05.06.2020

Das Wort zum Freitag - Evolutionsweg Templin übergeben




Manches kommt überraschend.
Für uns war das die Eröffnung des Evolutionsweges in Templin und überrascht hat uns der Nordkurier. Der hat die gleich mit der Eröffnung des wunderschön neu gestalteten Templiner Bürgergartens verbunden. Wir hatten den eigentlich eine Woche später auf dem Kalender.
Aber etwas fehlte noch: Die offizielle Übergabe des Weges an die Stadt. Schließlich war es das Geschenk unseres Vereins zu deren 750sten Geburtstag.
Dazu haben wir uns heute getroffen.

Von Seiten der Stadt waren der Bürgermeister Detlef Tabbert, der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Templin GmbH Ernst Volkhardt und der Bauamtsleiter Christoph Mehlberg sowie Elli Spirelli, Tini Tortellini und Bruder Spaghettus von Seiten des Vereins erschienen. Leider haben wir auf dem Bild unten nicht alle erwischt, dafür ist Horst Skoupy vom Nordkurier mit dabei, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.


Bruder Spaghettus bedankte sich bei allen Beteiligten für die wirklich tolle Zusammenarbeit. Von der Planung bis zur praktischen Umsetzung lief alles wie am Schnürchen. Bürgermeister Tabbert fand die Idee toll, sich Kenntnis über die Evolution zu erlaufen und bedankte sich für das Geschenk des Vereins. Besonderes Lob hatte er dafür, wie es den Schöpfern des Weges mit einfachen, für jeden verständlichen Worten gelungen ist, komplexe Zusammenhänge zu erläutern.

Dann war es so weit, mit der symbolischen Übergabe des leicht abgeänderten Eröffnungsschildes wurde die Stadt zum Eigentümer des Evolutionsweges.


Irgendwie war sie das aber auch schon vorher, denn der Bauhof hatte auf eigene Kosten das Aufstellen der Schilder übernommen. Auch da hatten Absprachen und Umsetzung prima geklappt. Der Verein hat die Lizenzgebühr getragen sowie die Masten und Schilder bei Templiner Firmen fertigen lassen.

Es gibt noch nicht viele Evolutionswege in Deutschland, der nächste wird jedoch noch in diesem Monat in Düsseldorf eröffnet.
Aber bei einem sind wir Templiner uns sicher, bis es noch einen Weg gibt, der so schön und herrlich gelegen ist wie unserer, wird es noch eine Weile dauern.
Wer den auch mal ablaufen möchte: Er beginnt an der Röddeliner Straße gleich neben dem Karl – Marx – Denkmal und geht den Hauptweg des Bürgergartens entlang Richtung Ziegeleibrücke. Autos können entweder auf dem Parkplatz an der Hyparschale oder auf dem von REWE parken.





29.05.2020

Das Wort zum Freitag - Warum wir Piratendankfest feiern




Piratendankfest? Noch nie gehört, wird sich mancher jetzt sagen. Kein Wunder, es wurde eben erst (wieder-)entdeckt. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, wie es dazu kam.

Elli Spirelli hatte eine sinnreiche Abhandlung über das gegenwärtig an diesem Tag gefeierte Pfingsten verfasst. Dieses christliche Fest ist jedem ein Begriff. Die wenigsten werden aber wissen, auch hier haben die Christen nur ein bereits existierendes Fest anderer übernommen und mit ihren religiösen Phantasien neu gestaltet. In dem Fall war es, wie Elli festgestellt hatte, das Schawuot, einstmals ein  Erntedankfest der Juden.  Als alte Piratenbraut war ihr sofort klar, wenn die Christen das nur von anderen geklaut hatten, wird es höchste Zeit, nun unsererseits dieses Fest zu kapern. Nur wie? Sie hatte um eure Ideen gebeten und Bruder Al Dente gab den entscheidenden Anstoß:

Na, machen wir doch einfach wieder das draus, was es mal war: 'n Erntedankfest! Was könnte man denn gleich mal ernten zu dieser Jahreszeit? Rum, äh Ruhm vielleicht oder mal zur Abwechslung Dank (für die Frühjahrsbestellung zum Beispiel - nein, nicht die bei Neckermann, die auf den Feldern natürlich)oder brüllendes Gelächter, das all die Religioten dieser Welt an diesem Tage ernten sollten. 

Ich war sofort begeistert: Danke für die Idee. Die lässt sich gut verarbeiten. ;) Ja, da ergibt sich regelrecht eine logische Beweiskette. Dank deiner Erkenntnis, dass es um diese Zeit noch nicht recht was ernten gibt, müssen wir also vom herkömmlichen Erntedank abrücken. Was aber könnte dann gemeint sein? Es muss sich doch jedem sofort erschließen: Den Dank für die Ernte, die die tapferen Piraten nach ihrer ersten Frühjahrskaperfahrt mit nach Hause bringen. Wer wollte sich dem erdrückenden Indiz verschließen. Deshalb lasst uns in Zukunft nicht mehr Pfingsten, sondern Piratendank feiern. :)


Mancher wird nörgeln und sagen, für uns als einzige wissenschaftliche Religion ist das nicht Beweisführung genug. Es fehlt noch die entscheidendePlausibilitätskontrolle. Richtig. Aber wie sollte die ein Problem sein? Selbst Christen werden zugeben müssen, unsere Begründung ist so viel mehr plausibler als ihre, dass man schon zwingend von Wahrheit sprechen muss. 

Vergleichen wir. 
Auf der einen Seite die Geschichte von tapferen Piraten, die, nach der ersten erfolgreichen Kaperfahrt nach der Winterpause, im Frühjahr beladen mit dem so dringend nötigen Proviant für die Familien, mit Süßigkeiten für die Kinder, mit hübschen Kleidern und Schmuck für die Frauen und mit Rum- und Weinfässern für die Männer, jubelnd im Heimathafen begrüßt wurden. Wer wollte zweifeln, dass dieser Jubel sich zum Fest, zum Piratendankfest, steigerte und Tradition wurde. Wer würde da nicht absolut sicher werden, wenn er erkennt, hier schließt sich ein naturgegebener Kreis zum Fest der letzten Kaperfahrt im Jahr, zu unserem Nudligen Lichterfest Weinachten.  

Nun die Geschichte der Christen. Da opfert ein gedreifachter Gott ein Drittel(Sohn) von sich am Kreuz, nur weil die anderen zwei Drittel (Vater und Heiliger Geist) so die Strafe der Erbsünde von den Menschen nehmen wollen. Eine Strafe, die der Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung selbst verhängt hat, die er also auch selbst ohne jeden Hokuspokus einfach wieder zurücknehmen könnte. Das klingt doch völlig abgefahren, ließe sich aber immerhin noch erklären, wenn der gedreifachte Gott masochistische Tendenzen hat und zwei Drittel sich einfach köstlich darüber amüsieren, das letzte Drittel zu foltern und zu töten. Weiter ließe sich so auch erklären, warum die zwei Drittel das eine Drittel dann doch wiederbelebt haben. Nee, nicht wegen drückender Gewissensbisse. Die brauchten einfach wieder ein Opfer für weitere Masospielchen. Davon erfahren wir nur nichts mehr, weil sich die Drittel seither überhaupt nicht mehr zeigen oder äußern. 



