EGMR unsere Beschwerde nicht mit den beiden anderen gleichsetzen kann. Die fordern ihre Anerkennung als Religion. Das Pastafaritum ist dort also Selbstzweck. Anders bei uns. Wir geben offen zu, dass wir die Lehre vom Spaghettimonster nur als Stilmittel benutzen, um unsere eigentliche Absicht, die Förderung des evolutionären Humanismus, besser umsetzen zu können.



Unsere Beschwerde richtet sich deshalb gegen die in Deutschland versagte Anerkennung als Weltanschauungsgemeinschaft und die damit einhergehende Diskriminierung. Entsprechend beginnt die Schilderung des Sachverhalts der Beschwerde: „Der Beschwerdeführer sieht sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft und möchte von seinem Recht auf Weltanschauungsfreiheit Gebrauch machen und seine weltanschaulichen Rituale praktizieren. Dieser Status wird ihm von deutschen Gerichten jedoch abgesprochen und die Ausübung seiner Weltanschauungsfreiheit in Teilen verweigert. Auch findet eine Diskriminierung gegenüber Religionsgemeinschaften im Bezug auf die Gewährung von Privilegien statt.“


„Dem Beschwerdeführer geht es vor allem um eine Gleichbehandlung von religiösen und wissenschaftlich orientierten Weltanschauungen, insbesondere dem evolutionären Humanismus.“ und „Kein Gericht hat sich ernsthaft und vertieft damit beschäftigt, dass der Beschwerdeführer eine Weltanschauungsgemeinschaft ist. Für das Landgericht kam es darauf schon nicht an, das Oberlandesgericht hat die Frage ohne Sachaufklärung unter der Annahme zu enger Voraussetzungen verneint, das Bundesverfassungsgericht die Klärung der Frage verweigert.“ sind andere markante Feststellungen des Sachverhalts.


Die Begründung der Beschwerde ist naturgemäß recht juristisch und da sicher nicht für euch alle wirklich so interessant. Diesen Passus, in dem ich die juristischen Hinweise ausgelassen habe, möchte ich aber doch noch erwähnen:

„Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften besitzen Privilegien, die das Erreichen ihrer Ziele vereinfachen. Dazu gehört das Aufstellen von Gottesdiensthinweisschildern an Ortseingangstraßen. Bei der Verteilung dieser Ressourcen verpflichtet Art. 9 EMRK die staatlichen Behörden zur Neutralität und verbietet Diskriminierungen. Eine solche Diskriminierung liegt vor, da der Beschwerdeführer eine Weltanschauungsgemeinschaft ist und ihm das Recht zur Schilderaufstellung verwehrt wird. Hier wird dem Beschwerdeführer durch alle beteiligten staatlichen Stellen abgesprochen, eine Weltanschauungsgemeinschaft zu sein. Das wirkt sich auf sein Recht auf kollektive Religionsausübung aus, wenn er für seine Nudelmesse nicht in gleichem Maß werben darf, wie Religionsgemeinschaften. Objektive Gründe sind dafür nicht ersichtlich. “

Anlass unseres Marsches durch die Instanzen war ja die skandalöse Rücknahme der Genehmigung zur Aufstellung unserer Nudelmessenhinweisschilder. In dem Sinne endet dann auch die Beschwerde:

„Nach den verwaltungsrechtlichen Regelungen dürfen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsgemeinschaften auf ihre Gottesdienste unter den selben Voraussetzungen (Anlagen 16 – 18) hinweisen. Sie sind gleich zu behandeln. Die Reduzierung des Beschwerdeführers auf eine Religionsparodie verkennt die auf dem evolutionären Humanismus beruhende Weltanschauung des Beschwerdeführers. Eine ausreichend tiefgehende Auseinandersetzung mit der vom Beschwerdeführer vertretenen Weltanschauung lassen alle behördlichen und gerichtlichen Entscheidungen vermissen. Wenn aber der Beschwerdeführer wie hier erneut dargelegt, eine Weltanschauungsgemeinschaft ist, dann müssten seine Nudelmessenhinweisschilder auch neben den Gottesdiensthinweisschildern der Amtskirchen stehen dürfen. Dem Beschwerdeführer wird das vorenthalten. “

Das Gutachten von D. Wakonigg, M.A. Philosophie und Kath. Theologie, stellt zunächst fest, was zu klären ist:

„I.) ob es sich beim evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung, auf den sich die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. beruft, um eine Weltanschauung handelt,

II.) ob das Hinterfragen bzw. Kritisieren von dogmatischen Anschauungen und Handlungen sowie Religionen der Weltanschauungseigenschaft entgegensteht oder ob selbiges Bestandteil einer Weltanschauung sein kann,


III.) ob der Einsatz satirischer Mittel der Weltanschauungseigenschaft entgegensteht oder ob selbiger Bestandteil einer Weltanschauung sein kann,


IV.) ob es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V., wie von ihr behauptet, um eine evolutionär-humanistische Weltanschauungsgemeinschaft handelt.“


Das wird auf 20 Seiten klar und nachvollziehbar untersucht. Falls es euch interessiert, werden wir es komplett in einem nächsten Wort zum Freitag veröffentlichen. Auch wenn das sicher nicht schwer war, mich hat es total überzeugt. Wenn es um Beschwerden aus Deutschland geht, werden die in Straßburg zu 95% abgelehnt. Unserer Beschwerde und diesem Fazit des Gutachtens sollten die Richter aber folgen können:


"● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung. Ihr Zweck ist die Verbreitung der Weltanschauung des evolutionären Humanismus.


