31.07.2020

Das Wort zum Freitag - Aber die Kirchen tun doch so viel Gutes


Die Zeiten der Volkskirche sind vorbei. Noch nie gab es so viele Kirchenaustritte wie im letzten Jahr. Kirchenvertreter sind besorgt und versuchen mit vielen Mitteln gegenzusteuern, im Kirchenkreis Mecklenburg werden sogar 42 Kirchen zu zeitweiligen Kinosälen. Es scheint alles nichts zu helfen, fast die Hälfte der verbliebenen Schäfchen denkt trotzdem daran, die Herde zu verlassen.

Auf der anderen Seite organisieren sich immer mehr Humanisten auf verschiedensten Ebenen. In ihren Organisationen wachsen die Mitgliederzahlen.

Trotzdem scheint beides den Einfluss der Kirchen auf die Politik nicht zu mindern, sondern eher noch zu stärken. Liegt es daran, dass trotz des Wachstums bei den Humanisten deren Gesamtzahl, der Förderkreis der giordano bruno stifung z.B. hat gerade die 10.000erMarke geknackt, im Vergleich doch noch niedrig ist?
Sie können also noch lange nicht den Druck auf die Politik ausüben, wie es der riesige kirchliche Lobbyistenapparat tut.

Mir scheint das nicht die einzige Ursache zu sein. Bald werden die Konfessionslosen bundesweit in der Mehrheit sein, in manchen Großstädten sind sie es schon jetzt. Ob nun aus traditionell geprägt, als Folge der geschickten kirchlichen Selbstdarstellung oder einfach aus Unwissen über tatsächliche Gegebenheiten, für viele ist klar: Die Kirchen tun doch so viel Gutes.

Es stimmt, die Kirchen tun auch Gutes. Aber sie tun es vor allem mit dem Geld der Anderer, vor allem der öffentlichen Hand. Caritas und Diakonie geben nicht einmal 2% an Eigenmitteln für die Arbeit des jeweiligen Sozialkonzerns auf. Verschwindend wenig für den ungeheueren Werbeeffekt, den sie damit für sich erreichen. Ganz abgesehen davon, dass Kirche auch einiges tun, was sich als überaus schädlich für die Gesellschaft erweist. Das dürfte das Gute zumindest neutralisieren.

Noch ein zweite Ansicht ist bei Konfessionslosen oft zu beobachten: Ich bin nicht gläubig, was geht es mich also an, was die machen?

Auch hierfür könnte mangelndes Wissen die Ursache sein. Die Kirchen sind so fest in den Gesetzgebungsprozess in Deutschland eingebunden, dass sie über diesen Weg das Leben aller, nicht nur das der Gläubigen, beeinflussen. Ganz massiv sieht man das beim Ringen um die Präimplantationsdiagnostik, damals wie heute. Man sieht es in der Debatte und in der Praxis der Schwangerschaftsunterbrechung und man erkennt es im Ringen um ein selbstbestimmtes Sterben.

Das sind nur die wichtigsten Beispiele, die Kirche hat wirklich überall ihre Finger im Spiel. Oft sogar so, dass selbst ihre Mitglieder nicht damit klar kommen, und dann sagen ausgerechnet Humanisten: "Ach, was geht es mich an, was die Kirche macht?"

Erst wenn wir es schaffen, immer mehr Konfessionlose aus dieser passiven Haltung in eine aktive zu bringen, werden wir es auch schaffen, den Einfluss der Kirchen auf die Politik und damit auf die Gesellschaft spürbar zu vermindern.

23.07.2020

Das Wort zum Freitag - Scientology Sex Skandal

aus der Reihe "Oldies but Goldies"



Unfassbar! Uns wurde ein Foto zugespielt, das ein völlig neues Licht auf den Umgang Scientologys mit Sex wirft.

Bisher war nur bekannt, ST nutze Wissen über sexuelle Details dazu, Gegner zum Schweigen zu bringen. Bei Nicole Kidman z.B. Der Sohn Ron L Hubbards wird sogar zitiert: «Du hast die volle Kontrolle über jemanden, wenn du jedes Detail über sein Sexleben und seine Phantasien aufgezeichnet hast. Der Fokus liegt bei Scientology auf Sex. Sex, Sex, Sex.»

Wie lässt sich nun dieses schockierende Foto einordnen? Kommen nun über führende Mitglieder der Sekte selbst Details ans Licht, die geeignet sein könnten, sie für ihre Funktion untragbar zu machen, ja die ganze Organisation in einen Strudel zu reißen? 

Ein führendes Mitglied der Sekte, Sabine Weber, Vizepräsidentin der Scientology Deutschland in Berlin, ist dort klar und eindeutig zu erkennen. Lächelnd und offensichtlich glücklich. In einer Umgebung, in der von ihr alles andere zu erwarten wäre. Die Erklärung, dass sich Sabine einfach was Flottes fürs Schlafzimmer ausleihen wollte, ist wohl kaum glaubhaft.