Aber wenn dann noch ein Drittel dieses Gottes als Schnaps gebrannt und aus einer Taubenflasche als Heiliger Geist über die Leute geschüttet wurde, ist dies doch einfach grenzenlos absurd und unglaubwürdig. Daran ändert sich auch nichts wenn man weiß, dass dieser Heilige Geist noch heute gebrannt und, allerdings in normalen Flaschen, für 2,99 verkauft wird. 


  
Deshalb, liebe Pastafari, können wir nun behaupten, auch höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Wir können nun behaupten, es gibt in diesen Tagen nur eine Wahrheit und nur ein Fest:
Das Piratendankfest

Erstveröffentlichung: 27.05.2012

21.05.2020

Das Wort zum Freitag - Monsters Himmelfall

Oldies, but goldies.
Nix da mit Christi Himmelfahrt. Das ist alles nur geklaut.
So war´s:




Wieder einmal, liebe Brüder und Schwestern, ist uns der Nachweis gelungen, dass unsere Feiertage von einer Religion, die die falschen Götzen Vater, Sohn und Heiliger Geist anbetet, okkupiert wurden.

Wir verdanken diese Erkenntnis der nudelogischen Fraktion des Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Unseren dort leider noch im Geheimen arbeitenden Brüdern und Schwestern ist es gelungen, in intensiver Arbeit ein uraltes Pergament zu entziffern. Nachdem diese Arbeit lange Zeit nicht zum Erfolg führte, brachte endlich der gemeinsame Genuss einer größeren Menge Biers den großen Durchbruch. Ich halte das für keinen Zufall. Lest, was sie schließlich übersetzen konnten, es handelt sich offensichtlich um eine der ersten Predigten im Pastafaritum, kurz, aber wegweisend.


„Arrrgh, ihr Piraten,

wahrlich, ich sage euch, lasst euch nicht beeinflussen von den Landratten. Sie verstehen es nicht, monstergefällig zu leben. Verbissen versuchen sie Reichtum anzuhäufen und vergessen, wozu Es uns geschaffen hat. Es möchte von uns nicht, dass wir leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben. Wir freut sich wenn wir genießen und uns an Seinem Werk erfreuen. Steht doch schon in der Schrift:
                                                                                                            
Am fünften Tag stand das FSM früh auf. Dann sprach Es: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen am Himmel und auch die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jegliches nach seiner Art. Dann lasset sie schmusen und fruchtbar sein. Und es sah, dass es gut war. Und also war es schrecklich stolz auf sich und machte sich an diesem Nachmittag schwer am Biervulkan zu schaffen.                                                          
                                                                                                          
Am Abend fiel das FSM aus dem Bett und landete hart auf dem Firmament. Und es sprach: Diesen Rumms aber nenne ich den Urknall.                     
Es ist klar, was Es und damit sagen möchte. Gute Werke soll man feiern. Gute Werke, denn wer wollte zweifeln, dass der Urknall eins wäre, gelingen oft nur mit der nötigen Freude und einem bestimmten Hopfenspiegel im Blut.       
                                                                                                          
So rufe ich euch denn auf, Freibeuterinnen und Korsaren, ehren wir diesen Tag heute, den 5. Tag der Woche vor dem Piratendankfest, als den Tag, an dem sein Fall auf das Firmament den Urknall brachte, als Monsters Himmelfall. 
                                                                                                        
Lassen wir dort alle Arbeit ruhen. Schmücken wir uns mit dem frischen Grün, das Es uns in dieser Zeit wachsen lässt und fahren wir mit Mann und Maus, mit Weib und Kind und vor allem mit Bier und Tomatensaft oder was immer ihr wollt, über das Land. Geben wir von unserer Freude den Landratten und zeigen wir ihnen so, wie man monstergefällig lebt.“ 
                                                                                   
           
Wieder ist klar, was Es und damit sagen möchte. Gute Werke soll man feiern. Gute Werke, denn wer wollte zweifeln, dass der Urknall eins wäre, gelingen oft nur mit der nötigen Freude und einem bestimmten Hopfenspiegel im Blut.                                                                                                           
Versteht ihr nun, meine Schwestern und Brüder, warum ich der Meinung bin, es war kein Zufall, dass der gemeinsame Genuss von Bier den Durchbruch in dieser Forschung brachte? 
Habt ihr erkannt, wie gemein diese Ungläubigen den Namen dieses Tages verfälscht haben? 

Nicht sicher bin ich mir, ob auch sie daran Schuld sind, dass er heutzutage donnerstags gefeiert wird. Das könnte auch an einer Kalenderkorrektur liegen oder auch einfach daran, dass unser Evangelium dazu sagt:
„Und da Es nicht mehr genau wusste, welcher Tag es war, beschloss Es, eine schöpferische Pause einzulegen.“

Lassen wir diesen Tag also ruhig weiter auf dem Donnerstag in der Woche vor Piratendankfest, aber geben wir ihm den richtigen Namen zurück:


Monsters Himmelfall

15.05.2020

Das Wort zum Freitag - Nudelmesse der reformierten almistischen Kirche




“Hallo, ist unsere folgende Nudelmesse und meine Aufnahme in die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters (Pastafarisierung) gut genug, um bei Euch verlinkt zu werden?”

Diese Anfrage mit dem Link zum Video kam per Mail von Piraticus Scholasticus aus Weinheim.


Na ja, ehrlich gesagt, finde ich unsere Nudelmesse deutlich besser. Aber, wie heißt es so schön in dem alten Sprichwort: Viele Wege führen zum Monster. Also ging ich tief in mich, war drei Tage in Klausur bei Wasser und Brot, nicht mal Salz gab es, und hatte am Ende folgende Zeilen verfasst:

“Hallo Piraticus Scholasticus,

herzlichen Glückwunsch zu der Truppe. Ich finde eure Nudelmesse über weite Teile lustig, das Monsterunser zu singen finde ich genial. Da stört es nicht ganz so sehr, dass eure Messe doch deutlich von der bei uns üblichen abweicht.
Bei der Handhaltung könntet ihr euch noch etwas annähern, was aber nicht so das Problem ist. Auch das Aufnahmeritual läuft bei uns völlig anders und dass wir Spaghetti verschwenden, indem wir sie über jemand schütten, wäre bei uns völlig ausgeschlossen.
Aber das alles ist nicht das Hauptproblem.

Ihr verstoßt ganz klar gegen zwei unserer Grundprinzipien: Wir tragen niemals Nudelsiebe und wir äußern uns ausschließlich zu religiösen/weltanschaulichen Problemen sowie deren Wirkung auf die Gesellschaft.