● Die Kritik an Religion und Dogmatismus ist ein integraler Bestandteil humanistischer Weltanschauungen im Allgemeinen und des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung im Besonderen.


● Satirische Ausdrucksformen sind ein Bestandteil des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung.


● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. ist als eine eigenständige Strömung oder „Konfession“ der Weltanschauung des evolutionären Humanismus zu bewerten.


● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. unterscheidet sich in ihrer Ausrichtung und Grundhaltung grundlegend von anderen Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters weltweit.


● Für andere Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters ist die Religionssatire des Fliegenden Spaghettimonsters und die hiermit verbundene Religionskritik Selbstzweck. Für die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. ist diese Religionssatire dagegen lediglich ein Mittel, um ihrem höheren weltanschaulichen Zweck nachzukommen."


Ich bin jedenfalls mehr als gespannt.


Zwei gute Nachrichten habe ich aber gleich für euch. Weil ihr in den letzten Jahren bei unseren Rechtsstreitigkeiten recht spendabel wart und weil wir dieses Mal von der Giordano Bruno Stiftung und dem Institut für Weltanschauungsrecht unterstützt werden, brauchen wir nicht zu einer Spendenkampagne aufrufen.

Statt dessen bitten wir euch aber sehr, die im Mai startende Buskampange 2.0 zu unterstützen, durch direkte Spenden, durch Teilen des Spendenaufrufs, durch aktive Mitarbeit, wie auch immer.

Die andere gute Nachricht kommt vom Institut für Weltanschauungsrecht. Das hilft nämlich nicht nur uns, sondern allen, die bei Rechtsstreitigkeiten grundsätzliche Weltanschauungsfragen berühren und diskriminiert werden. Wer da Sorgen hat, findet dort die richtigen Ansprechpartner und ggf. Übernahme der Kosten.


Deshalb hier der  Aufruf:


Wehrt euch!


Ihr seid nicht mehr allein.

28.03.2019

Das Wort zum Freitag - Verfassungsschutz beobachtet Spaghettimonster



Nein, noch ist es nicht soweit, aber auszuschließen ist es wohl nicht mehr. Zu merkwürdig war das, was Alexander Stier gerade vor Gericht passiert ist. Alexander schildert das auf Facebook so:

"Ich möchte von einer bemerkenswerten Erfahrung berichten. Am Montag, den 25. März war ich als Angeklagter in einem Strafprozess vor dem Amtsgericht Bensheim geladen. Die Anklage lautete: "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten." Die Staatsanwaltschaft behauptete u.a., ich hätte einem Priester der RKK den Totschlag angedroht, und seinem Ministranten ein schweres Verbrechen. Soviel zum Kontext. Jetzt zur Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, namentlich Rüdiger D. Weida, bekannt auch als Bruder Spaghettus. Der Vorsitzende fragte mich ohne jeden erkennbaren Zusammenhang: "Kennen Sie einen Bruder Spaghettus?" Worauf ich mit "ja" antwortete. Darauf kam die Frage: "Haben Sie mit Bruder Spaghettus Kontakt?" Die Frage beantwortete ich ebenfalls mit "ja". Und die letzte Frage lautete wie folgt: "Wie oft?" Dazu sagte ich: "Gelegentlich". Ich gebe den Vorfall unkommentiert zur Kenntnis."

Was sollte diese Nachfrage? Weder das Spaghettimonster, noch unser Verein noch ich selbst waren auch nur im entferntesten Teil des Verfahrens. Eigentlich fällt mir nur eine Erklärung ein, die die Nachfrage des Richters rechtfertigt: der Kontakt wurde entweder als erschwerend oder als entschuldigend für den behaupteten Tatbestand gewertet. Entweder ist Alexander selbst Anhänger einer staatszersetzenden Sekte oder aber unschuldig unter ihren schädlichen Einfluss geraten.

Beidem gemein ist die, immerhin gerichtsrelevante, negative Einschätzung unserer Kirche. Unter diesem Gesichtspunkt ist zu fürchten, die Überschrift oben könnte doch noch wahr werden.

Ganz anders scheint man das allerdings in Erksdorf zu sehen. Dort sind wir seit Jahren beim Fasching dabei. Unsere Truppe, wir sind so zehn bis zwanzig Leute die sich noch aus alten Studententagen kennen, hat dort schon oft einen Kostümpreis gewonnen.