Leider ist es uns nicht gelungen, unserem Informanten mehr als dieses Bild zu entreißen. Mehr als die 200.000 Euro aus unserer Portokasse, die ihm viel zu wenig waren, wollten wir dann doch nicht für nähere Hintergrundinformationen ausgeben.
Wozu auch. Die Fragen, die nun unbedingt gestellt werden müssen, können auch so gestellt werden:

Was macht S. in solcher Umgebung? 
Was hat es mit den 20.000 Sexvideos auf sich? 
Sind das welche von deutschen Bürgern die damit gezwungen werden sollen, ST als Religion, als Kirche, gar als von SEINEN nudligen Anhängseln getragen, hinzustellen? 
Oder sind es Videos von Sektenmitgliedern um die am Ausstieg zu hindern? 
Sind es gar Videos von Mitgliedern aus dem innersten Kreis die diese im internen Machtkampf einsetzen wollen?
Aber warum befinden sich diese Videos dann im Verleih?

Natürlich kann alles auch ganz anders sein. Es könnte sich um wissenschaftliche Videos von Paarungsversuchen Außerirdischer handeln. Um eine Versuchsreihe Xenus den Sex seiner Untertanen so zu gestalten, dass Nachwuchs ausgeschlossen ist. Um Lehrvideos sozusagen, die ihm sein Problem der Überbevölkerung vom Hals schaffen sollten. Dann macht es auch Sinn, dass sich die Videos im Verleih befinden. Ihr wisst schon, warum. :-))
Bis heute gibt’s viel zu viel Scientologen.

Erstveröffentlichung am 16.06.2008

16.07.2020

Das Wort zum Freitag - Der Trutzorden der Weisen Retter des Heiligen Glases



Einer ergreifenden Zeremonie durften die Teilnehmer der Nudelmesse letzten Freitag in Templin beiwohnen.

Bojenkommandant Holger musste vor den Nudler treten. Der hatte das Zeremonienschwert in der Hand und forderte ihn auf, sein Haupt zu senken. Nach je zwei Schwertschlägen mit der flachen Klinge auf beide Schultern und gegen die Stirn kamen von Bruder Spaghettus die entscheidenden Worte:

"Nun, Bojenkommandant Holger, erhebe dein Haupt als "Großer Spaghettone des schäumenden Hefegetränks vom Trutzorden der Weisen Retter des Heiligen Glases"" )*. Das Große Konklave der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland hat beschlossen, dich für deine Verdienste um die Gestaltung unserer Webseite als vierten Retter in diesen uralten pastafarianischen Orden aufzunehmen."

Ich könnt euch sicher vorstellen, wie berührt der vorher nichtsahnende Bojenkommandant war. Nun steht er an der Seite der Großen Spaghettona des schäumenden Hefegetränks Elli Spirelli und Farfallina Carbonara sowie des Großen Spaghettone des schäumenden Hefegetränks Dr. Winfried Rath, die bereits 2016 anlässlich des 10jährigen Bestehens unserer Kirche in den Orden aufgenommen wurden.

Mögen Seine nudligen Anhängsel sie alle Zeit sanft berühren, sie stärken und immer den rechten Weg finden lassen.







)*  Orden haben in den Kirchen eine lange Tradition. Begründet wurde die, es wird niemanden wundern, wieder einmal von den Urpastafari, und zwar genau mit dem "Trutzorden der weisen Retter des Heiligen Glases".

Anlass war der Urknall. Ihr erinnert euch, unser liebes Monster hatte sich nach der Schaffung der Erde am Biervulkan verlustiert. So sehr, dass es aus seinem Bettchen fiel, auf das Firmament knallte und so den Urknall schuf. Das hat ein paar Piraten nachdenklich gemacht. Wo ist den jetzt das Glas, aus dem ES sein Bier geschlürft hat? Dieses Glas, benutzt von IHM, muss doch etwas ganz besonderes sein. Was, wenn es den Pinguinen oder den Kleinwüchsigen in die Hände fallen würde? Das darf nie geschehen und um das zu verhindern, war der Orden eine einleuchtende Lösung. Doch davon ein andermal mehr, das ist eine Geschichte für sich.

Was aber noch interessant ist, irgendwie ist zwar der Orden in Vergessenheit geraten, aber die Geschichte eines besonderen, von einem Gott genutzten Trinkgefäßes hatte sich, wenn auch in einer völlig absurden Art, erhalten. Die Ungläubigen gründeten einen neuen Orden, um dieses Gefäß zu suchen. Wahre Wunderdinge versprachen sie sich von ihm. Allein, gefunden haben sie ihn nie, trotz ihrer großen roten Kreuze auf ihren Gewändern. Die gehen übrigens auf die alte Sitte zurück, Töpfe, Kannen und große Gläser auf die Zäune an den Häusern zu stülpen. Waren da noch Rotweinreste drin, färbten die das Holz. Rote Kreuze stellen also einen Zaunspfahl und ein Stück der Querhölzer dar, an denen die festgemacht sind.

Na, da habt ihr wieder was dazu gelernt, stimmts?
Mich würde es freuen.

09.07.2020

Das Wort zum Freitag - Marias Sohn

aus der Reihe "Oldies but Goldies"



Meine heutige Geschichte geht weit zurück, sie trug sich zu, als es die Zeitrechnung noch gar nicht gab. Es gab aber schon Pastafari. Die wussten das noch nicht, hatte ES sich doch noch gar nicht offenbart. Zu allen Zeiten gab es aber schon Menschen, die nach Seinen flauschigen moralischen Standards lebten. Manchmal waren es sogar welche, die offiziell zu anderen Religionen gehörten. Von solch einer Pastafarina erzähle ich euch jetzt.