Ich spende selbst regelmäßig für Ärzte ohne Grenzen, aber das würde ich nie mit dem Pastafaritum in Verbindung bringen und dazu auffordern.
Deshalb werden wir euer Video nicht bei uns veröffentlichen.
Wenn du uns noch ein paar Infos schickst, könnte eventuell ein Wort zum Freitag daraus werden, in dem wir über euch berichten. Allerdings dann auch, natürlich in sehr moderatem Ton, darüber, was uns an der Messe nicht gefällt. Als Vergleich würden wir dann eine von uns daneben stellen. Falls ihr noch Zuwachs für die Gruppe möchtet, könnten wir dann auch auffordern: Nun, nachdem ihr beides gesehen habt, entscheidet euch, wo ihr mitmachen möchtet. Egal wie die Entscheidung ausfällt, viele Wege führen zu IHM. Anschließend käme dann die Kontaktadresse zu euch.

Aber noch einmal, ihr seid eine tolle Truppe. Vielleicht macht ihr ja als Pastafari weiter. Vielleicht nähert ihr euch unserer Praxis etwas an, vielleicht entwickelt ihr eure eigene. In beiden Fällen wären wir gern bereit, euch zu unterstützen, mit Wissen, Ideen, Erfahrung und Material, im Einzelfall wäre sogar finanzielle Beteiligung möglich. Solltet ihr tatsächlich ein feste Gruppe werden und euch eine eigene Website oder eine bei Facebook zuzulegen, wären wir auch gern bereit, euch auf unserer Seite zu verlinken.

Damit du mich besser verstehst, hier noch der Link zu unseren Regeln und zur Rolle der Gemeinden im Pastafaritum:
https://www.pastafari.eu/2016/05/das-wort-zum-freitag-die-rolle-der/

https://www.pastafari.eu/2020/05/das-wort-zum-freitag-unsere-regeln-2/

Nudlige Grüße und weiterhin viel Spaß
Bruder Spaghettus”

Geantwortet hat mir Bruder Linguinus.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich seine Antwort komplett veröffentlichen darf. Nachzufragen habe ich verpasst und das Wort ist nun mal heute dran. Sie war jedenfalls sehr nett verfasst, es gab Erläuterungen zu den Hintergründen und einiges mehr.
Diesen Teil hier, denke ich, kann man doch ohne große Bedenken veröffentlichen:
“…Beim Entwickeln der Liturgie war mir bewußt, dass es erhebliche Abweichungen vom General-Ritus der Stammkirche gibt und so ersann ich als internen Arbeitstitel “frei nach der reformierten almistischen Kirche”. Das sollte kein wirklicher Affront zu Eurer Art zu praktizieren sein, es war nur sehr verlockend, mit den Nudelsieben und dem Habitus einer reformierten Freikirche zu kokettieren.
Und als ökumenisches Schmankerl hatte ich den Taufritus aus der Principia Discordia eingewoben.”

Das hört sich doch gut an, war allerdings noch nicht ganz das, wo ich hin wollte. Also habe ich noch einmal nachgehakt:

“….Mir kam es übrigens nicht so sehr darauf an, ob ihr die Nudelmesse nun regelmäßig halten werdet, sondern eher, ob ihr Gruppenzuwachs möchtet und vielleicht sogar die”Reformierte almistische Kirche” weiter aufbauen. Wir können den Almisten, die es ja auch bei uns gibt, keine Heimat bieten. Aber warum sollen sie nicht wo anders eine finden? Dann könnten wir die zu euch bringen. Wenn ihr das möchtet, könnten wir euch gern beim Aufbau eurer Kirche helfen….”

Die Antwort darauf ist noch nicht da. Aber falls da draußen wirklich ein paar Almisten sind, die eine Heimat suchen, können die gerne schon mal Interesse anmelden, in Kontakt mit der Reformierten Almistischen Kirche zu treten. Wir würden dann eure Mailadresse, Telefonnummer oder so dorthin weiter reichen.

Auch, wenn wir wirklich gute Gründe haben, das Nudelsieb als Kopfbedeckung abzulehnen und gern auch mal unsere Späßchen über die Almisten machen, letztlich sind wir doch alle Schwestern und Brüder. In der Familie hilft mach sich, was wäre normaler.

Deshalb: Meldet euch, wenn ihr sucht.

11.05.2020

I, PASTAFARI: A FLYING SPAGHETTI MONSTER STORY



Bilder vermitteln Botschaften. Wenn mit diesem Bild von mir der Film “I, PASTAFARI: A FLYING SPAGHETTI MONSTER STORY” beworben wird, könnte man vermuten, ich würde den Film bedingungslos empfehlen.
Das wäre die falsche Vermutung. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob es richtig war, mich an ihm zu beteiligen.

Angekündigt hatte Mike Arthur, der Regisseur, einen Dokumentarfilm. Das sind für mich Filme, die wertfrei tatsächliches Geschehen wiedergeben und bei denen die Meinung des Regisseurs nicht mit einfließt. Anfänglich schien es auch so zu sein, doch irgendwann hat sich das geändert. Mike scheint über die Arbeit an seinem Film zu seiner eigenen Interpretation des Pastafaritums gefunden und diese in der Vordergrund gerückt zu haben.

Er schreibt mir über seinen Film:
„Am wichtigsten aber war Mienkes Aussage am Ende des Films, die meiner Meinung nach den Zweck des Films und meine Interpretation des Zwecks des Pastafaritums am besten zusammenfasste: “Ein Sieb trennt das Wichtige vom Unwichtigen (die Nudeln vom Wasser)”, sagt sie im Film, und dann am Ende “muss man das Gute festhalten und das Schlechte weggleiten lassen”. Meine Interpretation des Pastafariatums ist, dass es in gewisser Weise ein Aufruf an die Religionen ist, sich zu entwickeln, an den guten Dingen festzuhalten (Nächstenliebe, Gemeinschaft, kulturelles Erbe) und die schlechten Dinge entwischen zu lassen (Bigotterie, Ignoranz, Hass usw.)…..

….Ich wünsche mir sehr, dass sich gemäßigte religiöse Menschen den Film ansehen und die Botschaft des Films aufnehmen… denn wozu sonst sollte man ihn machen? ….“

Vielleicht um seine Interpretation zu unterstreichen, hat Mike sogar eine Szene gestellt. Niko Alm, der Erfinder des Nudelsiebs, ist dort mit einem solchen auf dem Kopf im österreichischen Parlament zu sehen. Außer für diesen Dreh gab es das nie.

Aus diesen Gründen sehe ich den Film nicht als Dokumentarfilm. Hätte ich am Anfang gewusst, dass besonders ein moderaten Gläubigen gefälliges Pastafaritum ins Zentrum gerückt wird, hätte ich mich sicher nicht mit beteiligt.

