02.04.2020

Das Wort zum Freitag - Tradition Garfreitagsessen

ein Gastbeitrag von Bruder Smutje


Von allen Feiertagen im pastafarianischen Jahr ist mir der Garfreitag der Liebste. Was gibt es Schöneres, als einen Haufen Piraten einzuladen und es richtig krachen zu lassen, derweil die Ungläubigen Trübsal blasen. Weinend und greinend erzählen sie sich alte Horrorgeschichten.
Wir machen das anders! Noch leicht verkatert vom Blaudonnerstag kommen wir zusammen und gedenken dem Tag, an dem zum ersten Mal eine Nudel perfekt aldente gegart wurde.

Hier in Osnabrück sollte das 4. Treffen in "alter" Tradition wieder mit einem dreigängigen Nudelmenü gefeiert werden. Das muss nun leider ausfallen. Die Piraten 
können jetzt nur in kleinen und kleinsten Gruppen zusammenkommen. Aber lassen wir uns dadurch den Spaß nehmen? Nein! Auch aus der kleinsten Kombüse kann etwas Leckeres kommen, um "ES" zu würdigen und zu preisen.

Oft hörte ich von anderen Seeräubern: "Vor- und Hauptspeise kein Problem. Aber das Desert?"
Deshalb an dieser Stelle ein Rezept für 

geeiste Melonensuppe mit Marzipanravioli.

Das klingt komplizierter als es ist. Ihr braucht:

-   1 bis 2 Cantaloupe- oder Charentais-Melonen
-   1 Zitrone
-   1 Orange
-   diverse Alkoholika (da habt ihr bestimmt noch etwas vom Blaudonnerstag übrig)
-   Marzipanrohmasse
-   1 Packung Wantan Teig TK (gibt es im Asialaden)
-   etwas Zucker, etwas Milch

Los geht's! Wir starten mit dem Süppchen.


Mit dem Entermesser wird die Melone halbiert. Alsdann kratzt ihr die Kerne heraus.

Nun nehmt ihr einen Kugelausstecher (Pariser Löffel) und stecht großzügig Kugeln aus. Wenn so etwas nicht vorhanden ist, ein scharfer Teelöffel tut es auch - seid kreativ. Die Kugeln mit Klarsichtfolie abdecken und ab in den Kühlschrank.



Die Schalen der unbehandelten Zitrone und Orange abreiben und zur Seite stellen. Nun das restliche Fruchtfleisch aus der Melone schneiden und zusammen mit dem Saft der Orange, 1 Glas Prosecco, 1 guten Schuss Campari und etwas Zitonensaft mit dem Stabmixer pürieren. 

Was habt ihr sonst noch von gestern übrig? Ein bisschen Portwein, Marsala und Sherry kommen gut. Rum und Bier würde ich nicht nehmen. Ist zwar sehr piratig, schmeckt dann aber wie abgestandenes Weihwasser. Mit Zucker abschmecken und für geraume Zeit in den Kühlschrank stellen. Nachwuchspiraten an Bord? Dann ersetzt den Prosecco durch Mineralwasser oder Limo.




Jetzt zu den Ravioli. Die tiefgekühlten Wantan Platten (gibt es in rund und eckig) auftauen (dauert ca. 1 Stunde) Für die Füllung 150 g Marzipanrohmasse mit 1EL Milch, 2EL  Amaretto, Organgen- und Zitonenabrieb verrühren. Immer mal abschmecken (zuviel Abrieb schmeckt nicht jedem). 

Die einzelnen Wantan Plättchen rundum mit Wasser einpinseln, 1/2 TL Marzipanmasse in die Mitte, zusammenklappen, andrücken und mit Hilfe eines dünnrandigen Glases ausstechen. Nun haben wir zwar keine Ravioli, sondern eher Cappelini. Die schmecken genauso gut! Wer unbedingt Ravioli möchte, kann sich das auch viereckig zusammenbasteln.
In einen großen Topf mit kochendem Wasser geben. Da der Wantan Teig sehr dünn ist, sind die Teile ruckzuck gar (ca. 2 Min).

Suppe und Melonenkugeln in tiefe Teller füllen, die Marzipan Cappelini dazu, eventuell noch mit frischer Minze dekorieren.

FERTIG!



Das Rezept reicht für 4 Personen. Solltet ihr nur zu zweit sein, esst doppelt so viel oder stellt zwei Teller euren Nachbarn vor die Tür.

Euch allen einen fröhlichen Garfreitag!

27.03.2020

Das Wort zum Freitag - Die wundersame Monsteranz


Am Freitag 13.03.2020 kamen die Ruhrpott-Pastafari zusammen zu einer letzten gemeinsamen Nudelmesse vor dem Beginn einer sich abzeichnenden Quarantäne.