Zu jener Zeit gab es viele Religionen. Jeder lebte seinen Glauben nach dem vermeintlichen Willen seines Gottes oder aber nach seinem eigenen. Berührungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen gab es ständig und auch entsprechenden Austausch. Nur eine Gruppe, die Juden, wollten lieber unter sich bleiben. Das war für die anderen kein Problem, denn die strengen Regeln des Judentums sagten ihnen nicht im geringsten zu. Allerdings konnte es gelegentlich schon vorkommen, dass ein besonders hübsches Judenfräulein einem stattlichen Piraten zur Verlockung wurde und er sie letztlich zum Weibe nahm.

Auch Maria, eine bildhübsche Jüdin, war auf dem besten Wege, sich so einen Ritter der Meere zu angeln. Sie war jung und lebenslustig. Ihr genügte es nicht mehr, gierige Männerblicke auf sich gerichtet zu sehen. Sie wollte endlich wissen, wie es ist, mit einem Manne zusammen zu sein und sich dem Liebesrausch mit Haut und Haaren hinzugeben. Leider gab es in ihrer Religion da so manch unüberwindbares Hindernis. Keusch sollte aber wollte sie nicht sein. Sie hielt die Augen offen nach einem Manne, der sich über alle strengen Regeln hinweg setzen würde und begegnete eines Abends einem Piraten auf Landgang. Sie plauderten und flirteten. Schnell stellte Mary fest, dass dieser junge Mann ganz anders war, als die, die in ihrem Umfeld zu finden waren. Das gefiel ihr, das wollte sie und so ging sie mit ihm in sein Quartier und verbrachte die Nacht mit ihm, endlich am Ziel ihrer Wünsche angekommen. Ansgar, der Pirat, freute sich über seine besonders hübsche und gar nicht zimperliche Freundin, die ihn nun immer wieder besuchen kam. Doch das Glück hielt nicht lange an.

Auch andere Burschen des Dorfes bemerkten Marias Schönheit und wollten ebenfalls mit ihr zusammen sein. Die war sehr geschmeichelt und neugierig, wie die Freuden, die sie gerade erst entdeckt hatte, wohl mit weiteren Männern wären. Bald siegte ihre Neugier und sie wendete sich auch anderen Freibeutern zu. Sie lebte wie in einem Rausch und bemerkte zu spät, dass sie sich bald einen Ruf einhandelte, wie sie ihn lieber nicht haben sollte. Es kam, wie es kommen musste, sie wurde schwanger.

Nun war guter Rat teuer. Sie brauchte einen Partner, der sie zur Frau nahm und für sie und das ungeborene Kind sorgen würde. Dazu hatten die Burschen, die sich zuvor gern mit ihr vergnügten, nun aber nicht die geringste Lust. Es gab aber eine Sitte zu jener Zeit, dass allen, die ein Kind gezeugt, sich aber nicht zu ihm bekannt hatten, die Vorhaut abgeschnitten wurde, damit sich diese Jünglinge nicht mehr in dem Maße am Sex erfreuen konnten, wie es das Spaghettimonster vorgesehen hatte. 



Die Juden, die gemerkt hatten, wo Maria immer hin gegangen war, wollten deshalb das ganze Seeräuberdorf umstellen, allen 200 Männern die Vorhäute abschneiden und diese dem zum Brautgeschenk machen, der Maria heiraten würde.

Als das Monster das vernahm, kippte es vor Schreck fast vom Firnament. Am folgenden Tag besah es sich die liebe Maria aus der Nähe, beobachtete sie eine ganze Weile und merkte, wie sie immer noch heftig mit jedem Piraten schön tat, der ihr in die Quere kam. Als sich endlich eine Gelegenheit bot, sie allein anzutreffen, zeigte ES sich ihr und richtete vier Worte an sie: „Sag mal, gehts noch?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, packte unser Fliegendes Spaghettimonster sie mit Seinen Nudeligen Anhängseln und setzte sie dort ab, wo sie her kam. Nicht jedoch, ohne ihr eine Geschichte ins Ohr zu flüstern.


Maria lächelte, und jeder, der dieses Lächeln sah, musste ihr alles glauben. So hatte ES es gefügt. Sie suchte sich eine Höhle, die sie vom Ziegenhüten kannte. In die Krippe, die dort noch stand, legte sie nach einer völlig schmerzfreien Geburt ihren Sohn, den sie Jesus nannte.

Erstveröffentlichung 26.12.2013

03.07.2020

Das Wort zum Freitag - Freiluftsaison eröffnet



Es war verrückt. 
Für letzten Freitag gab es Anfragen von zwei Gruppen und einem Einzelkämpfer zur Nudelmesse. Da mussten wir uns was einfallen lassen. Weil unsere Kirche zu klein und die Abstandsregelung zu groß ist, wird es mit der Standardmesse immer noch nichts. Aber der Wetterbericht hatte Sonne versprochen, und wir deshalb eine Messe im Freien.

Die zweite Gruppe, vier Jungs mit ihren Mopeds, kamen dann allerdings erst mit mehr als 2 Stunden Verspätung. Ihr Bikerhotel hatte morgens die Türen gut verschlossen und ehe sie geöffnet wurden, war schon einige Zeit ins Land gegangen. Für sie, die nun sowieso Zeitdruck hatten, gab es nur eine Besichtung. Mit allen anderen haben wir pünktlich begonnen.