In diesem Jahr gingen wir leer aus, aber nur bei den Kostümen. Nachdem dort der erste Preis vergeben war, gab es erstmalig einen Sonderpreis. Ich wurde auf die Bühne gerufen und bekam den "Preis für das Lebenswerk". Nicht nur, weil der Prinz bei der Verleihung erwähnte, dass ich beim Fliegenden Spaghettimonster bin, war klar, diese Ehrung hat auch etwas mit IHM zu tun.
Auch der Preis selbst, der noch kurz vorher schnell vom Discjokey etikettiert wurde, lässt daran keinen Zweifel.

Danke, Erksdorf, bis 2020 ein kräftiges Ekka, Ekka, He-He-He


Was wir wirklich für eine dufte Truppe sind, davon konnte man sich am letzten Sonnabend bei der Nudelmesse der Spreeräuber im Knofel überzeugen. Gut, dass wir dort Stammkunden sind. Immerhin waren statt der angemeldeten 15 Personen dann 22 da. Ein Tisch wurde noch schnell dazu gestellt, allerdings mit der Bemerkung, der wäre in zwei Stunden bestellt. 


Bis dahin hatte sich dann aber eine andere Lösung gefunden. Wir konnten in Ruhe essen und unsere Messe zelebrieren. Dabei waren einige Gäste sehr interessiert und ließen sich sogar ein Textblatt geben, um gemeinsam mit uns zu singen. 


Als wir dann nach dem Heiligen Abendmahl noch Flyer anboten, wurden uns an jedem Tisch dankbar welche abgenommen. Ein englisch sprechendes Pärchen bemerkte sogar stolz, es hätte auf dem Smartphone schon unsere Website gefunden.

Auf, zur nächsten Nudelmesse. Wenn es wieder so weit ist, gibt es den Termin dann hier. Die Bitte, dass sich dann möglichst alle auch anmelden, gibt es schon mal jetzt. Es ist doch einfacher, für uns und für das Restaurant.


21.03.2019

Das Wort zum Freitag - Bruder Spaghettus bei Teckel TV


Schön war´s beim Teckel TV. Tolle Kneipe, tolle Gäste, ein super vorbereiteter Moderator und interessante Unterhaltungen. Mit Oliver Bröcker z. B., der mir erzählt hat, wie begeistert er war, als er vor zwei Jahren bei einem Dreh in Templin unsere Nudelmessenhinweisschilder gesehen hat. Die Flyer und Aufkleber gingen weg wie warme Semmeln und auch für das eine oder andere Selfie war ich gefragt. Ein rundum schöner Abend, da hat sogar der Zigarettenrauch weniger gestört als sonst.

Ich hoffe, ihr könnt etwas davon nachvollziehen. Das Wort zum Freitag gibts heute als Video:



15.03.2019

Das Wort zum Freitag - Zahlengesichter - Gastbeitrag BfG Bayern

Ahoi,

Nachdem ich es vor zwei Wochen nicht geschafft habe ein Wort überhaupt zu veröffentlichen hier erst mal ein Gastbeitrag der uns aktuell erreicht hat.

Wie ihr schon dem Video entnehmen könnt geht es um den Missbrauch in der kath. Kirche. Insbesondere im Bistum Regensburg. Aber was schreibe ich hier lange rum. Entert doch einfach die Seite die das Bistum... äh, der Bund für Geistesfreiheit erstellt hat (hier noch das langweilige kath. Original).

Mir gefällt die Aktion jedenfalls auf den ersten Blick sehr, ich werde auch noch die eine oder andere Minute auf der Seite lesen. Danach kann man hier auch noch eine Petition unterzeichnen.

Ohne viele Umschweife noch ein verhältnismäßig trockenes, piratiges Wochenende.

07.03.2019

Das Wort zum Freitag - Gottes missbrauchte Dienerinnen



Eigentlich hatte ich ein anderes Thema für heute. Aus aktuellem Anlass habe ich das verschoben: Ich habe mir gerade den gleichnamigen Bericht von arte angesehen. Den sollte jeder gesehen haben. Zeit dafür ist noch bis 03.05.19, dann wird er aus der Mediathek genommen.

Mich hat der Bericht erschüttert, ich bin immer noch leicht aufgewühlt. Klar, der Missbrauchsskandal an Kindern ist vielleicht noch heftiger. Aber das kann und sollte man erstens nicht gegeneinander aufwiegen, und zweitens kam der scheibchenweise, wirkte also nicht ganz so wie Dampfhammer.


Arte hat sich 1:36 h Zeit genommen, um jahrelange Recherchen schlüssig zusammen zu fassen. Das von vorn bis hinten völlig glaubwürdig. Besonders gelungen fand ich die Darstellung, wie dieser sexuelle Missbrauch von Nonnen bis hin zur Zwangsprostitution institutionalisiert war. Seit mindestens 20 Jahren lagen erste Anzeigen beim Vatikan vor. Wie bei den Kindern wurde auch hier alles gedeckelt. Nonnen, die schwanger wurden, mussten ihre Kinder zur Adoption frei geben oder abtreiben. Oft wurden sie anschließend von ihren Orden ausgeschlossen und saßen mittellos auf der Straße. Eine besondere Form des Missbrauchs gab es in Aidsgebieten. Da konnten die armen Priester aus Furcht nicht mehr zu Prostituierten gehen, also mussten die Nonnen ran. Kann man doch verstehen, oder? Die, denen das gemeldet wurde, hatten jedenfalls Verständnis. Für die Priester, versteht sich, nicht für die Nonnen.