Unser Nudler Guybrush Rigatoni erlebte eine Prüfung und wunderbare Begebenheit auf seinem Weg zur abendlichen Messe, wo er die von ihm erschaffene Monsteranz weihevoll der Gemeinde präsentieren wollte. Er vergaß das Paket mit dem Symbol seiner nudeligen Anhängsel am Bahnhof beim Umsteigen und bemerkte es erst im Anschlusszug sitzend. Doch oh Wunder, das Paket ward nicht bewegt oder angetastet in seiner Abwesenheit und er fand es unversehrt vor, um mit ihm gemeinsam nur wenig verspätet zu unserer Messe zu erscheinen. Das Monster hatte gewiss seine nudeligen Anhängsel im Spiel und sorgte wieder einmal mehr dafür, dass Objekte seiner Wahl nicht so einfach ‘gen Weltenraum entschweben.

So ist dies die erste Monsteranz und Reliquie in einem, welche die Ruhrpott-Pastafarigemeinde fortan bei Messen und Prozessionen voller Stolz vorzeigen kann, da waren sich alle Anwesenden schnell einig.


Würdevoll hielt Guybrush Rigatoni die Nudelmesse, berichtete von den Begebenheiten auf seiner Anreise und wies auf den Unterschied unserer Monsteranz zu den Gebilden der Abergläubischen hin. Denn wir sind natürlich keine Kannibalen, die Fleisch eines fiktiven Untoten oder gar dessen Blut verspeisen. Nein, die Monsteranz weist uns auf die Existenz SEINER nudeligen Anhängsel hin und jeder Pastafari weiß, dass es sich bei der Nudel im inneren nur um ein Symbol handelt. Im Anschluss an Monsterunser und Predigt verteilte unser Nudler Guybrush Rigatoni die Nudeln von SEINEN nudeligen Anhängseln an die Gemeindemitglieder. Das Bier von SEINEM Biervulkan nahm dann jeder aus seinem eigenen Krug oder Glas zu sich.


Es kam im Anschluss noch zu einer kurzen Diskussion, ob unsere prachtvolle Monsteranz von einigen Abergläubischen als blasphemisches Objekt betrachtet würde und als solches als Exkommunikations-Hilfsmittel dienen könnte, um die Kosten für den Kirchenaustritt zu sparen. Aber wir kamen zu dem Schluss, dass man selbst als Exkommunizierter noch weiter Mitglied bei den Abergläubischen bleibt und auch weiter zahlen muss.

Vielen Dank an Guybrush Rigatoni für dieses kunsthandwerkliche Kleinod.

20.03.2020

Das Wort zum Freitag - Monsters Donnerhall



Ich hatte euch schon davon berichtet, dass die Kirche von Neuseeland einen Sonderweg geht. Dort versucht man das Pastafaritum zu gendern. Das Spaghettimonster hat keine Fleischklößchen (balls) mehr, weil das nur so ein Jungensding ist und besteht nur noch aus reinen Kohlehydraten und die Stripperfabrik ist schlecht, weil da Frauen ausgebeutet werden und wurde abgeschafft.

Auch vom International Pastafarians Captains Conlave, in dem sich die Protagonisten der einzelnen Kirchen weltweit treffen, um Informationen zu tauschen, wisst ihr schon.

Dort hat nun Sam, einer der israelischen Rabbis, einen Mailwechsel mit Bobby veröffentlicht. Im Wesentlichen ging es ihm darum, Veröffentlichungsrechte für das Evangelium in anderen Sprachen zu bekommen (liegen nicht mehr bei Bobby sondern beim Verlag) und die Sicht der Neuseeländer von oben umzusetzen. Die Israelis stehen lt. Sam unter dem Druck von Feministinnen, denen das FSM zu frauenfeindlich ist und arbeiten auch mit den Neuseeländern zusammen.
Außerdem hat Sam vorgeschlagen einen anderen Propheten unter Bobby zu benennen, der sich um solche Probleme kümmern kann, wenn er selbst aus dem einen oder anderen Grund keine Zeit hat.

Zur Überraschung von uns allen hat Bobby nicht nur geantwortet, sondern das auch noch sehr ausführlich und persönlich. Wegen Letzterem möchte ich nicht viel dazu sagen. Etwas aber doch. Bobby hat Bedenken wegen der Idee mit dem Hilfspropheten und weiß noch nicht so recht, wie sich das umsetzen lässt. Aber er schreibt: „Thinking .. probably my favorite most inspiring FSM person right now is Bruder Spaghettus, do you follow him? „

Und so geschah das Wunder. ES muss von der ganzen Sache Wind bekommen haben. Anders kann ich mir das nicht erklären, was ich gestern, als ich bei ein paar Flaschen Bier glücklich im Garten ruhte, erlebt habe.