Natürlich gab es auch hier erst eine Kirchenbesichtigung. Dabei musste ein wichtiger Akt vollzogen werden: Die Gäste dürfen sich immer vom Altar das Bier wählen, das später beim Heiligen Abendmahl verwendet wird. 


Ansonsten lief fast alles wie auch die Messen in der Kirche. Eröffnet wurde sie mit dem Ruf des Nudelsiebes.



Nach der Lobpreisung der Reliquien kam das gemeinsame Glaubensbekenntnis, natürlich mit der entsprechenden Haltung der Hand.


Nun waren alle zum Heiligen Abendmahl befähigt und wir starteten mit Nudeln von Seinen nudligen Anhängseln










Zum Runterspülen folgte Bier von Seinem Biervulkan. Ihr seht, bei uns gibt es keinerlei kannibalistische Tendenzen. Unser Abendmahl ist auch für Veganer geeignet.





Hier gab es eine Abweichung zur Standardmesse. Wegen Corona bekam jeder sein eigenes Trinkgefäß.











Alle hatten ihre Kehlen gut befeuchtet und deshalb klappte es auch wirklich prima mit dem künstlerischen Höhepunkt der Messe. Wir sagen gemeinsam die ersten beiden Strophen des Liedes Nr. 9 aus dem Pastafarianischen Liederbuch, "Ein bissfest Burg ist unser Gott" von Dr. Martin Nudler aus dem Jahre 1515.



Zum Abschluss wie immer das MonsterUnser. 



Anschließend, inzwischen waren noch zwei weitere Gäste und ein Hund eingetroffen, gab es noch eine längere Diskussionrunde unter dem Nußbaum. Man sieht es an den Gesichtern, da wurde es auch mal ernst. Hier ging es wohl gerade um die vielen Privilegien der Kirchen, vielleicht auch um die Verfolgung von Andersgläubigen durch Christen und die massive Ausrottung anderer Religionen unter Theodosius

Letztlich waren doch alle wieder fröhlich, die Gruppe hat sich noch mal per Mail für das Highlight ihres Urlaubs bedankt und der Radfahrer ist inzwischen Vereinsmitglied geworden. Das macht Mut für die Zukunft.

Deshalb verkünden wir hiermit: 

Für alle Gruppen, die sich anmelden, gibt es trotz Corona eine Freilandnudelmesse.....so lange es das Wetter zulässt. Bei der Genauigkeit der heutigen Wetterberichte weiß man das zwei Tage vorher schon recht sicher. 

Bis denne



02.07.2020

Deutscher mit Piratenhut auf Personalausweis




Nun hat es auch in Deutschland der erste Pastafari mit der korrekten Kopfbedeckung auf den Ausweis geschafft.
Wie uns Bruder Slow berichtet, war das gar nicht mal so schwierig. Er war aber auch gut vorbereitet.

Um Einwänden wegen Schattenwurf auf dem Gesicht zu entgehen, hatte er seinen Dreispitz mit der Breitseite nach vorn aufgesetzt.
So war in dieser Richtung klar Schiff gemacht.

Natürlich hat die Amtsperson einmal gefragt, was das soll. Slow verwies auf seine religiösen Gefühle, worauf es eine kurze Beratung mit einer weiteren Amtsperson im Nebenzimmer gab, ob das geht. Die zuckte nur mit den Schultern.

Aber da konnte unser Bruder helfen und verwies auf die ausgehängte Tafel, auf der klar eine Frau mit Kopftuch zu erkennen war. Es ging also.

Nun noch die Prüfung am PC, ob das Bild allen übrigen Anforderungen entsprach und das war`s.

Ohne jede weiter Nachfragen oder Schwierigkeiten konnte Bruder Slow seinen Personalausweis später in Empfang nehmen.

Darauf eine lautes "Biereluja"!

26.06.2020

Das Wort zum Freitag - I, Pastafari, letzte Klappe




Über „I, Pastafari“ habe ich schon berichtet. Zuletzt ging es um die Premiere des Films in Deutschland und um den Film selbst.

Heute geht es um den Ressigeur Michael Arthur, der gerade dabei ist, die europäischen Geldgeber seiner Crowdfundingcampagne auf Indiegogo  auf das Glatteis zu führen.

Dort wurde zugesichert, die bekommen alle einen digitalen Download des Films. Dass es den geben wird, habe ich schon bezweifelt, als Mike angekündigt hatte, seinen Film den großen Streamingdiensten anzubieten.
Spätestens bei der Premiere in Europa, hätte es diesen Download für alle Geldgeber geben müssen. Weil da nichts kam, habe ich Mike vor ca. drei Wochen auf Facebook gebeten, das endlich zu veranlassen. Dabei erklärte ich ihm, dass es mir nicht nur um mich geht.

Ich hatte seine Geldsammlung beworben und auch sonst unterstützt. Manche werden nur deshalb daran teilgenommen haben und vor denen stehe ich jetzt mit in der Verantwortung.

Der Beitrag stand eine Weile online, sonst kam keine Reaktion. Inzwischen scheint er gelöscht worden zu sein.
Der Grund war sicher die Mail, die ich am 23.06.20 schrieb. Wegen der fehlenden Reaktion mussten schärfere Geschütze her:

„Hallo Mike,

ich hatte dich auch schon auf Facebook gebeten, mir und den anderen Geldgebern den versprochenen Screener zum Download zu schicken.
Ich hatte dir auch gesagt, dass wir darauf als zugesicherte Leistung deines Crowdfunding einen Rechtsanspruch haben.

