07.06.2019

Das Wort zum Freitag – Die Hinrichtung des Pastafari mit dem Namen Josef K.

Ein Atheist hatte im dörflich geprägten Stadtteil Hambach der südhessischen Kreisstadt Heppenheim an der Bergstraße, unterstützt von gesellschaftlich organisierten Freunden, gegen die Verquickung von Schule und Kirche protestier. Das sogar mit teilweisem Erfolg. Was Pfarrer, Politiker und örtliche Honoratioren davon halten, haben sie mit ihrem Festwagen  zur „Brennesselkerwe“ klar gestellt. An dem hing, neben dem Schild „Stammtisch“, auch das folgende.

Da kann man nur noch schwarz sehen meint Alexander Michael Stier im folgenden Gastbeitrag:

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne, dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet“. Das ist der einleitende Satz des Romans „Der Prozeß“ von Franz Kafka. Ich heiße Josef K. und bin der Protagonist des Romans. Danach bin ich nie mehr glücklich geworden.
Was für uniformierte Menschen waren denn das? Warum so viele, acht an der Zahl, und bewaffnet? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, die Gesetze waren sicher nicht außer Kraft gesetzt. Wie kam es dazu, dass sie ihn heimlich nachstellten?
Josef K. hatte zwei Kinder, 3 und 6 Jahre alt, bei sich zuhause. Als die stummen Männer ihn in Ketten legten und wie einen Verbrecher abführten, durften sich die Kinder von K. nicht verabschieden. Einsatztaktik nannten diese Menschen ihr behördliches Vorgehen. Das wird ganz sicher alles rechtens sein, dachte sich Josef K. Und das bestätigten sie ihm auch später so – ungefragt. Sie bestätigten ebenfalls, es gäbe Denunzianten, so etwa ein Dutzend. Deren Namen dürfe er aber niemals erfahren.
Der allmächtige Inquisitionsrichter, dem K. dann vorgeführt wurde, frage barsch und fordernd:
„Kennen Sie einen Bruder Spaghettus? Haben Sie mit ihm Kontakt? Wie oft?“
Das alles stritt Josef K. nicht ab, stets im Glauben, vor der Inquisition die Wahrheit sagen zu müssen. Es packten ihn dann aber doch Zweifel, ja sogar die Angst. Wie wird es jetzt Bruder Spaghettus damit ergehen, dass die Inquisition diese Verbindung bestätigt hat? Wird Bruder Spaghettus nun auch bedrängt? Und wie viele werden es sein? Wird Bruder Spaghettus ihn nun als Verräter ansehen? Werden ihm auch die Hände zusammengebunden? Wird er irgendwo gewaltsam verbracht? Der Inquisitionsrichter entließ K. jedenfalls unbescholten von der Anklagebank. Eine freiwillige Zahlung, und jedenfalls sein Fall war damit unwiderruflich und mit Unschuldsvermutung für immer eingestellt.
Wirklich? K. sollte doch nie wieder glücklich werden, so verlangte es doch der Roman!
Folglich tat der Inquisitionsrichter, was er tun musste: Er schrieb in seiner bester Handschrift eine geheime Notiz an seinen Dienstvorgesetzten in dem gleichen Gebäude: „Sorgerechts-Verfahren für Tochter und Sohn des Angeklagten anlegen“ Er unterstrich dabei die Worte Tochter und Sohn.
K. veröffentlichte zuvor bei Facebook die Homepage der gemeinnützigen Körperschaft KdFSM e.V. Ferner postete er, wer sich wirklich hinter dem Pastafari-Namen Bruder Spaghettus befand. Und er stellte den Trailer der Dokumentation ein, in dem Bruder Spagehttus prominent erschien. K. ließ bei Facebook keinen Zweifel daran, dass er jetzt ordentliches Mitglied der KdFSM e.V. geworden sei, und auch eine anerkennende Zuwendung in Hinblick auf deren Beschwerde beim EMGR geleistet habe. K. wusste ja um den untadeligen Rechtsstaat, und dass überall Gesetze bestanden.
Nun war K. per nachgewiesenem Brief verfügt worden, dass am nächsten Donnerstag wieder eine kleine Untersuchung in seinem Fall, jetzt also eine Begebenheit seiner beiden Kinder, stattfinden würde. Man machte ihn darauf aufmerksam, dass diese Nachforschung zunächst eine erste sei, und hielt sich offen, ob es zu regelmäßigen, wenn auch vielleicht nicht jede Woche, so doch mehrmaligen Untersuchungen in der Abfolge kommen würde. Es liege einerseits in seinem, wie auch im allgemeinen Interesse, den Prozess geschwind zu Ende zu führen, anderseits aber hätten die Prüfungen in jeder Hinsicht hundertprozentig zu erfolgen. Eine einvernehmliche Regelung sei dabei unbedingt anzustreben. Auch seine Frau, bisher niemals beschuldigt, sei geladen und zu befragen. In jedem Fall sei sein persönliches Verhalten ausschlaggebend für den Ausgang der Entwicklung. Um welches Verhalten es da ging – das weiß wirklich niemand, denn das ist offenbar unaussprechbar.
K. machte dem neuen Richter, der diese weitere Untersuchung eingeleitet hatte, vor allem mal klar, um wen es sich bei Bruder Spaghettus eigentlich handle, nämlich um den Pastafarinamen von Rüdiger Weida. Dieser sei Ehrenvorsitzender der gemeinnützigen Körperschaft „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.” Ein Verein, der mit Satire und Humor den in weiten Teilen von der Giordano Bruno Stiftung weiterentwickelten evolutionären Humanismus als Weltanschauung verbreite. Aufklärend, ja besserwisserisch wie ein Schulbub fügte K. noch hinzu: Feen, Elfen, Götter, Geister, Engel, Trolle oder andere Fabelwesen kämen darin jedenfalls nicht vor.
Der Richter beendete die Untersuchungen und Erforschungen mit seinen Kindern noch während der Anhörung: Es läge offenbar gar kein Problem vor. Ohnehin habe man ja nur mal reden wollen. Eigentümlich und befremdlich erschien K. dennoch die Erkundigung, die wie eine Anordnung klang, ob er, K., nicht bestenfalls mal einen Monat gar nichts bei Facebook posten könne.
Josef K. traut seitdem den Schwarzmantel-Männern und ihren Laufburschen mit den Ketten nicht mehr über den Weg. Denn niemand sonst weiß besser als Josef K. darüber Bescheid, wie sein Ende tatsächlich aussehen wird. Die letzte Beschreibung seiner Bestimmung lautet nämlich wie folgt:
„Aber an K.s Gurgel legten sich die Hände des einen Herrn, während der andere das Messer ihm tief ins Herz stieß und zweimal dort drehte. Mit brechenden Augen sah noch K., wie die Herren, nahe vor seinem Gesicht, Wange an Wange aneinander gelehnt, die Entscheidung beobachteten. ‚Wie ein Hund!‘ sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben.“

31.05.2019

Das Wort zum Freitag - Nudelmesse und pastafarianische Taufe

Ein Gastbeitrag von Bruder Stellinus


Wie schon einige Male vorher segelten Pastafaris von nah und fern zum Restaurant „Mathes Nudeltöpfchen“. Die bekannte Crew wurde diesmal von den Pastafaris des Rallye-Teams „TeamFSM“ (Teilnehmer der Baltic Sea Challenge) ergänzt.

Nudler war wieder Bruder Stellinus.

Nach einem gemeinsamen Monsterunser stellte der Nudler den Piraten drei Schatzfragen aus dem Piratenleben. So konnten die Pastafaris sich wieder vor unserem lieben Monster als wahre Anhänger beweisen. Da zu allen Schatzfragen die Lösungen genannt werden konnten, bekamen die erfolgreichen Schatzjäger Ramen-Nudelsuppen bzw. einen FSM-Pin.