Das führt mich zum nächsten Punkt. Arte hat es hervorragen verstanden klar zu machen, warum die Opfer im kirchlichen Gefüge nahezu chancenlos waren. Das Gemenge von gewohnter Unterordnung, Gelöbnis, äußerem Druck und Liebe zu Kirche bzw. zu Jesus war zu dicht. Beeindruckend war da die Aussage einer deutschen Ordensfrau. Für sie war nicht die Vergewaltigung das Schlimmste, sondern der Verlust der Jungfräulichkeit. Die hatte sie Jesus versprochen. War sie nun noch seine Braut? Hatte sie ihn verraten? Bei mir kam nie der Gedanke auf: selbst schuld, warum seid ihr in dem Verein. Dafür eine Menge Verständnis.


Aber auch eine Menge Wut. Auf die Täter, auf die Verschweiger, auf die Institution und auf den Papst selbst.

Der war zwar auf Druck von außen bereit, sich mit zwei Opfern zu treffen, allerdings nur im Geheimen. Also genau das, was alle anderen vor ihm auch schon gemacht haben: sich entschuldigen aber nicht dazu stehen und, vor allem, nichts ändern.

Für mich ist klar, diese weltgrößte Verbrecherorganisation Kirche ist nicht reformierbar. Zu stark sind die Seilschaften, zu stark der Drang, nach außen makellos da zu stehen und viel zu gering der Wunsch, wirklich etwas ändern zu wollen. Auch beim ehemaligen Hoffnungsträger Papst Franziskus.


Da hilft wirklich nur noch eins, das zu tun, was man mit kriminellen Organisationen tut: sie zerschlagen. Bei der Mafia versucht man das schon lange. Die Kirche ist noch schlimmer und das schon ewig. Raub, Betrug, Erpressung, Mord, alles wird geboten. Sie muss aufgelöst werden, ihr Vermögen ersatzlos eingezogen, die Archive geöffnet und Täter bestraft.


Leider eine Utopie. Überall ist die Kirchenlobby am Werk und mit der Politik verwoben. Aber wir können eins klar machen:


Wer diese Kirche in irgend einer Weise fördert, unterstützt eine kriminelle Vereinigung.


Egal ob Staaten ihr finanzielle Zuwendungen, Begünstigungen oder Sonderrechte gewähren, egal ob Privatleute für die Kirche werben, sie verteidigen oder für sie spenden, sie alle machen sich mitschuldig an ihren Verbrechen.


Wenn wir das immer mehr in die Köpfe bekommen, haben wir schon einiges geschafft.

21.02.2019

Das Wort zum Freitag - Hoher Besuch aus Nischni Nowgorod



Endlich angekommen. Michail und Maxim waren trotz Strapazen gut drauf. Es waren schon Besucher aus vielen Ländern hier, aber immer in Verbindung mit einem Aufenthalt in Deutschland. Anders die beiden Brüder, die waren tatsächlich, nur um nach Templin zu kommen, nach Berlin geflogen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie überredet das zu tun, wenn alles schön grün ist und man gemütlich draußen sitzen kann. So haben sie dann doch etwas gefroren und konnten gar nicht so recht verstehen, warum es mir gefällt, so weit draußen zu wohnen. 



Natürlich ging es erst einmal in die Kirche zur Besichtigung. Nach einer kurzen Aufwärmung, mit ersten Getränken in der Küche, war dann die Messe dran. Wir wollten die auch filmen, ich habe meine Kamera aufgestellt und auf den Knopf gedrückt. Leider war es nicht der für den Film, sondern für Bilder. Vielleicht hatte das auch was Gutes, so bleibt euch mein Radebrech-Englisch erspart.




Nach der Messe gabs die Gastgeschenke. Von uns unsere Bandanas, CDs, Flyer, Aufkleber und Button....



...von Nischni Nowgorod schöne Magnettafeln mit dem Monster und die Mitgliedsurkunde für mich. 


Damit war der offizielle Teil vorbei. Maxim wollte unbedingt mal in ein typisch deutsches Restaurant. Die große Auswahl haben wir da nicht in Templin, aber genau so hatte er es sich unseres vorgestellt und das Essen kam gut an. 

Vor allem hatten wir nun aber auch einmal Zeit, uns über unsere länderspezifischen Voraussetzungen und Ansichten zu unterhalten. 


In Nischni Nowgorod gibt es die wahrscheinlich weltweit zweite Kirche des FSM. Es ist eine Bar, die Michail betreibt und die voll auf Pastafari ausgerichtet ist. Jeden Freitag trifft sich dort die örtliche Crew. Auch in Russland gibt es Piraten, aber die Mehrzahl steht auf Nudelsieb.  Ist ja gar kein Problem, sondern sogar gut, wenn das Pastafaritum so etwas beliebig wird, meinte Michail. Schließlich haben wir keine Dogmen, also können wir tun und lassen, was wir wollen. Vielleicht habe ich ihn mit meiner Meinung, keine Dogmen zu haben bedeutet nicht, keine Regeln zu haben, doch ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Keine Dogmen zu haben bedeutet nur, seine Regeln immer wieder zu prüfen und bei neuen Erkenntnissen oder Bedingungen entsprechend anzupassen. 