Leider hast du darauf noch nicht reagiert. Deshalb bitte ich dich, mir den Download bis spätestens 12.06.2020 zu ermöglichen.
Sollte das bis dahin nicht geschehen sein, werde ich dich bei der Polizei wegen Betrugs anzeigen.
Danach würde ich den Screener vor Gericht einklagen.

Bruder Spaghettus / Rüdiger Weida“

Da hatte ich wohl die richtige Sprache gefunden. Jetzt gab es eine Reaktion, sogar mehrere.

Zuerst meldete Paypal, dass „I, Pastafari Documentary“ meinen Beitrag zum Crowdfunding zurück überwiesen hat, dann kam eine Mail von Indiegogo und irgendwann wurden auch meine Beiträge zum Thema auf der Facebookseite des Films gelöscht.
Indiegogo, die Sammelplattform, informierte über einen neuen Eintrag:

„Screeners

All of you should have received your screener for the film by now since the film has been released in most regions. One backer of this campaign has complained that I offered downloads instead of screeners. This is true, but after some comments about "pirating" the film were made publicly, I elected to send screeners instead as a safety measure. If you donated to this indiegogo campaign, and would like a download instead of a screener of the film, just send me an email at ipastafaridoc@gmail.com and I'll refund from your donation the cost for you to buy a download of the film from Amazon/iTunes, which is 10 EUR. Apologies for any confusion, and thank you again for supporting this project. „

Nun ja, dass das vermutete Pirating, das dann doch keins war, der Anlass für Mikes Meinungsänderung war, mag man glauben oder nicht.
Wundern muss man sich, warum er nicht gleich jedem Geldgeber die 10 Euro automatisch zurück überwiesen hat. So viele (77) waren es nicht, dass das nicht möglich sein sollte.

Aber es gab nun eine Möglichkeit, doch noch an den zugesicherten Download zu kommen. Dachte ich zumindest.
Ich habe mich bei Amazon eingeloggt und den Film gesucht. Es gab die Optionen „Ansehen“ und „Kaufen“. Allerdings kam nach dem Kauf kein Downloadlink, sondern lediglich die Frage, ob ich den Film gleich ansehen wollte.

Etwas ratlos habe ich im Netz gesucht und das gefunden:

„Doch selbst wenn du einen Amazon Prime-Film gekauft hast, so darfst du nicht aus den Augen verlieren, dass dir das Werk dann tatsächlich "nur" virtuell gehört. Solltest du dein Amazon-Konto jemals löschen, so hast du auch keinen Zugriff mehr auf deine Watchlist. Daher solltest du dir gut überlegen, ob du dir ein Werk virtuell zulegen, oder dir lieber die DVD oder Blue-ray kaufen möchtest.“

Nichts also mit dem angeblichen Download. Auch bei Itunes nicht.

Nachdem Mike die europäischen Geldgeber erst verarscht hat, indem er stillschweigend allen statt dem Downloadlink nur einen zum einmaligen Ansehen des Films geschickt hat, verarscht er sie nun ein zweites Mal.

Mir war es wichtig, euch das mitzuteilen. Ich denke, damit bin ich meiner Verantwortung euch gegenüber nachgekommen. Jeder, den es betrifft, kann nun mit diesem Wissen anfangen, was er möchte. Mir ist der Download wichtig und ich werde weiter darauf bestehen, anderen vielleicht nicht. Es ist ja auch ein bisschen Arbeit, das durchzusetzen.

18.06.2020

Das Wort zum Freitag - Zionistische Christen

ein Gastbeitrag von Bruder Smutje



Das kennt ihr bestimmt auch: "Bücherkisten" im Eingangsbereich von Supermärkten. Bücher, die man nicht behalten will, stellt man rein und nimmt sich mit, was einen interessiert. Tolle Sache - Krimis für die Spannung, Liebesromane fürs Gemüt, und mein Tip: wenns mal etwas Lustiges sein soll - religiöse Traktate. Da habe ich schon einige Perlen gefunden. Zum Beispiel:


"Sexualerziehung für junge Christen" aus den 60er Jahren. Ein echter Brüller!


Bei meinem letzten Stöbern stieß ich auf eine relativ neue Postille: "Brief aus Jerusalem", Ausgabe 4/2019 vom ICEJ (die Online- Ausgabe könnt ihr unter https://issuu.com/icej.deutschland/docs/waj_nr.4_2019_issuu einsehen).


Evangelikale, die sich für ein Großisrael einsetzen. Zionistische Christen! Oh wunderbare Welt der abrahamitischen Religionen. Soweit so lustig.


Beim Durchblättern stieß ich auf einen Artikel "Muslime machen Davidsterne" (aus Nudeln!)


und da blieb mir dann doch der Mund offen stehen. Haben die Evangelikalen die Kraft der Nudel erkannt? Ich schrieb eine E-mail:


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe zionistische Christen,


durch Zufall stieß ich vor kurzem auf ihre Zeitschrift " Wort aus Jerusalem - Ausgabe 4/2019"


Mich, als bekennenden Pastafari, sprach ihr Artikel " ICEJ unterstützt Flüchtlingsarbeit in Deutschland" besonders an.