Anschließend wurde im Rahmen der Predigt das Thema „Taufe von Pastafaris?“ ausführlich erläutert:

Unser liebes Monster gibt uns im Evangelium des Propheten Bobby keine besonderen Hinweise zu Taufen.

Sehen wir uns doch einmal an warum andere Religionen Taufen durchführen.

Wikipedia sagt:

„Manche Kirchen verstehen die Taufe als einen Ritus, der die Reinigung von religiös definierter Schuld (Sünde bzw. Erbsünde) beinhaltet und in der Folge die persönliche Erfahrung einer Gottesnähe ermöglicht. Die symbolische Taufhandlung gilt als Teilhabe an der Sündenvergebung durch den Tod Christi am Kreuz und wird als die „Eingliederung in den gestorbenen und auferstandenen Christus“ und damit als Eingliederung in die kirchliche Gemeinschaft begriffen….“

und

„Ein Exorzismus-Gebet (oder „Gebet um Schutz vor dem Bösen“) ist bis heute fester Bestandteil des katholischen Ritus der Kindertaufe.

    Weil die Taufe Zeichen der Befreiung von der Sünde und deren Anstifter, dem Teufel, ist, spricht man über den Täufling einen Exorzismus (oder mehrere). Der Zelebrant salbt den Täufling oder legt ihm die Hand auf; danach widersagt der Täufling ausdrücklich dem Satan. So vorbereitet, kann er den Glauben der Kirche bekennen, dem er durch die Taufe ‚anvertraut‘ wird [Vgl. Röm 6,17]. – Katechismus der Katholischen Kirche, Abs. 1237“

1.Unser Fliegendes Spaghettimonster hat uns keine Erbsünde auferlegt und auch Sünden sind im Pastafaritum unbekannt. Unser liebes Monster liebt uns! – So wie wir sind und dies selbstverständlich immer!

Einen Teufel als Gegenspieler des Fliegenden Spaghettimonsters? Seltsame Vorstellung! Und machen wir eine „Teufelsaustreibung“ mit dem Kind? Welch ein Schwachsinn!
Wenn wir Verbrechen (nach den Gesetzen unsere Landes) begehen, verführt uns nicht ein „Teufel“, sondern daran ist nur unsere persönliche Unvollkommenheit bzw. Unzulänglichkeit schuld – denn wer ist schon vollkommen?

Wenn eine Pastafarifamilie ein Kind taufen lassen will, so kann dies in unserem Glauben nicht mehr als die Absichtserklärung sein, dem Kind zukünftig wissenschaftliches Denken und rationales Verhalten zu vermitteln. Das Kind soll sich dann, wenn es reif genug für eine eigene Entscheidung ist, selbstbestimmt für das FSM entscheiden können. Wir indoktrinieren unsere Kinder nicht!
Was folgt daraus für den pastafarianischen „Taufritus“?

Macht eine schöne Feier für die Familie/Gemeinde daraus!
Nehmt die Wünsche der Eltern hierzu ernst!
Es soll ein Fest zur Geburt werden und keine Verpflichtung für den Täufling und
die Eltern!


Nun wurde es ernst für 2 der Schiffsjungs vom TeamFSM – sie wurden getauft. Bruder Magaritos von Bucatini führte durch die Taufhandlung. Nach erfolgreicher Nudelprobe, die Schiffsjungs mussten mit dem Mund Penne auf einzelne Spaghetti fädeln, erhielten sie ihre pastafarianischen Namen, Captain Brummbart und Captain Dralle.



Damit endete unser Nudelmesse und der Rest des monstermäßigen Abends wurde mit der Planung unserer Aktionen zum Ketzertag in Dortmund (19. bis 21. Juni) verbracht. Nähere Informationen folgen demnächst.


23.05.2019

Das Wort zum Freitag - Der Prophet spricht oder
15 Jahre Spaghettimonster




Lange hatten wir darauf gewartet, nun hat er sich dazu ein interessantes Medium gesucht, den Guardian. „Pasta strainers and pirates“ heißt der Artikel dort. Was schon mal zeigt, viel Ahnung von dem, was Pastafaritum ist, haben die dort nicht. Wenn man schon darauf abstellt, heißen die Dinger colander.

Auch sonst lässt der Artikel einiges zu wünschen übrig. Wird da doch tatsächlich behauptet, das Pastafaritum hätte nichts gegen Religion sondern sieht eher große Ähnlichkeit mit den Quäkern.

Wir sind keine Antireligion, wir sind wie der Quäkerismus?
Sicherlich nicht wir in Deutschland. Für uns ist Religion ein soziales Übel, aber aus demokratischen Gründen kann sie innerhalb bestimmter Grenzen akzeptiert werden. Ich denke, Österreich sieht das genauso und viele andere auch.

Aber dann kommts, richtig dicke und richtig gut. Der Reporter sieht eine Gefahr und fragt: „Wenn die Kirche des FSM ihre eigenen Rituale entwickelt und ihre eigenen Mythologien pflegt, besteht dann die Gefahr, dass sie ihren satirischen Biss verliert und sich zu einer weiteren Religion verfestigt?“

Eine Gefahr, die nicht von der Hand zu weisen ist. In manchen Ländern scheint man da schon recht weit zu sein. Die Israelis sehen in der Stripperfabrik einen Missbrauch der Persönlichkeitsrechte und wollen das gern feministisch anpassen. Die Neuseeländische Kirche lehnt die Jungensmentaliät, die in Stripperfabrik, Biervulkan und Big Balls stecken, ab. Ihr FSM hat weder Bälle noch Fleisch um geschlechtsneutral zu sein und besteht zu 100% ausschließlich aus Kohlehydraten. Gleichzeitig wird bedauert, dass manche Kulturen noch in der Gendermentalität der 50ger stecken.

Sicher richtige Überlegungen. Jedenfalls aus dem Blickwinkel einer Religion. Nicht aber aus dem einer Satire. Die muss einfach deftig sein, auf die Kacke hauen und auch mal übertreiben. Jeder Schritt aus der Satire hinaus ist ein Schritt auf dem Weg zur echten Religion zu werden.

Ganz wichtig für uns ist deshalb Bobbys Antwort:

"Viele neue Pastafarians haben keine Ahnung, wie das alles begann, sie wissen nur, dass es aus irgendeinem Grund existiert. Züchte das 200 Jahre lang und ich habe keine Ahnung, was du bekommst.

Aber wir müssen es mit einigen positiven Ideen versehen, solange wir noch können. Halten Sie Religion von staatlichen Schulen fern, halten Sie Geld von der Religion fern, und so weiter."

Seien wir vorsichtig, dass wir Satire bleiben und nicht wirklich zu Religionen werden. Bleiben wir dazu genau in der Rolle des Evangeliums und wir werden keine echte Religion werden, und bauen wir die Schranken in die Gesellschaft ein, die verhindern, dass Religion überhaupt gefährlich werden kann. Ganz im Sinne von Bobbys Worten.

09.05.2019

Das Wort zum Freitag - Mit Monsters Segen zum Nordkap



Unser Glaube ist erstaunlich weit verbreitet. Nennt man das Monster, wissen die meisten grob, worum es geht und lediglich in Sachen Nudelsieb oder Piratenmontur gibt es manchmal Unsicherheiten. Nicht so bei den beiden Rally-Fahrern Captain Brummbart und Captain Dralle vom TeamFSM, die sich vorbildlich mit Piratenhüten auf die Segnung ihres Gefährts vorbereitet hatten.
So trafen denn am vergangenen Sonntag Dampfnudel, Bruder Mayo und Margaritos von Bucatini zur mittäglichen Segnungs-Nudelmesse auf einem ruhigen Parkplatz in Hagen ein, bereits erwartet von einer munteren Schar von Mitstreitern und Familie des TeamFSM. Rasch wurde ein Altar aufgebaut und der Rally-Wagen in Position geparkt.