Interessant ist auch der Kirchenaufbau in Russland. Eine gemeinsame Kirche gibt es dort nicht, nur verschiedene örtlich anerkannte Gruppen. Erst, wenn die 10 Jahre lang bestanden haben, kann daraus eine landesweite Kirche werden. Deshalb, und wegen Uneinigkeiten unter den Gruppen, gibt es auch keinen Pastarchen für ganz Russland. Ein erster Versuch scheiterte daran, dass der gewählte Kandidat erst 17 war. Das führte zu Protesten und zur Abwahl. Zur Wahl eines neuen kam es nicht mehr.

Die Gruppe um Michail und Maxim ist auf jeden Fall die aktivste im Land und so wohl Michail als Pastarch von Nischni Nowgorod auch die wichtigste Ansprechperson für Russland. Außer unserer Sveti Spaghetti natürlich, die auch diesen Kontakt zu Stande gebracht hat.


Zum Abschied musste selbstverständlich noch ein Bild mit den Nudelmessehinweisschildern her. Ohne das ist kein Templinbesuch perfekt.






Wer sich noch mehr für die russischen Verhältnisse interessiert und etwas die Sprache kann, sollte sich hier umsehen:  http://xpalmm.ru

Aber auch Bilder gucken lohnt sich da.

Hier zum Abschluss noch einen Bericht von Michail über seinen Besuch hier.


edit: Nachdem Michail dieses Wort gelesen hatte, hat er mir noch ein Bild von unseren Gastgeschenken geschickt. Die waren eigentlich zum Gebrauch gedacht, aber nun hängen sie, ordentlich gerahmt, als Decko an der Tempelwand.



Macht irgendwie auch richtig was her.







15.02.2019

Das Wort zum Freitag – „Religion und Humor“ oder auch „Das Leben ist ein Heidenspaß“



An den Universitäten enden die Semester, die Klausuren beginnen, darum auch das Wort etwas später als normal.
Ich möchte hier etwas tun, was sonst hier nicht getan wird. Diese Woche wurden die Trilogverhandlungen zu Artikel 13 der europäischen Urheberrechtsreform abgeschlossen.
Quelle
Viele Nutzer des Internets sehen darin eine große Bedrohung. Hier gibt es einmal die change.org-Kampagne und einmal die Möglichkeit die Abgeordneten direkt zu kontaktieren.
Innerhalb der Anhängerschaft ist ja durchweg gebräuchlich sich im World Wide Web zu bewegen und auch parodistische Inhalte zu erstellen und zu teilen, dies könnte durch die Einführung des Artikel 13 in seiner derzeitigen Form eingeschränkt werden. Da die Kirche ihre Ursprünge nun mal im Internet hat gilt es aus meiner Sicht dieses zu schützen. (Wobei ich es auch gut fände, wenn die Konkurrenz der christlichen Kirchen wegen Kopien unserer Werke etwas eingeschränkt würde.)
Kommen wir zurück zu Themen der Kirche:
  • Jens Spahn, man kann dem Herrn Spahn ja vieles vorwerfen, aber Vernunft sicher nicht. Vertritt er doch seinen Glauben voll und ganz (ebenso: Thema Abtreibung), so wechselt er sobald es um ihn selbst geht auch gleich die Perspektive. Die vermeintlich erste gute Initiative kommt jetzt mit dem Verbot der "Konversionstherapie" (vgl. taz). Plötzlich kritisiert er auch die Haltung der Kirche, aber statt Konsequenzen zu ziehen bleibt er lieber den Kirchen treu ergeben und fährt ihre Linie wo es für ihn persönlich nur irgendwie möglich ist. Das Motto lautet hier wohl "Freiheit ist stets meine Freiheit über der der anderen."
  • Auch hier ein zweiter Werbeblock: In Frankfurt gibt es am 26.02.2019 einen kostenlosen Themenabend mit der Frage: "Darf man Über(sic!) Religion spotten?" Vielleicht finden sich ja ein paar Piraten um gemeinsam vollkommen ernst dem Gespräch zu lauschen und sich auch selbst einzubringen. Es sieht ja zumindest bei der Teilnehmerliste(unter anderem Dr. Michael Schmidt-Salomon) so aus als ob das kein abgekartetes Spiel wäre.
  • Zuletzt zur Entwicklung des Vereins. Wir nähern uns gerade (trotz einiger Austritte) der Mitgliedernummern in der oberen Hälfte der dreistelligen Zahlen, ich bin zuversichtlich die 500 noch im ersten Halbjahr 2019 zu vergeben. Deshalb wird es auch mal Zeit die Anregung der Titel die im Zuge der letzten Mitgliederversammlung aufkam umzusetzen. Schreibt gerne eine Mail wenn ihr Vorschläge habt wie wir die Positionen benennen wollen und wenn wir schon dabei sind, habt ihr eine Idee wie ihr die 500 feiern wollt? Soll die Nummer 500 etwas besonderes bekommen? Sagt eure Meinung.