Gerade wir von der KIRCHE DES FLIEGENDEN SPAGETTIMONSTERS e.V. wissen um die sinnstiftende und heilende Kraft der Nudel.


Aber: ausgerechnet Muslime dazu zu bringen, Nudeln in Form eines Davidstern zu machen - das hat schon was! CHAPEAU!


Das bringt mich natürlich auf die Idee, pastafarische Nudeln machen zu lassen. Auch wir haben religiöse Symbole, die wir gerne in Nudelform sehen würden. Das Monster selbst ist mit seinen vielgewundenen nudeligen Anhängseln wohl zu kompliziert für eine Nudelmatrize, aber der Piratenfisch sollte machbar sein.


Deshalb meine Frage: Was braucht es um die muslimischen Nudelmacher zu überzeugen - Geld? Drogen? Gebete? Geben sie uns Tipps!


In Erwartung einer baldigen Antwort verbleibe ich mit nudligen Grüßen


Pec Boysen aka Bruder Smutje (selbsternannter Leihbischof von Osnabrück)


P.S.: Noch toller wäre es, die Nudeln von evangelikalen Nudelmachern fertigen zu lassen. (gibt es welche?)


Bisher noch keine Antwort!

12.06.2020

Das Wort zum Freitag - Das FSM im Unterrricht

Eigentlich ist es das schon längst, als Projektarbeit, als Fachreferat, sogar ein Berufskolleg wurde schon geentert und auch ich selbst gehe gern mal in den Unterricht. Sogar das eine oder andere Arbeitsblatt für Lehrer gibt es bereits. Richtig rund wird die Sache aber erst jetzt.

Am Sonntag gab es in Templin eine Nudelmesse mit acht FSJlern der Berliner Stadtmission. Dieses ungewöhnliche Treffen hatte Martin Victor-Nudow angeregt. Der dreht gerade für das Medieninstitut der Länder den Lehrfilm “Glaube und Denken”.
Der Kameramann war schon etwas eher angereist, um den passenden Ort für die Messe auszusuchen und seine Technik vorzubereiten.


Wegen Corona war klar, die Messe muss im Freien stattfinden. Sehr günstig war, dass alle aus einem “Haushalt” waren uns so zumindest untereinander der Abstand kein Problem war. Obwohl wohl davon auszugehen war, der weltanschauliche Abstand zwischen der Gruppe und unserer Kirche war doch etwas größer, war aber auch der keine Problem. Als ich gleich bei der Ankunft um die Erlaubnis bat, von dem Treffen Bilder für einen Bericht machen zu dürfen, gab es sofort von allen Zustimmung. Bei der Besichtigung des Altarraumes gab es erstes Kichern und als ich anschließend Dreispitze austeilte, wurden auch die aufgesetzt. Damit der Kameramann noch etwas Zeit hatte, gab es erst mal eine kleine Führung über das Grundstück.




Letztlich war auch der soweit und kam mit seiner Kamera zur Gruppe.



Elli Spirelli hat natürlich nicht nur die Fotos gemacht, sondern auch schon den Freiluftaltar vorbereitet. Während ich letzte Vorbereitungen für die Messe getroffen habe, haben es sich die FSJler mal kurz gemütlich gemacht.



Die Messe begann, wie immer, mit einem kurzen Werbeblock für das Pastafaritum. Danach kam die Lobpreisung unser Reliquien.



Danach waren alle so weit, gemeinsam mit mir das Glaubensbekenntnis abzulegen. Natürlich hatte ich vorher auf unsere Gott-zurück-Garantie hingewiesen.



Bei unserem Lied “Ein bissfest Burg ist unser Gott” waren die Gäste deutlich melodiesicherer als ich. Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte nicht mitgesungen.
Gab es bisher schon immer mal ein Schmunzeln oder Begeisterung, als die vielen kleinen Nudelhölzer an unserem Banner entdeckt wurden, wurde es jetzt richtig heit


Das lag wohl an den Versuchen, beim Abendmahl die nudligen Anhängsel möglichst sicher in den Mund zu bringen. Anders als sonst habe ich die nicht in den Mund gelegt, sondern es war Selbstbedienung angesagt.



 Die gabs auch beim Bier von Seinem Biervulkan.



Ich hielt mich in respektvoller Entfernung, füllte die Gläser und sprach die Abendmahlsformel.



Die richtige Handhaltung genau wie das Ramen als Antwort hat von Anfang an gut geklappt.



Nach der Messe kam der für mich interessantere Teil, die Diskussion mit den Gästen. Bei den Inhalten ging es um die vornehmliche Nichtbeweisbarkeit der Nichtexistenz von Gott/Göttern, um die Frage, ob wir auch so caritativ wie die Großkirchen wären, um Lebensmotivation, Trost durch Glauben, um den negativen Einfluss von Dogmen auf die Gesellschaft und ähnliche Themen. 

Der Austausch der Meinungen war so, wie es die ganze Zeit schon war: neugierig, interessiert und mit Bereitschaft, einander zu zu hören. Die Konsequenz war die Erkenntnis, wenn man Gutes tun will sind sich Gläubige und Naturalisten durchaus ähnlich. Fundamentale Haltungen hingegen sind in jedem Glauben, genau wie in jeder Ideologie, überaus problematisch.