Das TeamFSM hat sich die Aufgabe gestellt, bei der Baltic Sea Circle Rally innerhalb von 16 Tagen die 7.500km lange Strecke rund um die Ostsee und am Nordkap vorbei zu meistern. Mit einem mindestens 20 Jahre alten Fahrzeug und ohne elektronische Navigationshilfsmittel. Für dieses wahrlich piratige Vorhaben galt es nun den Segen des Monsters zu erbitten.


Nach Lesungen aus dem Evangelium, einer Menge guter Segenswünsche und dem gemeinsamen Monsterunser, schritt Margaritos begleitet von Bruder Mayo zur Tat und besprenkelte das Gefährt, die Rally-Fahrer und alle die nicht rasch zur Seite sprangen mit Nudelwasser von seinen nudeligen Ahängseln. Das Monster war uns hold und ES lies die Sonne für die Dauer der Messe scheinen. Doch oh Wunder, auch hier, wie schon bei ähnlichen Anlässen zuvor, war die Temperatur, ob der Anwesenheit so vieler Piraten und jener, welche das Piratentum im Herzen trugen, wieder gefallen (die Anreise erfolgte durch dichten Hagelschauer). Dies deuteten wir als gutes Zeichen, denn die beiden TeamFSM-Rally-Fahrer und ihre Mitstreiter sind demnach würdige Piraten in SEINEN Augen.

Das folgende Glaubensbekenntnis geriet daher zur reinen Formsache und die Nudelmesse mit Nudeln von SEINEN nudeligen Anhängseln und Bier von SEINEM Biervulkan rundete die Veranstaltung ab.



Wir freuen uns über die muntere Piratenschar in Hagen und sehen Euch gerne wieder bei unseren nächsten Treffen am 24.05. im Nudeltöpfchen.
Wer das TeamFSM auf seiner Tour verfolgen möchte, kann dies via Picdeer, Instagram oder Facebook tun. Die beiden sammeln mit ihrer Tour Spenden für den Flaschenkinder Iserlohn e.V.

Ein Gastbeitrag von Margaritos von Bucatini

03.05.2019

Das Wort zum Freitag - Gedanken zum Mai



Zur Walpurgisnacht trafen sich spontan drei Pastafari, um ein paar gemütliche Stunden am Feuer zu verbringen. Als der Aufbruch nahte, machte Elli Spirelli ihre Androhung wahr, schnappte einen Hexenbesen und ritt damit ums Feuer. Ich weiß, das will keiner sehen und erspare euch ein Foto.
Wer sich die Mühe machen möchte, google doch einmal nach Traditionen um die Walpurgisnacht bzw. Feiern zum 1. Mai. Da gibt es einiges zu entdecken. Am bekanntesten ist wohl das Aufstellen eines Maibaums, geschmückt mit bunten Bändern, im Zentrum vieler Städte und Dörfer. zur Walpurgisnacht gibt es Tanzveranstaltungen in den Mai. Richtig wild geht es dabei im Harz zu. Moderne „Hexen“ hecken harmlose Streiche aus, anders als es der Aberglaube überlieferte. Die sollen nämlich immer am 30. April auf den Brocken, dem höchsten Berg im Harz, geritten sein, um sich dort mit dem Teufel zu paaren.
Die Feste vom 30. April in den 1. Mai haben auf alle Fälle viel mit Frühlingserwachen, Fruchtbarkeitsritualen und nicht zu vergessen, alkoholischen Getränken zu tun.
In Schweden feiert man valborg. Besonders tun sich dabei die Studenten hervor. Hier findet ihr einen Tagesablauf für das am 30. April stattfindende valborg, was seinesgleichen sucht. Auch wenn dem einen oder anderen Pastafari so viel Alkoholverzehr nicht zuträglich sein sollte, der Tagesordnungspunkt zum traditionellen Bootsrennen sollte doch in unserem Sinne sein. Mit selbst gebastelten Booten wird ein Rennen veranstaltet, das wohl mehr Spaß als sportlichen Ehrgeiz als Ziel hat. Man könnte schlussfolgern, dass dieser Brauch schon vor langer Zeit von Pastafaris eingeführt wurde. Seht ihr das auch so? Ja oder ja?!
Übrigens kann man ein ähnliches Ereignis jährlich zur Warnemünder Woche, die in diesem Jahr vom 6. Juli bis 14. Juli gefeiert wird, erleben, das Waschzuberrennen. Dort nehmen jährlich auch Pastafari teil. 2017 wurde sogar die erste Pastafarianische Trauung auf einem Waschzuber vorgenommen.
Was der Mai sonst noch für Feierlichkeiten für uns Piraten bereit hält, darüber gibt es hier etwas.

Der Mai ist unser!

Bierelujah

25.04.2019

Das Wort zum Freitag - Osnabrücker Garfreitagserkenntnis

ein Gastbeitrag


In diesem Jahr lud die Osnabrücker Crew, inspiriert von Bruder Smutje und Frau Malzahn, einige uns bekannte Piratinnen und Freibeuter zu einer kulinarischen Huldigung unseres Monsters ein. Da Bruder Smutje in seiner Leidenschaft für wahre Genüsse über Osnabrücker Grenzen weit hinaus bekannt ist, konnten Bruder Pasta Amico Intimo und Bruder Pasta L’Adoratore ihn in seinem Begehren, diese auch einmal zu Garfreitag ausleben zu dürfen, nur unterstützend zur Seite stehen. Also freuten wir uns auf das Eintreffen der Gäste, die nachmittags ihr Ziel erreichten. Da wir bei diesem Treffen auf die traditionellen Nudelmessen-Rituale ganz bewusst verzichteten, weil es nicht als Messe angedacht, sondern als konkretes Garfreitags-Essen erlebt werden sollte, begann der Nachmittag natürlich zwangsläufig gleich mit der Ehrerweisung des Biervulkans. Dazu wurde Likör, Wein und ohnehin alles, was der Vulkan zu bieten hat, zur freien Auswahl gereicht und die Anwesenden empfanden diesen schnörkellosen Beginn als durchaus neu und motivierend. So saß die Gruppe in lustige Gespräche vertieft wartend zusammen, und Bruder Smutje, allein in seiner Kombüse, lies seiner Magie freien Lauf – und es geschah das erste Unglaubliche: das Monster sandte Abbilder seines Selbst in jeden Vorspeisenteller hinab – exakt gegart zu unser aller Freude!Wer hätte gedacht, dass das Abbild unseres lieben Monsters derart selbstlos und gleichzeitig köstlich sein würde? 



Und wie es bei allen Genüssen im Leben ist, benötigen sie eine gewisse Portion an Geduld, und so bot es sich an, dass die jeweiligen Pausen zwischen den Gängen durch die hauseigenen Sportgeräte wunderbar überbrückt wurden: wie erleuchtet flipperten die Piraten und Freibeuterinnen die silbernen Kugeln in die richtigen Öffnungen und horteten Punkte, dass Smutje ganz blümerant wurde – die Punktestände vermutlich ein Ergebnis der nudligen Anhängsel! Und stetig sprudelte der Biervulkan… kürzere Zeit als gedacht später folgte der Hauptgang:


Auch nach Verzehr dieser Köstlichkeit zwang sich natürlich eine weitere Pause auf, die wir dafür nutzten, uns auf dem einen oder anderen Gruppenfoto zu verewigen:

Von links nach rechts: Frau Malzahn, Caro Klabauter, Bruder Penne, Margaritos von Bucatini, Dampfnudel, Bruder Pasta L’Adoratore, Bruder Smutje, Bruder Pasta Amico Intimo, Bruder Mayo


Geballte Piratinnenpower – aber die Quote ist noch ausbaufähig, wie wir hoffen!