Das Pastafaritum wie es Mienke und nun auch Mike vertreten, hat durchaus auch seine Berechtigung. Aber es ist halt ein absolut anderes als das, was unsere Kirche vertritt. Wir wollen Religion nicht entwickeln, wir wollen ihren Einfluss auf die Gesellschaft, schon allein wegen ihrer Dogmen, verhindern oder zumindest auf ein Minimum reduzieren. Dogmen sind Denkverbote und Denkverbote verhindern gesellschaftliche Entwicklung.

Das kommt mir im Film zu wenig vor und ich fühle mich ein bisschen wie jemand, der für gute Bilder zuständig war, während die Botschaft unterging.

Das ist natürlich mein ganz persönliches Empfinden und bei euch könnte das ganz anders sein.

Der Film ist, bei all meiner Kritik, durchaus sehenswert. Wenn der Guardian schreibt “Smart, funny but above all thought provoking” trifft das ziemlich gut. Und wer mit Englisch gut klar kommt, kann das auch erkennen. Der Film ist in Originalfassung in Niederländisch, unterlegt mit englischen Untertiteln, Englisch und Deutsch. Da werdet ihr die Untertitel nicht brauchen.

Den Film anzusehen kostet 4,50 Euro, den Trailer zum Film gibt es kostenlos.

Und hier werdet ihr fündig: I, PASTAFARI: A FLYING SPAGHETTI MONSTER STORY

08.05.2020

Das Wort zum Freitag - Stadtrat wird mit Piratenhut und pastafarianischer Beteuerungsformel vereidigt


Fabian Dörner ist nicht nur frisch gewählter Stadtrat für Die PARTEI in Bamberg, sondern auch bekennender Pastafari und Mitglied unserer Kirche.

Eigentlich ein wunderbarer Zustand, der ihn aber in einen schweren Gewissenskonflikt gebracht hat. Es galt, für die am 06.05.2020 erfolgte Vereidigung die passende Beteuerungsformel für seine Gelobnudelung, oft auch als Gelöbnis bezeichnet, zu finden.

Erfreulicher Weise hat der Sitzungsdienst der Stadt Bamberg sein Anliegen ernst genommen und ihn gesetzlich beraten. Das von ihm gewählte Ende der Formel: „...so wahr mir das Spaghettimonster helfe.“ war leider nicht genehmigungsfähig.
Ihm wurde von der Bearbeiterin mitgeteilt: „...ich habe mich eingehend mit der Kommunalliteratur beschäftigt, leider sieht diese jedoch kein Bekenntnis zum fliegenden Spaghettimonster vor.
Die Wahl des Eides ist beschränkt auf die Fragestellung, ob ohne oder mit dem wörtlichen Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ geschworen wird.
Die Kirche des Spaghettimonster, sprich die Pastafari, glauben an Gott, das fliegende Spaghettimonster. Es wird hier auch tatsächlich das Wort „Gott“ verwendet.“

Gleichzeitig wurde angekündigt, ihn der Gruppe die auf den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ zuzuordnen.

Ihr könnte euch sicher vorstellen, in welchen Konflikt das jemand bringt, der, wie Fabian Dörner, ein sehr gläubiger Mensch ist. Aber er ist auch ein pfiffiger Typ, der nicht so schnell aufgibt. Im § 31 der bayrischen Gemeindordnung fand er die Lösung: "Erklärt ein Gemeinderatsmitglied, dass es aus Glaubens- oder Gewissensgründen keinen Eid leisten könne, so hat es an Stelle der Worte „ich schwöre“ die Worte „ich gelobe“ zu sprechen oder das Gelöbnis mit einer dem Bekenntnis seiner Religionsgemeinschaft oder der Überzeugung seiner Weltanschauungsgemeinschaft entsprechenden, gleichwertigen Beteuerungsformel einzuleiten."

Es ging also um die Einleitung der Gelobnudelung. Da ist es bei uns üblich, statt „gelobe“ das pastafarianische „gelobnudele“ zu verwenden.
Deshalb hat unser tapferer Pirat dem Sitzungsdienst, unter Verweis auf meine entsprechende schriftliche Erklärung, mitgeteilt:
„Bitte ordnen Sie mich der zweiten Gruppe ohne Bekenntnis zu Gott zu. Meine Eidesformel wird wie folgt lauten:

"Ich gelobnudele Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern. Ich gelobnudele, den Gesetzen gehorsam zu sein und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen. Ich gelobnudele, die Rechte der Selbstverwaltung zu wahren und ihren Pflichten nachzukommen."

Unser liebes Monster hat sanft mit seinen nudligen Anhängseln gewedelt und diese Beteuerungsformel wurde genehmigt.

Somit war alles klar für die Vereidigung. Insgesamt 19 Stadträte hatte 5 verschiedene Eidesformeln gewählt:
Ich schwöre - so wahr mir Gott helfe
Ich schwöre
Ich gelobe - so wahr mir Gott helfe
Ich gelobe und
Ich gelobnudele.

Alles schien klar, wir haben uns schon auf die Bilder von der Vereidigung gefreut. So klar war es aber dann doch nicht so ganz.

Unser Bruder schildert das, was kam, selbst so:
„Ursprünglich wurde mir zugesagt, dass ich alleine meinen Eid leisten darf. Dabei hätte der Oberbürgermeister meinen Eidestext vorlesen und ich nachsprechen müssen. Danach wurde ich aber auf Bitte des OB in die Gruppe "Ich gelobe" gesteckt. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass es per se schon 4 Gruppen gab, sonst hätte ich auf meine Form alleine bestanden. Ich bin von 2 Gruppen ausgegangen, wie es meiner Ansicht nach im Gesetz vorgeschrieben ist."

Obwohl die Vereidigung öffentlich war, wurde dem Fotografen untersagt, Bilder oder ein Video von Fabians Vereidigung zu machen. Der saß dann zwar auch nur in der zweiten Reihe, aber hat es doch geschafft, allen klar zu machen, welches Gelöbnis er ablegt.

Wieder Orignalton Fabian: „Während ich zum Eid aufgestanden bin, habe ich mir meinen Piratenhut aufgesetzt. Dies wurde durch ungläubige Blicke quittiert. Auch, nachdem ich mein erstes von Dreien "ich gelobnudele" ausgesprochen hatte, konnte ich anhand der Gesichtsausdrücke feststellen, dass mir die Aufmerksamkeit für den Rest meines Eides, aller in Hörweite befindlichen Würden- und Amtsträger, auf jeden Fall gesichert ist."

So ist es denn wahr geworden: Erstmals in der deutschen Geschichte wurde ein Stadtrat nach dem pastafarianischen Ritus die Gelobnudelung abgenommen. Ein schönes Zeichen dafür, dass sich unsere noch junge Weltanschauung immer mehr in der Gesellschaft durchsetzt.

Danke dafür, Fabian.  Solche wie du sind das Salz in der Suppe der Gesellschaft und bringen die voran.

07.05.2020

Änderungen im Vorstand



Unser bisheriger Vorsitzender Jan Splett ist am 29.04.2020 von seinem Amt zurückgetreten. Wir bedauern dies sehr und danken Ihm für die ehrenamtlich geleistete Arbeit. Jan hat sich insbesondere bei der Digitalisierung unserer organisatorischen Abläufe verdient gemacht.