Ich bin gespannt, was davon alles im Film rüber kommt. Bestimmt wird auch noch ein bisschen von unserem Evolutionsweg berichtet werden, den die Gruppe anschließend noch besucht hat. Evolution und Schule – die beiden Grundpfeiler der Existenz des Pastafaritums haben sich hier zusammen gefunden.

Der Film Hauptteil des Lehrfilms setzt sich mit dem Spannungsfeld Glaube und Naturwissenschaft auseinander. Dabei soll auch die Evolutionstheorie behandelt und gezeigt werden, wie das Weltbild seit der Aufklärung naturwissenschaftlich geprägt ist. Außer in Templin wird dazu auch noch im Naturkundemuseum Berlin gedreht werden.

Ab September 2020 wird “Glaube und Denken” deutschlandweit im Ethik- und Religionsunterricht der 10. – 13. Klasse zum Einsatz kommen.

Frei im Netz wird er leider nicht zu sehen sein.

11.06.2020

Simon Däpp



Simon Däpp war das erste Ehrenmitglied der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.
Davon, wie es dazu kam, hat sogar Spiegel TV berichtet.

Irgendwie passte er prima zu uns, immer war er lustig, immer gut drauf, immer großzügig.




Weil ihm auch die Stadt gut gefiel, flog er immer öfter von Bern nach Berlin zu unseren Nudelmessen. Ja, er hat sogar, wie auf dem Bild oben, auch mal als Nudler selbst eine gehalten. So haben wir uns immer wieder gesehen und gut kennen gelernt.


Als Simon im Auftrag der EU nach Alicante zog und dort über 10 Jahre wohnte und arbeitete, war es mit der Regelmäßigkeit vorbei. Aber selbst da kam er noch zwei, drei Mal in Berlin vorbei.


Jetzt erreichte uns von seiner Familie eine traurige Mitteilung:

“Liebe Gemeinde, lieber Bruder Spaghettus

ich muss Euch mitteilen, dass ein großer Verehrer von Euch, der Euch auch vor einiger Zeit in Templin besucht hat,

kürzlich in Spanien mit 52 Jahren verstorben ist: Simon Däpp. Am 5. Tag nach Spitaleinlieferung hat sein Herz aufgegeben……”

Die genauen Ursachen sind selbst der Familie bis heute noch nicht bekannt. Sie konnten auch, wegen der Coronasperre, nicht nach Spanien in das Krankenhaus.

Corona scheint nahe liegend.

Sicher ist, seit dem 20.5.2020 ist Simon unterwegs zum Biervulkan, inzwischen bestimmt auch angekommen.


Halte uns Plätze frei, altes Haus, irgendwann folgen wir dir alle.

Bis dahin behalten wir dich als einen tapfer kämpfenden und herzlich feiernden Piraten in bester Erinnerung.



05.06.2020

Das Wort zum Freitag - Evolutionsweg Templin übergeben




Manches kommt überraschend.
Für uns war das die Eröffnung des Evolutionsweges in Templin und überrascht hat uns der Nordkurier. Der hat die gleich mit der Eröffnung des wunderschön neu gestalteten Templiner Bürgergartens verbunden. Wir hatten den eigentlich eine Woche später auf dem Kalender.
Aber etwas fehlte noch: Die offizielle Übergabe des Weges an die Stadt. Schließlich war es das Geschenk unseres Vereins zu deren 750sten Geburtstag.
Dazu haben wir uns heute getroffen.

Von Seiten der Stadt waren der Bürgermeister Detlef Tabbert, der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Templin GmbH Ernst Volkhardt und der Bauamtsleiter Christoph Mehlberg sowie Elli Spirelli, Tini Tortellini und Bruder Spaghettus von Seiten des Vereins erschienen. Leider haben wir auf dem Bild unten nicht alle erwischt, dafür ist Horst Skoupy vom Nordkurier mit dabei, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.


Bruder Spaghettus bedankte sich bei allen Beteiligten für die wirklich tolle Zusammenarbeit. Von der Planung bis zur praktischen Umsetzung lief alles wie am Schnürchen. Bürgermeister Tabbert fand die Idee toll, sich Kenntnis über die Evolution zu erlaufen und bedankte sich für das Geschenk des Vereins. Besonderes Lob hatte er dafür, wie es den Schöpfern des Weges mit einfachen, für jeden verständlichen Worten gelungen ist, komplexe Zusammenhänge zu erläutern.

Dann war es so weit, mit der symbolischen Übergabe des leicht abgeänderten Eröffnungsschildes wurde die Stadt zum Eigentümer des Evolutionsweges.


Irgendwie war sie das aber auch schon vorher, denn der Bauhof hatte auf eigene Kosten das Aufstellen der Schilder übernommen. Auch da hatten Absprachen und Umsetzung prima geklappt. Der Verein hat die Lizenzgebühr getragen sowie die Masten und Schilder bei Templiner Firmen fertigen lassen.

Es gibt noch nicht viele Evolutionswege in Deutschland, der nächste wird jedoch noch in diesem Monat in Düsseldorf eröffnet.
Aber bei einem sind wir Templiner uns sicher, bis es noch einen Weg gibt, der so schön und herrlich gelegen ist wie unserer, wird es noch eine Weile dauern.
Wer den auch mal ablaufen möchte: Er beginnt an der Röddeliner Straße gleich neben dem Karl – Marx – Denkmal und geht den Hauptweg des Bürgergartens entlang Richtung Ziegeleibrücke. Autos können entweder auf dem Parkplatz an der Hyparschale oder auf dem von REWE parken.