Nun folgte die bereits erwähnte Nachspeise – auch diese ließ keine Wünsche offen: der pure Genuss, mit dem wohlig schaurigen Gefühl, dass sich ES endgültig offenbarend zu uns hinabgestiegen wäre, um uns zu verführen:


Trotz aller gebotenen Zweifel kommen wir nicht umhin, an die Wahrhaftigkeit unserer Göttlichkeit zu glauben: wer, wie Smutje, seit Jahren immer wieder von den Anhängseln berührt, kulinarische Gipfel erklimmt, die dann auch noch von Form und Farbe Seinem Ebenbild gleichen, muss auserkoren gelten, ein Verkünder Seines Wortes aus seiner Kombüse heraus zu sein! Großer Dank gebührt also ihm sowie seiner ununterbrochen helfenden Hand, Frau Malzahn.Anschließend verloren wir uns in die ein oder andere Diskussion und das Fest endete früh am Morgen, unterbrochen für eine Mütze Schlaf. Kurze Zeit später wieder auf den Beinen und mit klarem Kopf zum Frühstück zusammengetroffen, wurden die Gespräche weiter geführt und eine alte Idee wuchs erneut in uns heran. Ist es unserem Propheten Bobby – gepriesen sei sein Name – nicht ein Wunsch, dass alle Piraten sich vereinen und sich somit zu einer großen Gemeinschaft verbinden? Warum sollten solche Erlebnisse nur in kleiner Gruppe erfahren werden? Wäre es nicht wesentlich (auch dem Monster) dienlicher, solche Treffen auf Größe aufzubauen?Dadurch kommen wir zu dem Fazit unserer Überschrift: die Teilnehmer dieses Garfreitags-Essens sind sich einig geworden, pro-aktiv die Vereinsbasis zu entern, um mit allen in Deutschland lebenden Piraten Kontakt aufzunehmen: meldet euch, ihr zahlreichen Freibeuter unseres Netzwerks und lasset uns verbünden; gemeinsam können wir mehr bewegen und uns alle motivieren, sodass wir in der öffentlichen Wahrnehmung wachsen.Wollt Ihr aktive oder inaktive Piraten sein? Welche Vorstellungen habt Ihr und wie lassen sich diese in einem Gesamtkonzept verwirklichen?Und wieder zeigte uns das Monster, dass sich der Garfreitag zu einer piratigen Zusammenkunft nicht nur ganz hervorragend eignet, sondern hier auch den Beweis dafür liefert, dass Freibeuter sich zu gegebenen oder notwendigen Anlässen in höherer Anzahl, gestärkt durch massiven Einsatz von Kohlehydraten, durchaus zu interessantem Meinungsaustausch, auch bundesweit, versammeln mögen! 

Verfasst von der genannten Gruppe.

RAmen!




18.04.2019

Das Wort zum Freitag - Piraten entern Berufskolleg

Am Blaudonnerstag würde natürlich ein Bericht über die Feiertage, speziell das Pastahfest, gut passen. Aber darüber haben wir schon oft genug geschrieben.
Margarithos von Bucatini hat auch was zu berichten und das gibts heute als Gastbeitrag.


Bericht von einem Unterrichtsbesuch im Fach Religion an einer Berufsschule in Köln.


Vor dem Eingang des Berufskollegs wurde Margaritos von Bucatini bereits von zwei Schülerinnen erwartet und freundlich in Empfang genommen. Die Piraten-Gewandung tat auch hier wieder gute Dienste und half bei der Erkennung.


Dampfnudel und Bruder Mayo, der extra aus Iserlohn angereist war, trafen gerade rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn ein und wir begaben uns gemeinsam ins Schulgebäude. Die Religionslehrerin war leider verhindert und ihre Vertretung noch nicht eingetroffen. Wir stellten uns einfach mal nach vorne an die Tafel und fingen damit an, zu erzählen, wer wir sind und was uns jeweils dazu bewogen hatte, dem Monster zu folgen. Zwischendurch kamen immer mal wieder Lehrkräfte in den Raum, welche kurz verdutzt schauten ob der drei Piraten am Lehrerpult.


Die SchülerInnen hatten das FSM beim Thema Sekten in Arbeitsgruppen abgehandelt und waren daher schon mit der Materie vertraut. Dies ermöglichte uns, auf Fragen einzugehen, welche in rascher Folge von den SchülerInnen an uns gestellt wurden.


– Was es denn mit dem Nudelsieb auf sich habe, und ob wirklich alles hinterfragt werden sollte?

– Ob es auch Jugendliche unter den Pastafari gibt und wie Kinder mit dem FSM umgehen?
– Laufen wir immer mit piratigem Outfit herum und welche Regeln gibt es bei uns?

Einiges konnten wir mit Bildern an der Tafel illustrieren, anderes aus gelebter Erfahrung berichten. Einige passende Passagen aus dem Evangelium und den 10 AdeH wurden von uns vorgetragen. Die Fragen rissen nicht ab und so wurde es in der Doppelstunde nicht langweilig. Ab und an kamen auch kritische Fragen von der Vertretungslehrerin, welche inzwischen hinten in der Klasse Platz genommen hatte und unserem Treiben von dort aus interessiert lauschte. Als sie uns in Diskussionen über die Wertevermittlung an Kinder und unsere politischen Ziele verwickeln wollte, wurden wir von den SchülerInnen in Schutz genommen. Wir hatten die Sympathie auf unserer Seite.


Die Zeit verflog schnell und Dampfnudel stellte gegen Ende nochmals die entscheidenden Fragen: „Was ist uns Pastafari am Wichtigsten und was bedeutet dies für unser Handeln?“ um den glücklichen Schülerinnen, welche beide Fragen natürlich richtig beantworten konnten, jeweils eine Pastafari-Lieder CD zu überreichen. Unsere mitgebrachte Propaganda-Schatztruhe wurde zum Abschluss von den SchülerInnen geplündert und es gab Anfragen nach Nudelmessen. Wir hatten den Eindruck, dass es durchaus eine gern gesehene Abwechslung war, welche die SchülerInnen in Anspruch genommen haben. Wann kommen schon einmal drei echte Piraten in den Unterricht?

Ein freundlicher Abschied hat aus dem Ganzen eine runde Sache gemacht.

Unseren Dank an die Klasse angehender OptikerInnen für die Einladung und den netten Empfang bei Euch!

11.04.2019

Das Wort zum Freitag - Monster ante portas



Das Monster steht vor den Toren des Europäischen Gerichtshofes der Menschenrechte in Straßburg, und das gleich drei mal.

Zuerst hat die polnische Kirche dort Beschwerde eingereicht, vor drei Wochen dann die Niederländer, jetzt wir.  Die Beschwerde ist eingereicht und wir haben alles hineingelegt. Dabei hatten wir nicht nur Unterstützung von der Giordano Bruno Stiftung und dem Institut für Weltanschauungsrecht, unser bewährter Anwalt Dr. Rath hat sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben.


Dieses Gutachten beleuchtet aus religionsphilosophischer Sicht die Frage: „Handelt es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. um eine Weltanschauungsgemeinschaft?“ Gleich im ersten Satz wird festgestellt: „Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. unterscheidet sich in ihrer Ausrichtung und Grundhaltung grundlegend von anderen Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters weltweit.“

Das war uns wichtig, damit der EGMR unsere Beschwerde nicht mit den beiden anderen gleichsetzen kann. Die fordern ihre Anerkennung als Religion. Das Pastafaritum ist dort also Selbstzweck. Anders bei uns. Wir geben offen zu, dass wir die Lehre vom Spaghettimonster nur als Stilmittel benutzen, um unsere eigentliche Absicht, die Förderung des evolutionären Humanismus, besser umsetzen zu können.