Bis zur nächsten Wahl hat der verbliebene Vorstand Rüdiger Weida als amtierenden Vorsitzenden eingesetzt.

Wir wollen gemeinsam in den kommenden Monaten klar Schiff machen um das Steuer unseres Vereins bei der nächsten Vorstandswahl zu übergeben und die Vorstands-Crew zu erweitern.

01.05.2020

Das Wort zum Freitag - Unsere Regeln



Wir bekommen gerade sehr viele neue Mitgliedsanträge. Um den neuen Mitgliedern einen schnellen Überblick zu bieten, worauf sie sich da eingelassen haben, möchte ich hier noch einmal unsere wichtigsten Regeln zusammenfassen.  Natürlich auch um denen, die über eine Mitgliedschaft nachdenken, eine Orientierungshilfe zu geben.

– Wir akzeptieren keine Dogmen
Das wird oft falsch verstanden. Manche leiten daraus ab, dass wir beliebig tun und lassen können, was wir wollen. Oft wird damit auch das Tragen des Nudelsiebs legitimiert. Keine Dogmen zu akzeptieren bedeutet nicht, keine Regeln zu haben. Es bedeutet nur, dass die nicht in Stein gemeißelt sind, sondern immer wieder an der sich ständig ändernden Realität und an neuen Erkenntnissen überprüft werden.

– Wir folgen dem Wunsch des Monsters und tragen Piratenoutfit, wenigstens aber piratige Kopfbedeckung oder Augenklappe.
Das Evangelium ist da ganz eindeutig: ES wird böse, wenn wir es nicht tun.
Das heißt auch, das Nudelsieb kommt bei uns nicht auf den Kopf!

– Wir richten unsere Ethik an den 8 ALMWs und an den 10 Angeboten des evolutionären Humanismus aus.

- Wir verstehen uns als Weltanschauungsgemeinschaft, nicht als Religion.

Diese Regeln waren uns so wichtig, dass wir sie sogar in unserer Satzung festgeschrieben haben.
Aber es gibt noch weitere Regeln und Grundsätze, die aus der gelebten Praxis entwickelt wurden:

- Wir glauben nicht an Feen, Elfen, Götter, Geister, Trolle und andere Fabelwesen. Wir sind überzeugt, auf Erden geht alles natürlich zu. Wir sind in dieser Sicht also Naturalisten.

– Wir verstehen uns als Teil der humanistischen Bewegung in Deutschland und arbeiten mit anderen humanistischen Organisationen, besonders mit der Giordano-Bruno-Stiftung, zusammen.

- Unser Thema ist Weltanschauung und Religion und ihre Wirkung auf die Gesellschaft.
Es gibt noch sehr viele andere wichtige Themen. Für alle die gibt es aber auch andere, darauf spezialisierte Gruppen. Wir äußern uns zu diesen Themen nicht.

- Wir kritisieren mit aller Deutlichkeit Religionen und ihre Inhalte und sind überzeugt, dass die schon allein durch ihre Dogmen die gesellschaftliche Entwicklung behindern.
Wir greifen aber keine Gläubigen persönlich an, sondern gestehen jedem das Recht zu, sich seine Weltanschauung selbst zu suchen.

– Wir sind als Verein parteilich neutral und arbeiten mit keiner Partei, egal mit welcher, zusammen.

– Wir sind nicht gegen, sondern für etwas. Besonders für den evolutionären Humanismus und einen demokratischen, laizistischen Staat.

- Und auch das ist ganz wichtig: Wir tun das alles ohne Verbissenheit und mit großem Spaß. Dabei nutzen wir sehr gern das Mittel der Satire.

Wenn diese Regeln auch für euch passen, seid ihr richtig bei uns.

23.04.2020

Tag des deutschen Bieres



Auf Grund von wichtigen anderweitigen Verpflichtungen mit wahrscheinlich länger nachwirkenden Folgen, muss das Wort zum Freitag in dieser Woche leider ausfallen.

17.04.2020

Das Wort zum Freitag - Ehre sei FSM in dem Topfe

Aus der Reihe “Oldies but Goldies”, Erstveröffentlichung am 02.12.05 8:15

Dieses Post war der Anfang der heutigen Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V. 
Damals galt eine Gemeinde gegründet, wenn ein Blog ins Netz gestellt wurde, hier die Gemeinde Uckermark. Aus der, Barnim und Berlin wurde 2006 die Kirche des FSM Berlin-Brandenburg e.V. die sich später deutschlandweit geöffnet hat. Heute haben wir über 500 Mitglieder in allen Teilen des Landes. 




Wie es geschehen ist, ging in einsamen Weiten verloren. Aber geschehen ist das Wunder!

In seiner grenzenlosen Liebe für unterentwickelte rückständige Gebiete ist Es dort nicht nur erstmalig erschienen 🙂 , nein, ein Tentakel streifte selbst die Uckermark und zeugte Piraten des Glaubens.

Auf dass Sein Licht nun auch hier scheine und wider den Unglauben leuchte!
Auf dass nicht mehr Blut und Leib in kalten hohen Steinhäusern gereicht werde sondern Blut der Tomate und Leib von aller Pasta so da ist auf Erden, in freundlichen hellen Garküchen.
Auf das den rechten Gläubigen Fleischbällchen jeglicher Art hienieden beschieden seien.

Denn Stärke braucht der rechte Gläubige, ist doch die Macht der FSM-losen noch übergroß. Doch ES kräftigt uns nicht nur im irdischen Jammertal, welches nun zu einem Tal der Freuden werden wird. ES lohnt unsere Treue zu IHM, so ES uns dereinst glühende Lava in kühles Bier und geschlechtslose Engel in Stripper und Stripperinnen wandelt.

So seid IHM denn treu, seid furchtlos und mehret euch und glaubt an ES, indem ihr an nichts glaubt.

Ramen

09.04.2020

Das Wort zum Garfreitag - Blaudonnerstagsstart




Hein, Klaas, Jan und  Pit kennen sich schon seit der Zeit, da Bobby Henderson sein Evangelium veröffentlichte, wenn Heín, Klaas und Jan auch keine Ahnung hatten, dass es Bobby und sein Evangelium gibt. Sie suchten Arbeit, fanden Pit auf seinem Kutter und wurden ohne Probleme angeheuert, denn der alte Seebär brauchte dringend Leute, die bereit waren, mit ihm im Morgengrauen auf Fischfang in See zu stechen.