07.02.2019

Das Wort zum Freitag - Aktiver Ruhrpott



Von nah und fern segelten Pastafaris an, sie kamen aus dem Ruhrgebiet und Iserlohn, Düsseldorf, Wuppertal sowie Köln. Standesgemäß waren viele als Piraten gekleidet, die Anderen trugen zumindest die Insignien unseres nudeligen Monsters.


Im Restaurant "Mathes Nudeltöpfchen" war schon alles für ein gemeinsames Nudelmahl und die Nudelmesse vorbereitet. Ein mit maritimen Bildern geschmückter Raum bot genügend Platz, denn zu diesem Treffen heuerten 15 Pastafaris an. Vor kurzer Zeit erst vom FSM erleuchtete Pastafaris trafen nun auf erfahrene Seebären und Piratinnen.

Nach einer gelungenen Vorstellungsrunde konnte die Nudelmesse starten. Nudler war wieder Bruder Stellinus. 
Nach einem gemeinsamen Monsterunser ging es für die Besatzung auf eine spannende Schatzsuche: 
Da leider kein Schiff zur Suche bereit stand (ist in Wuppertal auch kaum möglich :)), stellte der Nudler den Piraten drei Schatzfragen aus dem Piratenleben. So konnten die Pastafaris sich vor unserem lieben Monster als wahre Anhänger beweisen. Da zu allen Schatzfragen die Lösungen genannt werden konnten, bekamen die erfolgreichen Schatzjäger je eine Flasche standesgemäßen "Störtebeker"- Bieres.



Anschließend wurde im Rahmen der Predigt das Thema "Was ist im Pastafaritum heilig?“ ausführlich erläutert.




„Im Evangelium nach Bobby Henderson taucht im Zusammenhang mit dem Pastafaritum nur die Kapitelüberschrift „Die Heilige Nudel“ auf. Hier wird die Schöpfungsgeschichte erklärt. Alle anderen Erwähnungen beziehen sich nur auf andere Religionen.

Die ALWMs geben uns aber Hinweise:
„I. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls manche Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Außerdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema. 
II. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/ oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.“

Der Sinn dieser ALWMs kann gedeutet werden als: 
„Heilig – unheilig? Rein – unrein? - Dies sind im Zusammenhang mit dem FSM vollkommen irrelevante Unterscheidungen!“

Führen wir nur einmal ein kleines Gedankenexperiment durch:
Wir nehmen an, dass das Nudelwasser für die in der Nudelmesse verwendeten Nudeln „heilig“ wäre. (Per Definition und Sprachgebrauch kann etwas nur heilig oder unheilig sein. „Ein wenig heilig“ geht ebenso wenig, wie „ein wenig schwanger“!) 
Bei einem Nudelmahl in der Nudelmesse würde nun ein Becher mit „heiligem“ Nudelwasser verwendet. Mit dem „heiligen“ Nudelwasser würde die „Heiligkeit“ (Was auch immer dieses"heilig" sein mag!) auf den Pastafari übertragen. Wir hätten nun „heiliges“ Nudelwasser, einen „heiligen“ Pastafari und ein „heiliges“ Nudelwassergefäß, denn auch dieses wäre da vom „heiligen Nudelwasser“ berührt. Würde nun der Rest des Nudelwassers ausgegossen, so wäre der Ausguss ebenfalls „heilig“ und natürlich auch die Kanalisation, durch die das „heilige“ Nudelwasser fließt. Im Weiteren würden dann auch die Kläranlage, der aufnehmende Fluss, das aufnehmende Meer und die aus dem Meer aufsteigenden Wolken „heilig“. Diese Wolken würden dann natürlich „heiligen“ Regen auf die Welt regnen. 
Die Folge: 
Nach kurzer Zeit ist die gesamte Erde heilig! Eine wirklich skurrile Idee; denn damit verliert dann die Unterscheidung „heilig – unheilig“ vollkommen den Sinn. 

(Übrigens: Andere Religionen stehen „wirklich“ vor diesem Problem und müssen daher genaue Regeln befolgen, wie sie mit religiösen (d.h. magischen) Handlungen die „Heiligkeit“ von Objekten wieder entfernen. (Also im Klartext: Mit „magischen Handlungen“ wird eine Fähigkeit eines Gottes nachgeahmt – zum Beispiel  eine Kirche für die religiöse Nutzung zu weihen - , um dann mit einer weiteren „magischen Handlung“ die erste Handlung wieder ungeschehen zu machen, wenn die Kirche nicht mehr eingesetzt wird. Geschieht diese Entweihung nicht, würden bei einem Abbruch der Kirche "heilige Steine" zur Deponie gefahren!)