Unsere Beschwerde richtet sich deshalb gegen die in Deutschland versagte Anerkennung als Weltanschauungsgemeinschaft und die damit einhergehende Diskriminierung. Entsprechend beginnt die Schilderung des Sachverhalts der Beschwerde: „Der Beschwerdeführer sieht sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft und möchte von seinem Recht auf Weltanschauungsfreiheit Gebrauch machen und seine weltanschaulichen Rituale praktizieren. Dieser Status wird ihm von deutschen Gerichten jedoch abgesprochen und die Ausübung seiner Weltanschauungsfreiheit in Teilen verweigert. Auch findet eine Diskriminierung gegenüber Religionsgemeinschaften im Bezug auf die Gewährung von Privilegien statt.“


„Dem Beschwerdeführer geht es vor allem um eine Gleichbehandlung von religiösen und wissenschaftlich orientierten Weltanschauungen, insbesondere dem evolutionären Humanismus.“ und „Kein Gericht hat sich ernsthaft und vertieft damit beschäftigt, dass der Beschwerdeführer eine Weltanschauungsgemeinschaft ist. Für das Landgericht kam es darauf schon nicht an, das Oberlandesgericht hat die Frage ohne Sachaufklärung unter der Annahme zu enger Voraussetzungen verneint, das Bundesverfassungsgericht die Klärung der Frage verweigert.“ sind andere markante Feststellungen des Sachverhalts.


Die Begründung der Beschwerde ist naturgemäß recht juristisch und da sicher nicht für euch alle wirklich so interessant. Diesen Passus, in dem ich die juristischen Hinweise ausgelassen habe, möchte ich aber doch noch erwähnen:

„Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften besitzen Privilegien, die das Erreichen ihrer Ziele vereinfachen. Dazu gehört das Aufstellen von Gottesdiensthinweisschildern an Ortseingangstraßen. Bei der Verteilung dieser Ressourcen verpflichtet Art. 9 EMRK die staatlichen Behörden zur Neutralität und verbietet Diskriminierungen. Eine solche Diskriminierung liegt vor, da der Beschwerdeführer eine Weltanschauungsgemeinschaft ist und ihm das Recht zur Schilderaufstellung verwehrt wird. Hier wird dem Beschwerdeführer durch alle beteiligten staatlichen Stellen abgesprochen, eine Weltanschauungsgemeinschaft zu sein. Das wirkt sich auf sein Recht auf kollektive Religionsausübung aus, wenn er für seine Nudelmesse nicht in gleichem Maß werben darf, wie Religionsgemeinschaften. Objektive Gründe sind dafür nicht ersichtlich. “

Anlass unseres Marsches durch die Instanzen war ja die skandalöse Rücknahme der Genehmigung zur Aufstellung unserer Nudelmessenhinweisschilder. In dem Sinne endet dann auch die Beschwerde:

„Nach den verwaltungsrechtlichen Regelungen dürfen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsgemeinschaften auf ihre Gottesdienste unter den selben Voraussetzungen (Anlagen 16 – 18) hinweisen. Sie sind gleich zu behandeln. Die Reduzierung des Beschwerdeführers auf eine Religionsparodie verkennt die auf dem evolutionären Humanismus beruhende Weltanschauung des Beschwerdeführers. Eine ausreichend tiefgehende Auseinandersetzung mit der vom Beschwerdeführer vertretenen Weltanschauung lassen alle behördlichen und gerichtlichen Entscheidungen vermissen. Wenn aber der Beschwerdeführer wie hier erneut dargelegt, eine Weltanschauungsgemeinschaft ist, dann müssten seine Nudelmessenhinweisschilder auch neben den Gottesdiensthinweisschildern der Amtskirchen stehen dürfen. Dem Beschwerdeführer wird das vorenthalten. “

Das Gutachten von D. Wakonigg, M.A. Philosophie und Kath. Theologie, stellt zunächst fest, was zu klären ist:

„I.) ob es sich beim evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung, auf den sich die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. beruft, um eine Weltanschauung handelt,

II.) ob das Hinterfragen bzw. Kritisieren von dogmatischen Anschauungen und Handlungen sowie Religionen der Weltanschauungseigenschaft entgegensteht oder ob selbiges Bestandteil einer Weltanschauung sein kann,


III.) ob der Einsatz satirischer Mittel der Weltanschauungseigenschaft entgegensteht oder ob selbiger Bestandteil einer Weltanschauung sein kann,


IV.) ob es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V., wie von ihr behauptet, um eine evolutionär-humanistische Weltanschauungsgemeinschaft handelt.“


Das wird auf 20 Seiten klar und nachvollziehbar untersucht. Falls es euch interessiert, werden wir es komplett in einem nächsten Wort zum Freitag veröffentlichen. Auch wenn das sicher nicht schwer war, mich hat es total überzeugt. Wenn es um Beschwerden aus Deutschland geht, werden die in Straßburg zu 95% abgelehnt. Unserer Beschwerde und diesem Fazit des Gutachtens sollten die Richter aber folgen können:


"● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung. Ihr Zweck ist die Verbreitung der Weltanschauung des evolutionären Humanismus.


● Die Kritik an Religion und Dogmatismus ist ein integraler Bestandteil humanistischer Weltanschauungen im Allgemeinen und des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung im Besonderen.


● Satirische Ausdrucksformen sind ein Bestandteil des evolutionären Humanismus der Giordano-Bruno-Stiftung.


● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. ist als eine eigenständige Strömung oder „Konfession“ der Weltanschauung des evolutionären Humanismus zu bewerten.


● Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. unterscheidet sich in ihrer Ausrichtung und Grundhaltung grundlegend von anderen Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters weltweit.


● Für andere Kirchen des Fliegenden Spaghettimonsters ist die Religionssatire des Fliegenden Spaghettimonsters und die hiermit verbundene Religionskritik Selbstzweck. Für die Kirche des Fliegenden Spaghettimonster Deutschland e.V. ist diese Religionssatire dagegen lediglich ein Mittel, um ihrem höheren weltanschaulichen Zweck nachzukommen."


Ich bin jedenfalls mehr als gespannt.


Zwei gute Nachrichten habe ich aber gleich für euch. Weil ihr in den letzten Jahren bei unseren Rechtsstreitigkeiten recht spendabel wart und weil wir dieses Mal von der Giordano Bruno Stiftung und dem Institut für Weltanschauungsrecht unterstützt werden, brauchen wir nicht zu einer Spendenkampagne aufrufen.

Statt dessen bitten wir euch aber sehr, die im Mai startende Buskampange 2.0 zu unterstützen, durch direkte Spenden, durch Teilen des Spendenaufrufs, durch aktive Mitarbeit, wie auch immer.

Die andere gute Nachricht kommt vom Institut für Weltanschauungsrecht. Das hilft nämlich nicht nur uns, sondern allen, die bei Rechtsstreitigkeiten grundsätzliche Weltanschauungsfragen berühren und diskriminiert werden. Wer da Sorgen hat, findet dort die richtigen Ansprechpartner und ggf. Übernahme der Kosten.


Deshalb hier der  Aufruf:


Wehrt euch!


Ihr seid nicht mehr allein.

28.03.2019

Das Wort zum Freitag - Verfassungsschutz beobachtet Spaghettimonster



Nein, noch ist es nicht soweit, aber auszuschließen ist es wohl nicht mehr. Zu merkwürdig war das, was Alexander Stier gerade vor Gericht passiert ist. Alexander schildert das auf Facebook so:

"Ich möchte von einer bemerkenswerten Erfahrung berichten. Am Montag, den 25. März war ich als Angeklagter in einem Strafprozess vor dem Amtsgericht Bensheim geladen. Die Anklage lautete: "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten." Die Staatsanwaltschaft behauptete u.a., ich hätte einem Priester der RKK den Totschlag angedroht, und seinem Ministranten ein schweres Verbrechen. Soviel zum Kontext. Jetzt zur Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, namentlich Rüdiger D. Weida, bekannt auch als Bruder Spaghettus. Der Vorsitzende fragte mich ohne jeden erkennbaren Zusammenhang: "Kennen Sie einen Bruder Spaghettus?" Worauf ich mit "ja" antwortete. Darauf kam die Frage: "Haben Sie mit Bruder Spaghettus Kontakt?" Die Frage beantwortete ich ebenfalls mit "ja". Und die letzte Frage lautete wie folgt: "Wie oft?" Dazu sagte ich: "Gelegentlich". Ich gebe den Vorfall unkommentiert zur Kenntnis."