Von der ersten Minute an stimmte die Chemie zwischen ihnen, auch wenn die drei Grünschnäbel, wie Pit sie gern nannte, seine Söhne sein könnten. Es dauerte nicht lange und sie trafen sich auch außerhalb der Arbeitszeit. Gern tranken Sie nach dem Einlaufen in den Hafen noch ein Feierabendbier zusammen oder trafen sich gelegentlich zum Grillen. Man sprach über dies und jenes und so kam der Tag, als die Grünschnäbel vom Fliegenden Spaghettimonster erfuhren. Da sie dem Gehörten nicht abgeneigt waren, verging fortan kein Tag, an dem Pit ihnen nicht auf die eine oder andere Weise vom  Pastafaritum erzählte. Nicht selten nannten sie ihn sogar Papa Pirat und bald erwählten auch sie das Fliegende Spaghettimonster zu ihrem Gott. All die Bräuche, die Pastafari so pflegen, fanden bei den jungen Männern Anklang und die kleine Crew begann diese immer mehr zu leben.


Unsere Grünschnäbel wurden älter, verliebten sich, gründeten Familien, schlossen neue Freundschaften. Die Gemeinschaft wuchs, auch die der Pastafari. Die anfänglich zu viert gefeierten Messen fanden  inzwischen großen Anklang in der Gemeinschaft. Kaum ein Pastafarianischer Feiertag wurde allein gefeiert. Schon beim Treffen zum WeinAchtsfest schmiedeten die Piraten deshalb Pläne für das immer beliebter werdende Passtahfest, dass mit dem Blaudonnerstag beginnt. Nach diesem nassen Winter sehnten die Freibeuter schon den Frühling herbei und entwickelten ausgelassen Ideen.


Klar hörten alle Nachrichten, auch die aus China. Aber das war weit weg. Zu große Sorgen machte sich keiner. Doch das Corona-Virus machte sich auf den Weg, rückte näher und näher. Als es die Heimat unserer Fischer erreichte und die Behörden aktiv wurden, traf es unsere Helden etwas überraschend. In ihrem direkten Umfeld war noch niemand erkrankt. Urplötzlich konnten sie aber ihre Kleinen nicht mehr in die Tageseinrichtungen geben. Vorsorgliche Schutzmaßnahme!  Organisationstalent war gefragt und weitere Vorsichtsmaßnahmen waren zu befolgen. Der Pirat ist ein Gewohnheitstier und bekam nur langsam die neuen Abläufe so unter den Dreispitz, dass es reibungslos lief. Dann kam der Hammer, das gesellschaftliche Leben musste täglich mehr und mehr aufgegeben werden. Das am Wochenende geplante Treffen im Störtebeker wurde abgesagt. Corona, Corona, Corona!


Hein, Klaas und Jan mussten sogar ihren so geliebten Sonntagsfrühschoppen streichen. Die Prognose, dass die Einschränkungen frühstens nach dem Passtahfest aufgehoben werden, bedrückte sie sehr. Sie schimpften wie Piratenpapageien, aber nicht nur sie. Es wurde richtig Mode. Humorvolle Anspielungen, wie man durchdreht, gab es jetzt zuhauf im Netz und wurden fleißig geteilt. Galgenhumor und das bereits nach zwei Wochen!


Der einzige, der das gelassen nahm, war Pit. Er lebte in einem geräumigen Haus mit Garten, hatte keine kleinen Kinder bei Laune zu halten. Als der alte Seebär merkte, wie seine Crew litt, machte er den Vorschlag, sich im Chat auf ein Bier zu treffen. Ist zwar nicht das Selbe, wie im Störtebeker, aber man kann sich unterhalten und sogar sehen. Es dauerte nicht lange, und die jungen Piraten beklagten ihr Los. Pit war fassungslos. „Wo ist denn eure Kreativität vom Winter geblieben?“ fragte er. „Ein richtiger Pirat erfasst die Situation, stellt sich darauf ein und denkt nach, wie er alles zu seinen Gunsten nutzen kann. Nur so ist eine Schlacht zu gewinnen. Habt ihr keine Hobbys? Habt ihr kein Internet, das euch Anregungen ohne Ende bietet? Nehmt es als Chance, mal was Neues zu probieren. Als ich jung war, gab es kein Internet, kaum Telefon. Wir verständigten uns, indem wir Briefe schrieben oder uns besuchten. Mal eben ein Foto ins Netz gestellt … Fehlanzeige, gab ja kein Internet. Natürlich gab es auch nichts mit Corona Vergleichbares. Wollte nur sagen, dass ihr eure Möglichkeiten erkennten und nutzen sollt. Machen ja schon viele vor. Nutzt den Blaudonnerstag und strengt eure Murmeln mal an. Zieht unsere gesamte Piratencrew mit ins Boot. Auch die haben bestimmt gute Ideen. Weicheier werden zum Passtahfest nicht  aufgetischt. Vielleicht schafft ihr es ja, an einem der freien Passtahtage noch was auf die Beine zu stellen. Sogar das beliebte Verstecken von Eiern dürfte möglich sein, wenn ihr mit dem Handy durch die Wohnung streift und die anderen über den PC suchen lasst.


So und nun holt mal die Spiele, die ich euch zum Nudligen Lichterfest schenkte, raus. Wir spielen 'Pirat, ärgere dich nicht!' Wäre doch gelacht, wenn wir vier starken Freibeuter vor Corona einknicken.


Denn mal Prost!“



02.04.2020

Das Wort zum Freitag - Tradition Garfreitagsessen

ein Gastbeitrag von Bruder Smutje


Von allen Feiertagen im pastafarianischen Jahr ist mir der Garfreitag der Liebste. Was gibt es Schöneres, als einen Haufen Piraten einzuladen und es richtig krachen zu lassen, derweil die Ungläubigen Trübsal blasen. Weinend und greinend erzählen sie sich alte Horrorgeschichten.
Wir machen das anders! Noch leicht verkatert vom Blaudonnerstag kommen wir zusammen und gedenken dem Tag, an dem zum ersten Mal eine Nudel perfekt aldente gegart wurde.

Hier in Osnabrück sollte das 4. Treffen in "alter" Tradition wieder mit einem dreigängigen Nudelmenü gefeiert werden. Das muss nun leider ausfallen. Die Piraten 
können jetzt nur in kleinen und kleinsten Gruppen zusammenkommen. Aber lassen wir uns dadurch den Spaß nehmen? Nein! Auch aus der kleinsten Kombüse kann etwas Leckeres kommen, um "ES" zu würdigen und zu preisen.

Oft hörte ich von anderen Seeräubern: "Vor- und Hauptspeise kein Problem. Aber das Desert?"
Deshalb an dieser Stelle ein Rezept für 

geeiste Melonensuppe mit Marzipanravioli.

Das klingt komplizierter als es ist. Ihr braucht:

-   1 bis 2 Cantaloupe- oder Charentais-Melonen
-   1 Zitrone
-   1 Orange
-   diverse Alkoholika (da habt ihr bestimmt noch etwas vom Blaudonnerstag übrig)
-   Marzipanrohmasse
-   1 Packung Wantan Teig TK (gibt es im Asialaden)
-   etwas Zucker, etwas Milch

Los geht's! Wir starten mit dem Süppchen.


Mit dem Entermesser wird die Melone halbiert. Alsdann kratzt ihr die Kerne heraus.