Darüber hinaus wird der Begriff „heilig“ in fast allen Religionen dazu genutzt, sich selbst und seine Ansichten, Gebäude und Gebräuche zu erhöhen und unangreifbar zu machen. Wer immer wagt „Heiliges“ anzugreifen gilt als Ketzer und darf von den Gläubigen verfolgt werden. (Siehe Mohammed-Karikaturen oder die christlichen Ketzer des Mittelalters wie z.B. Giordano Bruno.) 

All diese Überlegungen führen uns dahin, dass dem Sinn der ALWMs I und II klar widersprochen wird. Daher hat „Heiligkeit“ im pastafarianischen Glauben kein Platz!

Unser liebes Monster sieht also in unserem Glauben keine Notwendigkeit für heilige Dinge, heilige Rituale oder heilige Menschen!“


Nach dem Glaubensbekenntnis zu unserem Monster begann die schon lang erwartete Kommunion mit Bier und Nudeln. Zum Ende der Nudelmesse hörten die Piraten die Lesung aus dem Evangelium unseres Propheten Bobby zum Thema "Grog"!

Da unsere Kaperfahrer nun auch genügend Durst und Hunger hatten, wurde es im Anschluss doch teilweise recht ruhig, denn die köstlichen Nudelgerichte und Nudeltöpfchen wurden zu den großen Bierhumpen gereicht.

Aber dann ging es erst richtig los: die Schiffsjungs und -mädchen hatten Fragen und bekamen viele viele Antworten. Gemeinsame Treffen wurden vereinbart (Piratenmarkt auf Burg Blankenstein), Informationen ausgetauscht und die Leistungsfähigkeit der 3-D-Drucker bewundert (auf den Tischen lagen verschiedene Piratenfische, Embleme unseres lieben Monsters, Untersetzer in Monsterform u.ä.).

Nach dreieinhalb Stunden ging ein piratiger, monstermäßiger Abend zu Ende.

Ein Beitrag von Bruder Stellinus.

31.01.2019

Das Wort zum Freitag - House of One / Facebooklogik


Ich habe es verbockt. Verzeiht mir, Brüder und Schwestern. Ja, es gibt viel zu kritisieren und Erik hat das im letzen Wort ganz vorzüglich getan. Und doch, einst lag so viel Hoffnung im "House of One".

Allerdings hieß das Projekt damals noch nicht so, sondern "Bet- und Lehrhaus Berlin". Es war eben nicht nur das Haus des Einen geplant, sondern das Haus aller Götter und Religionen. Nur für die Startphase sollte erst einmal auf Jahwe, drei Drittel Jahwe bzw. Allah beschränkt werden. Dann sollten alle Götter mit einziehen können.


Bis zu diesem Brief:





Die Antwort war freundlich, neben der Satzung lag auch noch einiges Infomaterial bei, aber als Mitglied wollte man uns erst  mal nicht haben.

Jetzt, als House of One, scheint man sich komplett von dem Allgötterprojekt verabschiedet zu haben, der Name ist Programm. Dabei hätte das so ein schöner Göttereintopf werden können, und ich habe das versaut.

Wie kann ich das nur wieder gut machen?

Vielleicht mit einer kurzen Abhandlung zur Facebooklogik?


Dort war ich für drei Tage gesperrt. Ich hatte unser Wort geteilt und das Bild widersprach den Vorschriften für Nacktheit. Jedenfalls auf unserer Facebookseite, wo der Beitrag auch gelöscht wurde, in der Gruppe und auf meinem Profil gab es keine Probleme.

Also habe ich auf unserem Berliner Blog  das Bild bearbeitet und zum größten Teil verwaschen. Elli Spirelli hat es wieder auf die Facebookseite gestellt und dort lief es dann großartig. So großartig, dass die Aufforderung kam


Na, da gabs doch nur eins, ran an die Werbung. Nun war ja das Bild so, wie es sein sollte. Oder doch nicht?

So, so, Bilder müssen also vollständig und unverfälscht sein.
Aber wenn ich das mache, werde ich doch gesperrt. 😱
Wenn ich es nicht mache, darf ich nicht werben. 😰

Ich stecke tief im Dilemma, aber:


Hauptsache, ihr habt Spaß! 😈

25.01.2019

Das Wort zum Freitag - Wieder mal das liebe Geld

Pavillon auf dem Bauplatz, Quelle

Vor einer Woche begab es sich also, dass man in Berlin den Vorbereitungen zum Bau des "House of One" startete.

Okay, aber welcher "One"? Und was bedeutet das alles?

Erstmal ist den Medien zu entnehmen, was der Spaß denn kosten soll: 40 Mio.
"Stolzer Preis" denke ich mir und lese weiter, die Hälfte zahlen die Initiatoren. ("Und die andere Hälfte deren Gott?" - "Ach nein, der Staat und das Land.")

Versteht mich nicht falsch, ich bin für Kultur, sehr sogar, mache ich doch selbst (Klein-)Kunst. Eine Sporthalle zum Üben ist immer gut oder für andere Kulturschaffende ein Atelier oder gar bezahlbarer Wohnraum, müssen doch die meisten Künstler zwischen neuer Farbe und Essen wählen. Da sind die 20 Mio. die der Steuerzahler aufwendet natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein und doch wären sie ein Anfang. Man steckt sie aber lieber in ein Gebäude für 3 Karnevalsvereine.