Was sollte diese Nachfrage? Weder das Spaghettimonster, noch unser Verein noch ich selbst waren auch nur im entferntesten Teil des Verfahrens. Eigentlich fällt mir nur eine Erklärung ein, die die Nachfrage des Richters rechtfertigt: der Kontakt wurde entweder als erschwerend oder als entschuldigend für den behaupteten Tatbestand gewertet. Entweder ist Alexander selbst Anhänger einer staatszersetzenden Sekte oder aber unschuldig unter ihren schädlichen Einfluss geraten.

Beidem gemein ist die, immerhin gerichtsrelevante, negative Einschätzung unserer Kirche. Unter diesem Gesichtspunkt ist zu fürchten, die Überschrift oben könnte doch noch wahr werden.

Ganz anders scheint man das allerdings in Erksdorf zu sehen. Dort sind wir seit Jahren beim Fasching dabei. Unsere Truppe, wir sind so zehn bis zwanzig Leute die sich noch aus alten Studententagen kennen, hat dort schon oft einen Kostümpreis gewonnen.

In diesem Jahr gingen wir leer aus, aber nur bei den Kostümen. Nachdem dort der erste Preis vergeben war, gab es erstmalig einen Sonderpreis. Ich wurde auf die Bühne gerufen und bekam den "Preis für das Lebenswerk". Nicht nur, weil der Prinz bei der Verleihung erwähnte, dass ich beim Fliegenden Spaghettimonster bin, war klar, diese Ehrung hat auch etwas mit IHM zu tun.
Auch der Preis selbst, der noch kurz vorher schnell vom Discjokey etikettiert wurde, lässt daran keinen Zweifel.

Danke, Erksdorf, bis 2020 ein kräftiges Ekka, Ekka, He-He-He


Was wir wirklich für eine dufte Truppe sind, davon konnte man sich am letzten Sonnabend bei der Nudelmesse der Spreeräuber im Knofel überzeugen. Gut, dass wir dort Stammkunden sind. Immerhin waren statt der angemeldeten 15 Personen dann 22 da. Ein Tisch wurde noch schnell dazu gestellt, allerdings mit der Bemerkung, der wäre in zwei Stunden bestellt. 


Bis dahin hatte sich dann aber eine andere Lösung gefunden. Wir konnten in Ruhe essen und unsere Messe zelebrieren. Dabei waren einige Gäste sehr interessiert und ließen sich sogar ein Textblatt geben, um gemeinsam mit uns zu singen. 


Als wir dann nach dem Heiligen Abendmahl noch Flyer anboten, wurden uns an jedem Tisch dankbar welche abgenommen. Ein englisch sprechendes Pärchen bemerkte sogar stolz, es hätte auf dem Smartphone schon unsere Website gefunden.

Auf, zur nächsten Nudelmesse. Wenn es wieder so weit ist, gibt es den Termin dann hier. Die Bitte, dass sich dann möglichst alle auch anmelden, gibt es schon mal jetzt. Es ist doch einfacher, für uns und für das Restaurant.


21.03.2019

Das Wort zum Freitag - Bruder Spaghettus bei Teckel TV


Schön war´s beim Teckel TV. Tolle Kneipe, tolle Gäste, ein super vorbereiteter Moderator und interessante Unterhaltungen. Mit Oliver Bröcker z. B., der mir erzählt hat, wie begeistert er war, als er vor zwei Jahren bei einem Dreh in Templin unsere Nudelmessenhinweisschilder gesehen hat. Die Flyer und Aufkleber gingen weg wie warme Semmeln und auch für das eine oder andere Selfie war ich gefragt. Ein rundum schöner Abend, da hat sogar der Zigarettenrauch weniger gestört als sonst.

Ich hoffe, ihr könnt etwas davon nachvollziehen. Das Wort zum Freitag gibts heute als Video:



15.03.2019

Das Wort zum Freitag - Zahlengesichter - Gastbeitrag BfG Bayern

Ahoi,

Nachdem ich es vor zwei Wochen nicht geschafft habe ein Wort überhaupt zu veröffentlichen hier erst mal ein Gastbeitrag der uns aktuell erreicht hat.

Wie ihr schon dem Video entnehmen könnt geht es um den Missbrauch in der kath. Kirche. Insbesondere im Bistum Regensburg. Aber was schreibe ich hier lange rum. Entert doch einfach die Seite die das Bistum... äh, der Bund für Geistesfreiheit erstellt hat (hier noch das langweilige kath. Original).

Mir gefällt die Aktion jedenfalls auf den ersten Blick sehr, ich werde auch noch die eine oder andere Minute auf der Seite lesen. Danach kann man hier auch noch eine Petition unterzeichnen.

Ohne viele Umschweife noch ein verhältnismäßig trockenes, piratiges Wochenende.

07.03.2019

Das Wort zum Freitag - Gottes missbrauchte Dienerinnen



Eigentlich hatte ich ein anderes Thema für heute. Aus aktuellem Anlass habe ich das verschoben: Ich habe mir gerade den gleichnamigen Bericht von arte angesehen. Den sollte jeder gesehen haben. Zeit dafür ist noch bis 03.05.19, dann wird er aus der Mediathek genommen.

Mich hat der Bericht erschüttert, ich bin immer noch leicht aufgewühlt. Klar, der Missbrauchsskandal an Kindern ist vielleicht noch heftiger. Aber das kann und sollte man erstens nicht gegeneinander aufwiegen, und zweitens kam der scheibchenweise, wirkte also nicht ganz so wie Dampfhammer.


Arte hat sich 1:36 h Zeit genommen, um jahrelange Recherchen schlüssig zusammen zu fassen. Das von vorn bis hinten völlig glaubwürdig. Besonders gelungen fand ich die Darstellung, wie dieser sexuelle Missbrauch von Nonnen bis hin zur Zwangsprostitution institutionalisiert war. Seit mindestens 20 Jahren lagen erste Anzeigen beim Vatikan vor. Wie bei den Kindern wurde auch hier alles gedeckelt. Nonnen, die schwanger wurden, mussten ihre Kinder zur Adoption frei geben oder abtreiben. Oft wurden sie anschließend von ihren Orden ausgeschlossen und saßen mittellos auf der Straße. Eine besondere Form des Missbrauchs gab es in Aidsgebieten. Da konnten die armen Priester aus Furcht nicht mehr zu Prostituierten gehen, also mussten die Nonnen ran. Kann man doch verstehen, oder? Die, denen das gemeldet wurde, hatten jedenfalls Verständnis. Für die Priester, versteht sich, nicht für die Nonnen.


Das führt mich zum nächsten Punkt. Arte hat es hervorragen verstanden klar zu machen, warum die Opfer im kirchlichen Gefüge nahezu chancenlos waren. Das Gemenge von gewohnter Unterordnung, Gelöbnis, äußerem Druck und Liebe zu Kirche bzw. zu Jesus war zu dicht. Beeindruckend war da die Aussage einer deutschen Ordensfrau. Für sie war nicht die Vergewaltigung das Schlimmste, sondern der Verlust der Jungfräulichkeit. Die hatte sie Jesus versprochen. War sie nun noch seine Braut? Hatte sie ihn verraten? Bei mir kam nie der Gedanke auf: selbst schuld, warum seid ihr in dem Verein. Dafür eine Menge Verständnis.


Aber auch eine Menge Wut. Auf die Täter, auf die Verschweiger, auf die Institution und auf den Papst selbst.