Nun nehmt ihr einen Kugelausstecher (Pariser Löffel) und stecht großzügig Kugeln aus. Wenn so etwas nicht vorhanden ist, ein scharfer Teelöffel tut es auch - seid kreativ. Die Kugeln mit Klarsichtfolie abdecken und ab in den Kühlschrank.



Die Schalen der unbehandelten Zitrone und Orange abreiben und zur Seite stellen. Nun das restliche Fruchtfleisch aus der Melone schneiden und zusammen mit dem Saft der Orange, 1 Glas Prosecco, 1 guten Schuss Campari und etwas Zitonensaft mit dem Stabmixer pürieren. 

Was habt ihr sonst noch von gestern übrig? Ein bisschen Portwein, Marsala und Sherry kommen gut. Rum und Bier würde ich nicht nehmen. Ist zwar sehr piratig, schmeckt dann aber wie abgestandenes Weihwasser. Mit Zucker abschmecken und für geraume Zeit in den Kühlschrank stellen. Nachwuchspiraten an Bord? Dann ersetzt den Prosecco durch Mineralwasser oder Limo.




Jetzt zu den Ravioli. Die tiefgekühlten Wantan Platten (gibt es in rund und eckig) auftauen (dauert ca. 1 Stunde) Für die Füllung 150 g Marzipanrohmasse mit 1EL Milch, 2EL  Amaretto, Organgen- und Zitonenabrieb verrühren. Immer mal abschmecken (zuviel Abrieb schmeckt nicht jedem). 

Die einzelnen Wantan Plättchen rundum mit Wasser einpinseln, 1/2 TL Marzipanmasse in die Mitte, zusammenklappen, andrücken und mit Hilfe eines dünnrandigen Glases ausstechen. Nun haben wir zwar keine Ravioli, sondern eher Cappelini. Die schmecken genauso gut! Wer unbedingt Ravioli möchte, kann sich das auch viereckig zusammenbasteln.
In einen großen Topf mit kochendem Wasser geben. Da der Wantan Teig sehr dünn ist, sind die Teile ruckzuck gar (ca. 2 Min).

Suppe und Melonenkugeln in tiefe Teller füllen, die Marzipan Cappelini dazu, eventuell noch mit frischer Minze dekorieren.

FERTIG!



Das Rezept reicht für 4 Personen. Solltet ihr nur zu zweit sein, esst doppelt so viel oder stellt zwei Teller euren Nachbarn vor die Tür.

Euch allen einen fröhlichen Garfreitag!

27.03.2020

Das Wort zum Freitag - Die wundersame Monsteranz


Am Freitag 13.03.2020 kamen die Ruhrpott-Pastafari zusammen zu einer letzten gemeinsamen Nudelmesse vor dem Beginn einer sich abzeichnenden Quarantäne.

Unser Nudler Guybrush Rigatoni erlebte eine Prüfung und wunderbare Begebenheit auf seinem Weg zur abendlichen Messe, wo er die von ihm erschaffene Monsteranz weihevoll der Gemeinde präsentieren wollte. Er vergaß das Paket mit dem Symbol seiner nudeligen Anhängsel am Bahnhof beim Umsteigen und bemerkte es erst im Anschlusszug sitzend. Doch oh Wunder, das Paket ward nicht bewegt oder angetastet in seiner Abwesenheit und er fand es unversehrt vor, um mit ihm gemeinsam nur wenig verspätet zu unserer Messe zu erscheinen. Das Monster hatte gewiss seine nudeligen Anhängsel im Spiel und sorgte wieder einmal mehr dafür, dass Objekte seiner Wahl nicht so einfach ‘gen Weltenraum entschweben.

So ist dies die erste Monsteranz und Reliquie in einem, welche die Ruhrpott-Pastafarigemeinde fortan bei Messen und Prozessionen voller Stolz vorzeigen kann, da waren sich alle Anwesenden schnell einig.


Würdevoll hielt Guybrush Rigatoni die Nudelmesse, berichtete von den Begebenheiten auf seiner Anreise und wies auf den Unterschied unserer Monsteranz zu den Gebilden der Abergläubischen hin. Denn wir sind natürlich keine Kannibalen, die Fleisch eines fiktiven Untoten oder gar dessen Blut verspeisen. Nein, die Monsteranz weist uns auf die Existenz SEINER nudeligen Anhängsel hin und jeder Pastafari weiß, dass es sich bei der Nudel im inneren nur um ein Symbol handelt. Im Anschluss an Monsterunser und Predigt verteilte unser Nudler Guybrush Rigatoni die Nudeln von SEINEN nudeligen Anhängseln an die Gemeindemitglieder. Das Bier von SEINEM Biervulkan nahm dann jeder aus seinem eigenen Krug oder Glas zu sich.


Es kam im Anschluss noch zu einer kurzen Diskussion, ob unsere prachtvolle Monsteranz von einigen Abergläubischen als blasphemisches Objekt betrachtet würde und als solches als Exkommunikations-Hilfsmittel dienen könnte, um die Kosten für den Kirchenaustritt zu sparen. Aber wir kamen zu dem Schluss, dass man selbst als Exkommunizierter noch weiter Mitglied bei den Abergläubischen bleibt und auch weiter zahlen muss.

Vielen Dank an Guybrush Rigatoni für dieses kunsthandwerkliche Kleinod.

20.03.2020

Das Wort zum Freitag - Monsters Donnerhall



Ich hatte euch schon davon berichtet, dass die Kirche von Neuseeland einen Sonderweg geht. Dort versucht man das Pastafaritum zu gendern. Das Spaghettimonster hat keine Fleischklößchen (balls) mehr, weil das nur so ein Jungensding ist und besteht nur noch aus reinen Kohlehydraten und die Stripperfabrik ist schlecht, weil da Frauen ausgebeutet werden und wurde abgeschafft.

Auch vom International Pastafarians Captains Conlave, in dem sich die Protagonisten der einzelnen Kirchen weltweit treffen, um Informationen zu tauschen, wisst ihr schon.

Dort hat nun Sam, einer der israelischen Rabbis, einen Mailwechsel mit Bobby veröffentlicht. Im Wesentlichen ging es ihm darum, Veröffentlichungsrechte für das Evangelium in anderen Sprachen zu bekommen (liegen nicht mehr bei Bobby sondern beim Verlag) und die Sicht der Neuseeländer von oben umzusetzen. Die Israelis stehen lt. Sam unter dem Druck von Feministinnen, denen das FSM zu frauenfeindlich ist und arbeiten auch mit den Neuseeländern zusammen.
Außerdem hat Sam vorgeschlagen einen anderen Propheten unter Bobby zu benennen, der sich um solche Probleme kümmern kann, wenn er selbst aus dem einen oder anderen Grund keine Zeit hat.