29.05.2020

Das Wort zum Freitag - Warum wir Piratendankfest feiern




Piratendankfest? Noch nie gehört, wird sich mancher jetzt sagen. Kein Wunder, es wurde eben erst (wieder-)entdeckt. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, wie es dazu kam.

Elli Spirelli hatte eine sinnreiche Abhandlung über das gegenwärtig an diesem Tag gefeierte Pfingsten verfasst. Dieses christliche Fest ist jedem ein Begriff. Die wenigsten werden aber wissen, auch hier haben die Christen nur ein bereits existierendes Fest anderer übernommen und mit ihren religiösen Phantasien neu gestaltet. In dem Fall war es, wie Elli festgestellt hatte, das Schawuot, einstmals ein  Erntedankfest der Juden.  Als alte Piratenbraut war ihr sofort klar, wenn die Christen das nur von anderen geklaut hatten, wird es höchste Zeit, nun unsererseits dieses Fest zu kapern. Nur wie? Sie hatte um eure Ideen gebeten und Bruder Al Dente gab den entscheidenden Anstoß:

Na, machen wir doch einfach wieder das draus, was es mal war: 'n Erntedankfest! Was könnte man denn gleich mal ernten zu dieser Jahreszeit? Rum, äh Ruhm vielleicht oder mal zur Abwechslung Dank (für die Frühjahrsbestellung zum Beispiel - nein, nicht die bei Neckermann, die auf den Feldern natürlich)oder brüllendes Gelächter, das all die Religioten dieser Welt an diesem Tage ernten sollten. 

Ich war sofort begeistert: Danke für die Idee. Die lässt sich gut verarbeiten. ;) Ja, da ergibt sich regelrecht eine logische Beweiskette. Dank deiner Erkenntnis, dass es um diese Zeit noch nicht recht was ernten gibt, müssen wir also vom herkömmlichen Erntedank abrücken. Was aber könnte dann gemeint sein? Es muss sich doch jedem sofort erschließen: Den Dank für die Ernte, die die tapferen Piraten nach ihrer ersten Frühjahrskaperfahrt mit nach Hause bringen. Wer wollte sich dem erdrückenden Indiz verschließen. Deshalb lasst uns in Zukunft nicht mehr Pfingsten, sondern Piratendank feiern. :)


Mancher wird nörgeln und sagen, für uns als einzige wissenschaftliche Religion ist das nicht Beweisführung genug. Es fehlt noch die entscheidendePlausibilitätskontrolle. Richtig. Aber wie sollte die ein Problem sein? Selbst Christen werden zugeben müssen, unsere Begründung ist so viel mehr plausibler als ihre, dass man schon zwingend von Wahrheit sprechen muss. 

Vergleichen wir. 
Auf der einen Seite die Geschichte von tapferen Piraten, die, nach der ersten erfolgreichen Kaperfahrt nach der Winterpause, im Frühjahr beladen mit dem so dringend nötigen Proviant für die Familien, mit Süßigkeiten für die Kinder, mit hübschen Kleidern und Schmuck für die Frauen und mit Rum- und Weinfässern für die Männer, jubelnd im Heimathafen begrüßt wurden. Wer wollte zweifeln, dass dieser Jubel sich zum Fest, zum Piratendankfest, steigerte und Tradition wurde. Wer würde da nicht absolut sicher werden, wenn er erkennt, hier schließt sich ein naturgegebener Kreis zum Fest der letzten Kaperfahrt im Jahr, zu unserem Nudligen Lichterfest Weinachten.  

Nun die Geschichte der Christen. Da opfert ein gedreifachter Gott ein Drittel(Sohn) von sich am Kreuz, nur weil die anderen zwei Drittel (Vater und Heiliger Geist) so die Strafe der Erbsünde von den Menschen nehmen wollen. Eine Strafe, die der Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung selbst verhängt hat, die er also auch selbst ohne jeden Hokuspokus einfach wieder zurücknehmen könnte. Das klingt doch völlig abgefahren, ließe sich aber immerhin noch erklären, wenn der gedreifachte Gott masochistische Tendenzen hat und zwei Drittel sich einfach köstlich darüber amüsieren, das letzte Drittel zu foltern und zu töten. Weiter ließe sich so auch erklären, warum die zwei Drittel das eine Drittel dann doch wiederbelebt haben. Nee, nicht wegen drückender Gewissensbisse. Die brauchten einfach wieder ein Opfer für weitere Masospielchen. Davon erfahren wir nur nichts mehr, weil sich die Drittel seither überhaupt nicht mehr zeigen oder äußern. 



Aber wenn dann noch ein Drittel dieses Gottes als Schnaps gebrannt und aus einer Taubenflasche als Heiliger Geist über die Leute geschüttet wurde, ist dies doch einfach grenzenlos absurd und unglaubwürdig. Daran ändert sich auch nichts wenn man weiß, dass dieser Heilige Geist noch heute gebrannt und, allerdings in normalen Flaschen, für 2,99 verkauft wird. 


  
Deshalb, liebe Pastafari, können wir nun behaupten, auch höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Wir können nun behaupten, es gibt in diesen Tagen nur eine Wahrheit und nur ein Fest:
Das Piratendankfest

Erstveröffentlichung: 27.05.2012