Der war zwar auf Druck von außen bereit, sich mit zwei Opfern zu treffen, allerdings nur im Geheimen. Also genau das, was alle anderen vor ihm auch schon gemacht haben: sich entschuldigen aber nicht dazu stehen und, vor allem, nichts ändern.

Für mich ist klar, diese weltgrößte Verbrecherorganisation Kirche ist nicht reformierbar. Zu stark sind die Seilschaften, zu stark der Drang, nach außen makellos da zu stehen und viel zu gering der Wunsch, wirklich etwas ändern zu wollen. Auch beim ehemaligen Hoffnungsträger Papst Franziskus.


Da hilft wirklich nur noch eins, das zu tun, was man mit kriminellen Organisationen tut: sie zerschlagen. Bei der Mafia versucht man das schon lange. Die Kirche ist noch schlimmer und das schon ewig. Raub, Betrug, Erpressung, Mord, alles wird geboten. Sie muss aufgelöst werden, ihr Vermögen ersatzlos eingezogen, die Archive geöffnet und Täter bestraft.


Leider eine Utopie. Überall ist die Kirchenlobby am Werk und mit der Politik verwoben. Aber wir können eins klar machen:


Wer diese Kirche in irgend einer Weise fördert, unterstützt eine kriminelle Vereinigung.


Egal ob Staaten ihr finanzielle Zuwendungen, Begünstigungen oder Sonderrechte gewähren, egal ob Privatleute für die Kirche werben, sie verteidigen oder für sie spenden, sie alle machen sich mitschuldig an ihren Verbrechen.


Wenn wir das immer mehr in die Köpfe bekommen, haben wir schon einiges geschafft.

21.02.2019

Das Wort zum Freitag - Hoher Besuch aus Nischni Nowgorod



Endlich angekommen. Michail und Maxim waren trotz Strapazen gut drauf. Es waren schon Besucher aus vielen Ländern hier, aber immer in Verbindung mit einem Aufenthalt in Deutschland. Anders die beiden Brüder, die waren tatsächlich, nur um nach Templin zu kommen, nach Berlin geflogen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie überredet das zu tun, wenn alles schön grün ist und man gemütlich draußen sitzen kann. So haben sie dann doch etwas gefroren und konnten gar nicht so recht verstehen, warum es mir gefällt, so weit draußen zu wohnen. 



Natürlich ging es erst einmal in die Kirche zur Besichtigung. Nach einer kurzen Aufwärmung, mit ersten Getränken in der Küche, war dann die Messe dran. Wir wollten die auch filmen, ich habe meine Kamera aufgestellt und auf den Knopf gedrückt. Leider war es nicht der für den Film, sondern für Bilder. Vielleicht hatte das auch was Gutes, so bleibt euch mein Radebrech-Englisch erspart.




Nach der Messe gabs die Gastgeschenke. Von uns unsere Bandanas, CDs, Flyer, Aufkleber und Button....



...von Nischni Nowgorod schöne Magnettafeln mit dem Monster und die Mitgliedsurkunde für mich. 


Damit war der offizielle Teil vorbei. Maxim wollte unbedingt mal in ein typisch deutsches Restaurant. Die große Auswahl haben wir da nicht in Templin, aber genau so hatte er es sich unseres vorgestellt und das Essen kam gut an. 

Vor allem hatten wir nun aber auch einmal Zeit, uns über unsere länderspezifischen Voraussetzungen und Ansichten zu unterhalten. 


In Nischni Nowgorod gibt es die wahrscheinlich weltweit zweite Kirche des FSM. Es ist eine Bar, die Michail betreibt und die voll auf Pastafari ausgerichtet ist. Jeden Freitag trifft sich dort die örtliche Crew. Auch in Russland gibt es Piraten, aber die Mehrzahl steht auf Nudelsieb.  Ist ja gar kein Problem, sondern sogar gut, wenn das Pastafaritum so etwas beliebig wird, meinte Michail. Schließlich haben wir keine Dogmen, also können wir tun und lassen, was wir wollen. Vielleicht habe ich ihn mit meiner Meinung, keine Dogmen zu haben bedeutet nicht, keine Regeln zu haben, doch ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Keine Dogmen zu haben bedeutet nur, seine Regeln immer wieder zu prüfen und bei neuen Erkenntnissen oder Bedingungen entsprechend anzupassen. 


Interessant ist auch der Kirchenaufbau in Russland. Eine gemeinsame Kirche gibt es dort nicht, nur verschiedene örtlich anerkannte Gruppen. Erst, wenn die 10 Jahre lang bestanden haben, kann daraus eine landesweite Kirche werden. Deshalb, und wegen Uneinigkeiten unter den Gruppen, gibt es auch keinen Pastarchen für ganz Russland. Ein erster Versuch scheiterte daran, dass der gewählte Kandidat erst 17 war. Das führte zu Protesten und zur Abwahl. Zur Wahl eines neuen kam es nicht mehr.

Die Gruppe um Michail und Maxim ist auf jeden Fall die aktivste im Land und so wohl Michail als Pastarch von Nischni Nowgorod auch die wichtigste Ansprechperson für Russland. Außer unserer Sveti Spaghetti natürlich, die auch diesen Kontakt zu Stande gebracht hat.


Zum Abschied musste selbstverständlich noch ein Bild mit den Nudelmessehinweisschildern her. Ohne das ist kein Templinbesuch perfekt.






Wer sich noch mehr für die russischen Verhältnisse interessiert und etwas die Sprache kann, sollte sich hier umsehen:  http://xpalmm.ru

Aber auch Bilder gucken lohnt sich da.

Hier zum Abschluss noch einen Bericht von Michail über seinen Besuch hier.


edit: Nachdem Michail dieses Wort gelesen hatte, hat er mir noch ein Bild von unseren Gastgeschenken geschickt. Die waren eigentlich zum Gebrauch gedacht, aber nun hängen sie, ordentlich gerahmt, als Decko an der Tempelwand.



Macht irgendwie auch richtig was her.







15.02.2019

Das Wort zum Freitag – „Religion und Humor“ oder auch „Das Leben ist ein Heidenspaß“



An den Universitäten enden die Semester, die Klausuren beginnen, darum auch das Wort etwas später als normal.
Ich möchte hier etwas tun, was sonst hier nicht getan wird. Diese Woche wurden die Trilogverhandlungen zu Artikel 13 der europäischen Urheberrechtsreform abgeschlossen.
Quelle
Viele Nutzer des Internets sehen darin eine große Bedrohung. Hier gibt es einmal die change.org-Kampagne und einmal die Möglichkeit die Abgeordneten direkt zu kontaktieren.
Innerhalb der Anhängerschaft ist ja durchweg gebräuchlich sich im World Wide Web zu bewegen und auch parodistische Inhalte zu erstellen und zu teilen, dies könnte durch die Einführung des Artikel 13 in seiner derzeitigen Form eingeschränkt werden. Da die Kirche ihre Ursprünge nun mal im Internet hat gilt es aus meiner Sicht dieses zu schützen. (Wobei ich es auch gut fände, wenn die Konkurrenz der christlichen Kirchen wegen Kopien unserer Werke etwas eingeschränkt würde.)
Kommen wir zurück zu Themen der Kirche:
  • Jens Spahn, man kann dem Herrn Spahn ja vieles vorwerfen, aber Vernunft sicher nicht. Vertritt er doch seinen Glauben voll und ganz (ebenso: Thema Abtreibung), so wechselt er sobald es um ihn selbst geht auch gleich die Perspektive. Die vermeintlich erste gute Initiative kommt jetzt mit dem Verbot der "Konversionstherapie" (vgl. taz). Plötzlich kritisiert er auch die Haltung der Kirche, aber statt Konsequenzen zu ziehen bleibt er lieber den Kirchen treu ergeben und fährt ihre Linie wo es für ihn persönlich nur irgendwie möglich ist. Das Motto lautet hier wohl "Freiheit ist stets meine Freiheit über der der anderen."
  • Auch hier ein zweiter Werbeblock: In Frankfurt gibt es am 26.02.2019 einen kostenlosen Themenabend mit der Frage: "Darf man Über(sic!) Religion spotten?" Vielleicht finden sich ja ein paar Piraten um gemeinsam vollkommen ernst dem Gespräch zu lauschen und sich auch selbst einzubringen. Es sieht ja zumindest bei der Teilnehmerliste(unter anderem Dr. Michael Schmidt-Salomon) so aus als ob das kein abgekartetes Spiel wäre.
  • Zuletzt zur Entwicklung des Vereins. Wir nähern uns gerade (trotz einiger Austritte) der Mitgliedernummern in der oberen Hälfte der dreistelligen Zahlen, ich bin zuversichtlich die 500 noch im ersten Halbjahr 2019 zu vergeben. Deshalb wird es auch mal Zeit die Anregung der Titel die im Zuge der letzten Mitgliederversammlung aufkam umzusetzen. Schreibt gerne eine Mail wenn ihr Vorschläge habt wie wir die Positionen benennen wollen und wenn wir schon dabei sind, habt ihr eine Idee wie ihr die 500 feiern wollt? Soll die Nummer 500 etwas besonderes bekommen? Sagt eure Meinung.