Zur Überraschung von uns allen hat Bobby nicht nur geantwortet, sondern das auch noch sehr ausführlich und persönlich. Wegen Letzterem möchte ich nicht viel dazu sagen. Etwas aber doch. Bobby hat Bedenken wegen der Idee mit dem Hilfspropheten und weiß noch nicht so recht, wie sich das umsetzen lässt. Aber er schreibt: „Thinking .. probably my favorite most inspiring FSM person right now is Bruder Spaghettus, do you follow him? „

Und so geschah das Wunder. ES muss von der ganzen Sache Wind bekommen haben. Anders kann ich mir das nicht erklären, was ich gestern, als ich bei ein paar Flaschen Bier glücklich im Garten ruhte, erlebt habe.

Am Himmel erschien zunächst ein runder Kreis, der sich immer mehr zu einem goldenen Gabelkranz formte. Es hat mich sofort an ein Stargate erinnert. Was würde dort erscheinen? Ihr wisst es längst, na klar, uns Knuddelhaufen aus Spaghetti mit Fleischklößchen und Stielaugen. Vielleicht auch mit ein bisschen Tomatensoße, das war im Rot des Himmels nicht so klar zu erkennen.

Um so besser war ES dann zu hören. Nein, das war nicht der flauschige Knuddelbär, den sich alle so erträumen. Da ging es richtig zur Sache. Ich hatte kein Diktiergerät dabei, um alles aufzunehmen und Elli Spirelli, die gleich neben mir saß und meinem Gedächtnis sonst immer auf die Sprünge hilft, behauptet steif und fest, sie hätte überhaupt nichts gehört.
Vielleicht was das alles also nur in meinem Kopf? Aber ist das nicht die größte Art, wie sich Götter zeigen? Nur ihrem Auserwählten und der muss dann die Botschaft unter das Volk tragen? Also lest aufmerksam, was ich nun als SEIN Wort wiedergebe. Es klang wie Donnerhall:

Arrrgh ihr Freibeuterinnen und Piraten.

Was ist los mit euch? War zu wenig Rum in eurem Wasser oder zu wenig Wasser in eurem Rum? Ich soll frauenfeindlich sein? Ich?

Eicht mal eure Kompasse neu, oder, beim Klabautermann, lest einfach mal die 8 Am Liebsten Wäre Mirs durch und zwar mindestens bis Nr. 5.

Ihr wollt mir die Eier abschneiden weil die dummes Jungenzeugs sind? Ja geht’s noch? Na klar kann, wer will, die Fleischbällchen auch als Attribut der Männlichkeit sehen, aber zuerst sind sie das Symbol der Weiblichkeit. Wozu habe ich eigentlich Prophet Bobby das Evangelium schreiben lassen, wenn ihr das gar nicht lest?

„Nach sorgfältiger Prüfung der zahllosen Facetten des Pastafarianismus bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass sich diese Religion gerade für Frauen sehr anbietet. Unübersehbar besitzt das FSM sowohl männliche wie weibliche Aspekte, da es sowohl “Nudlige Anhängsel” als auch zwei runde Fleischbällchen besitzt, die zweifelsfrei die Brüste der Großen Gottesmutter darstellen.
Dr. Susan Johnston“

Ich bin ein komplettes Wesen, das alle einschließt. Merkt euch das.

Was, ihr wollt die Stripperfabrik aus dem Himmel werfen? Vielleicht auch den Biervulkan gleich mit? Wäre es euch lieber, die Leute zieht es mehr zu den 72 Jungfrauen oder gar zum Harfenorchester? Warum?
Weil euch ein paar Feministinnen auf den Pelz rücken? Warum zitiert ihr denen nicht einfach das Evangelium? Es steht geschrieben:
„Gibt es im FSM-Himmel männliche Stripper für Frauen?
Wahrscheinlich, aber die sind für nichtschwule Männer nicht sichtbar.“

Wenn sie immer noch nicht zufrieden sind, können sie die Stripperfabrik doch einfach zur „Stripper*innenfabrik machen. Dann sollte wohl auch der letzte Depp, Verzeihung, die letzte Depp*in, kapieren, was es mit dem Teil auf sich hat.
Oder muss es der letzte Depp*in heißen? Man, ihr macht mich völlig wuschelig. Darf man „man“ noch sagen?
Egal, ich mach´s, schließlich bin ich Gott.

Zuletzt haben euch wohl auch noch die Kaulquappen gebissen? Ihr wollt, dass Bobby einen Unterpropheten ernennt? Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass die Ernennung von Propheten kein Wunschkonzert ist, sondern allein die Sache der Götter?
Ist euch nie in den Sinn gekommen, dass ich ganz bewusst Bobby ausgesucht habe und es mein ausdrücklicher Wille ist, das er alles so macht, wie er es bisher gemacht hat?

Geht es euch überhaupt um einen Propheten? Oder wollt ihr nicht eigentlich einen Papst, der weltweites Weisungsrecht hat und dem ihr dann ins Ohr säuseln könnt, was er in eurem Interesse den Anderen auf`s Auge drücken soll? Das könnte euch so passen.

Wagt es ja nicht, mich, den Schöpfer, zum Gott einer echten Religion zu machen. Klar, manchmal müsst ihr aus taktischen Gründen so tun, aber hütet euch, das wirklich ernst zu meinen. Ich warne euch, es ist noch genügend Platz bei den Pinguinen am Südpol. Und wenn es sein muss, lasse ich mir auch mal etwas Neues einfallen. Ich kann in vielerlei Gestalt erscheinen.

Pastaplastik von Serghei Pakhomoff 

Und nun zu dir, Spaghettus, der du so stolz bist, dass Bobby dich als Hilfsprophetenkandidat sieht.
Wach wieder auf, das wird nichts.
Es kann nur einen geben!
Das ist der, den ich bestimmt habe: Bobby himself.

So, jetzt ist mir wieder wohler. Was zu sagen war, ist gesagt. Das war das letzte Mal, dass ich zu euch gesprochen habe. Ich bin schon alt, ich gehe jetzt auf´s Altenteil.

Lernt endlich, eure Sachen allein zu regeln, ganz ohne irgendwelche Götterei.
Ihr seid schon groß, ihr schafft das!“



Plumps, war ich aus meiner Hängematte gefallen. Elli Spirelli sah erschrocken zu mir rüber: „Was ist denn mit dir los?“

Keine Ahnung, ich weiß es selber nicht. Nur eins weiß ich, ich werde alles ganz genau so machen, wie es das Monster verlangt hat, und das wird mir gar nicht schwer fallen. Wunderbarer Weise hat es doch genau das verlangt, was ich die ganze Zeit schon selbst gedacht habe. 

Wir müssen die Schwächen der Religionen parodieren. Das Evangelium zu ändern macht nur Sinn, wenn man die Parodie verlassen und wirklich Religion werden möchte. Was wir brauchen ist aber nicht mehr Religion, auch keine besonders wuschlige, sondern weniger. 

Biereluja, lobpreiset das Monster.

Ramen.

Bruder Spaghettus
(abgesetzter Hilfsprophetenkandidat)