Doch auch hier ist die Geschichte nicht vorbei. Denn es sind wieder nur Gemeinden die hier zusammenarbeiten, für die Christen sind Protestanten vertreten, bei den Juden immerhin die Jüdische Gemeinde Berlin und das Abraham Geiger Kolleg und für die Muslime das Forum Dialog.

Wie sehr sich die einzelnen Glaubensrichtungen hier vertreten fühlen vermag ich nicht zu beurteilen. Aber man kann sich das ja nüchtern ansehen.
  • Protestanten und Katholiken haben sich ja schon immer minder gut verstanden, das ist klar.
  • Das Forum Dialog ist laut taz eine Gemeinde die der Gülen-Bewegung nahesteht. Was wohl DITIB dazu sagt?
Das Forum Dialog ist auch schon vom Verfassungsschutz geprüft worden, kritische Stimmen gibt es viele.

Aber was soll meine Kritik denn? Es ist doch ein tolles Projekt, ein "House of One" wo alle willkommen sind und eins werden. Großartig, ich freue mich auf die Einladung an uns zu vielen Dialogen, ganz offen, bei einem Bierchen, oder für die Antialkoholiker, ob selbst gewählt oder "von oben" verordnet halt was anderem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass "One" etwas anderes bedeutet als "Gesellschaft" es geht mit Sicherheit als EINE Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über seinen Glauben und seine Werte zu unterhalten.

Oh... Es geht darum, dass Christen, Juden und Muslime unter einem Dach sind?

Also wieder viel Zirkus um den abrahmitischen, also unnudeligen, also falschen Gott.

Vielleicht sollte man sich eher an diesem Artikel (auf Englisch) orientieren, der leider satirischer Natur ist. Oder sich das letzte Wort zum Freitag noch einmal ansehen.

17.01.2019

Das Wort zum Freitag - Das Recht auf unversehrte Genitalien

Rituelle Beschneidung eines Kindes durch einen muslimischen Arzt in
einem deutschen Universitätsklinikum. Es bestand keine Vorhautverengung.
Bild:  Matthias Schreiber

Irakisch-kurdische Regierung will weibliche Genitalverstümmelung vollständig abschaffen, diese gute Nachricht des hpd gab das Thema für das heutige Wort.

Ich gebe zu, erst mal war ich überrascht, dass es überhaupt eine irakisch-kurdische Regierung gibt. Dann kam die Überlegung, es geht also nur um eine Region, aber immerhin. Beim Lesen der Kommentare war dann klar, das Thema muss tiefer beleuchtet werden.

Es wurde gefordert, gegen jede Genitalverstümmelung vorzugehen und auch die männliche zu verbieten.

Wer da denkt, die ist doch harmlos, täuscht sich schwer. Es gibt verschiedene Formen der weiblichen Verstümmelung, die schwerste, die etwa 15% der Fälle betrifft, ist klar schwerwiegender. Die Mehrzahl ist aber etwa gleich schwer oder sogar harmloser als die männliche Verstümmelung. Jährlich sterben nicht nur Frauen, sondern auch Männer an "Beschneidungen", ein Begriff, der viel zu verharmlosend ist.

Es gibt einen Unterschied. Bei Männern ist es in wenigen Fällen medizinisch sinnvoll, doch einen Eingriff vorzunehmen. Einen grundsätzlichen Vorteil aus hygienischen Gründen, wie man lange in den USA vermutet hat, gibt es nicht. Immer sind die Nachteile viel größer.

Es gibt einen weiteren Unterschied. Die männliche Genitalverstümmelung kommt weltweit etwa 5 mal häufiger vor als die weibliche. Deshalb, und weil die weibliche nur vorkommt, wo es auch die männliche gibt, kann man die männliche als die ursprüngliche Form ansehen.

Was läge also näher als davon auszugehen, wer gegen genitale Körperverletzung bei Männer kämpft, bekämpft automatisch auch die weibliche?

Natürlich dürfen wir uns trotzdem immer freuen, wenn wenigstens die FGM (F
emale Genital Mutilation) bekämpft wird. Es sollte aber auch klar sein, die endgültig auszurotten ist nur möglich, wenn auch die MGM (Male Genital Mutilation) ausgerottet wird. Auch, und gerade dort, wo religiöse Gründe angeführt werden.

Nein, das bedeutet eben nicht, diese zu verbieten. Wer als Erwachsener seinem Aberglauben gemäß das schaffen möchte, was seine oberste Spukgestalt scheinbar nicht konnte, nämlich einen Penis ohne Vorhaut, kann das gern tun. Verboten werden würde lediglich, dass Eltern ihre Kinder ihrem eigenen Aberglauben opfern dürfen. Da überwiegt dann das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und auf  seine eigene Religionsfreiheit klar die Religionsfreiheit der Eltern.

Punkt.