07.02.2019

Das Wort zum Freitag - Aktiver Ruhrpott



Von nah und fern segelten Pastafaris an, sie kamen aus dem Ruhrgebiet und Iserlohn, Düsseldorf, Wuppertal sowie Köln. Standesgemäß waren viele als Piraten gekleidet, die Anderen trugen zumindest die Insignien unseres nudeligen Monsters.


Im Restaurant "Mathes Nudeltöpfchen" war schon alles für ein gemeinsames Nudelmahl und die Nudelmesse vorbereitet. Ein mit maritimen Bildern geschmückter Raum bot genügend Platz, denn zu diesem Treffen heuerten 15 Pastafaris an. Vor kurzer Zeit erst vom FSM erleuchtete Pastafaris trafen nun auf erfahrene Seebären und Piratinnen.

Nach einer gelungenen Vorstellungsrunde konnte die Nudelmesse starten. Nudler war wieder Bruder Stellinus. 
Nach einem gemeinsamen Monsterunser ging es für die Besatzung auf eine spannende Schatzsuche: 
Da leider kein Schiff zur Suche bereit stand (ist in Wuppertal auch kaum möglich :)), stellte der Nudler den Piraten drei Schatzfragen aus dem Piratenleben. So konnten die Pastafaris sich vor unserem lieben Monster als wahre Anhänger beweisen. Da zu allen Schatzfragen die Lösungen genannt werden konnten, bekamen die erfolgreichen Schatzjäger je eine Flasche standesgemäßen "Störtebeker"- Bieres.



Anschließend wurde im Rahmen der Predigt das Thema "Was ist im Pastafaritum heilig?“ ausführlich erläutert.




„Im Evangelium nach Bobby Henderson taucht im Zusammenhang mit dem Pastafaritum nur die Kapitelüberschrift „Die Heilige Nudel“ auf. Hier wird die Schöpfungsgeschichte erklärt. Alle anderen Erwähnungen beziehen sich nur auf andere Religionen.

Die ALWMs geben uns aber Hinweise:
„I. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls manche Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Außerdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema. 
II. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/ oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.“

Der Sinn dieser ALWMs kann gedeutet werden als: 
„Heilig – unheilig? Rein – unrein? - Dies sind im Zusammenhang mit dem FSM vollkommen irrelevante Unterscheidungen!“

Führen wir nur einmal ein kleines Gedankenexperiment durch:
Wir nehmen an, dass das Nudelwasser für die in der Nudelmesse verwendeten Nudeln „heilig“ wäre. (Per Definition und Sprachgebrauch kann etwas nur heilig oder unheilig sein. „Ein wenig heilig“ geht ebenso wenig, wie „ein wenig schwanger“!) 
Bei einem Nudelmahl in der Nudelmesse würde nun ein Becher mit „heiligem“ Nudelwasser verwendet. Mit dem „heiligen“ Nudelwasser würde die „Heiligkeit“ (Was auch immer dieses"heilig" sein mag!) auf den Pastafari übertragen. Wir hätten nun „heiliges“ Nudelwasser, einen „heiligen“ Pastafari und ein „heiliges“ Nudelwassergefäß, denn auch dieses wäre da vom „heiligen Nudelwasser“ berührt. Würde nun der Rest des Nudelwassers ausgegossen, so wäre der Ausguss ebenfalls „heilig“ und natürlich auch die Kanalisation, durch die das „heilige“ Nudelwasser fließt. Im Weiteren würden dann auch die Kläranlage, der aufnehmende Fluss, das aufnehmende Meer und die aus dem Meer aufsteigenden Wolken „heilig“. Diese Wolken würden dann natürlich „heiligen“ Regen auf die Welt regnen. 
Die Folge: 
Nach kurzer Zeit ist die gesamte Erde heilig! Eine wirklich skurrile Idee; denn damit verliert dann die Unterscheidung „heilig – unheilig“ vollkommen den Sinn. 

(Übrigens: Andere Religionen stehen „wirklich“ vor diesem Problem und müssen daher genaue Regeln befolgen, wie sie mit religiösen (d.h. magischen) Handlungen die „Heiligkeit“ von Objekten wieder entfernen. (Also im Klartext: Mit „magischen Handlungen“ wird eine Fähigkeit eines Gottes nachgeahmt – zum Beispiel  eine Kirche für die religiöse Nutzung zu weihen - , um dann mit einer weiteren „magischen Handlung“ die erste Handlung wieder ungeschehen zu machen, wenn die Kirche nicht mehr eingesetzt wird. Geschieht diese Entweihung nicht, würden bei einem Abbruch der Kirche "heilige Steine" zur Deponie gefahren!)

Darüber hinaus wird der Begriff „heilig“ in fast allen Religionen dazu genutzt, sich selbst und seine Ansichten, Gebäude und Gebräuche zu erhöhen und unangreifbar zu machen. Wer immer wagt „Heiliges“ anzugreifen gilt als Ketzer und darf von den Gläubigen verfolgt werden. (Siehe Mohammed-Karikaturen oder die christlichen Ketzer des Mittelalters wie z.B. Giordano Bruno.) 

All diese Überlegungen führen uns dahin, dass dem Sinn der ALWMs I und II klar widersprochen wird. Daher hat „Heiligkeit“ im pastafarianischen Glauben kein Platz!

Unser liebes Monster sieht also in unserem Glauben keine Notwendigkeit für heilige Dinge, heilige Rituale oder heilige Menschen!“


Nach dem Glaubensbekenntnis zu unserem Monster begann die schon lang erwartete Kommunion mit Bier und Nudeln. Zum Ende der Nudelmesse hörten die Piraten die Lesung aus dem Evangelium unseres Propheten Bobby zum Thema "Grog"!

Da unsere Kaperfahrer nun auch genügend Durst und Hunger hatten, wurde es im Anschluss doch teilweise recht ruhig, denn die köstlichen Nudelgerichte und Nudeltöpfchen wurden zu den großen Bierhumpen gereicht.

Aber dann ging es erst richtig los: die Schiffsjungs und -mädchen hatten Fragen und bekamen viele viele Antworten. Gemeinsame Treffen wurden vereinbart (Piratenmarkt auf Burg Blankenstein), Informationen ausgetauscht und die Leistungsfähigkeit der 3-D-Drucker bewundert (auf den Tischen lagen verschiedene Piratenfische, Embleme unseres lieben Monsters, Untersetzer in Monsterform u.ä.).

Nach dreieinhalb Stunden ging ein piratiger, monstermäßiger Abend zu Ende.

Ein Beitrag von Bruder Stellinus.