Am Himmel erschien zunächst ein runder Kreis, der sich immer mehr zu einem goldenen Gabelkranz formte. Es hat mich sofort an ein Stargate erinnert. Was würde dort erscheinen? Ihr wisst es längst, na klar, uns Knuddelhaufen aus Spaghetti mit Fleischklößchen und Stielaugen. Vielleicht auch mit ein bisschen Tomatensoße, das war im Rot des Himmels nicht so klar zu erkennen.

Um so besser war ES dann zu hören. Nein, das war nicht der flauschige Knuddelbär, den sich alle so erträumen. Da ging es richtig zur Sache. Ich hatte kein Diktiergerät dabei, um alles aufzunehmen und Elli Spirelli, die gleich neben mir saß und meinem Gedächtnis sonst immer auf die Sprünge hilft, behauptet steif und fest, sie hätte überhaupt nichts gehört.
Vielleicht was das alles also nur in meinem Kopf? Aber ist das nicht die größte Art, wie sich Götter zeigen? Nur ihrem Auserwählten und der muss dann die Botschaft unter das Volk tragen? Also lest aufmerksam, was ich nun als SEIN Wort wiedergebe. Es klang wie Donnerhall:

Arrrgh ihr Freibeuterinnen und Piraten.

Was ist los mit euch? War zu wenig Rum in eurem Wasser oder zu wenig Wasser in eurem Rum? Ich soll frauenfeindlich sein? Ich?

Eicht mal eure Kompasse neu, oder, beim Klabautermann, lest einfach mal die 8 Am Liebsten Wäre Mirs durch und zwar mindestens bis Nr. 5.

Ihr wollt mir die Eier abschneiden weil die dummes Jungenzeugs sind? Ja geht’s noch? Na klar kann, wer will, die Fleischbällchen auch als Attribut der Männlichkeit sehen, aber zuerst sind sie das Symbol der Weiblichkeit. Wozu habe ich eigentlich Prophet Bobby das Evangelium schreiben lassen, wenn ihr das gar nicht lest?

„Nach sorgfältiger Prüfung der zahllosen Facetten des Pastafarianismus bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass sich diese Religion gerade für Frauen sehr anbietet. Unübersehbar besitzt das FSM sowohl männliche wie weibliche Aspekte, da es sowohl “Nudlige Anhängsel” als auch zwei runde Fleischbällchen besitzt, die zweifelsfrei die Brüste der Großen Gottesmutter darstellen.
Dr. Susan Johnston“

Ich bin ein komplettes Wesen, das alle einschließt. Merkt euch das.

Was, ihr wollt die Stripperfabrik aus dem Himmel werfen? Vielleicht auch den Biervulkan gleich mit? Wäre es euch lieber, die Leute zieht es mehr zu den 72 Jungfrauen oder gar zum Harfenorchester? Warum?
Weil euch ein paar Feministinnen auf den Pelz rücken? Warum zitiert ihr denen nicht einfach das Evangelium? Es steht geschrieben:
„Gibt es im FSM-Himmel männliche Stripper für Frauen?
Wahrscheinlich, aber die sind für nichtschwule Männer nicht sichtbar.“

Wenn sie immer noch nicht zufrieden sind, können sie die Stripperfabrik doch einfach zur „Stripper*innenfabrik machen. Dann sollte wohl auch der letzte Depp, Verzeihung, die letzte Depp*in, kapieren, was es mit dem Teil auf sich hat.
Oder muss es der letzte Depp*in heißen? Man, ihr macht mich völlig wuschelig. Darf man „man“ noch sagen?
Egal, ich mach´s, schließlich bin ich Gott.

Zuletzt haben euch wohl auch noch die Kaulquappen gebissen? Ihr wollt, dass Bobby einen Unterpropheten ernennt? Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass die Ernennung von Propheten kein Wunschkonzert ist, sondern allein die Sache der Götter?
Ist euch nie in den Sinn gekommen, dass ich ganz bewusst Bobby ausgesucht habe und es mein ausdrücklicher Wille ist, das er alles so macht, wie er es bisher gemacht hat?

Geht es euch überhaupt um einen Propheten? Oder wollt ihr nicht eigentlich einen Papst, der weltweites Weisungsrecht hat und dem ihr dann ins Ohr säuseln könnt, was er in eurem Interesse den Anderen auf`s Auge drücken soll? Das könnte euch so passen.

Wagt es ja nicht, mich, den Schöpfer, zum Gott einer echten Religion zu machen. Klar, manchmal müsst ihr aus taktischen Gründen so tun, aber hütet euch, das wirklich ernst zu meinen. Ich warne euch, es ist noch genügend Platz bei den Pinguinen am Südpol. Und wenn es sein muss, lasse ich mir auch mal etwas Neues einfallen. Ich kann in vielerlei Gestalt erscheinen.

Pastaplastik von Serghei Pakhomoff 

Und nun zu dir, Spaghettus, der du so stolz bist, dass Bobby dich als Hilfsprophetenkandidat sieht.
Wach wieder auf, das wird nichts.
Es kann nur einen geben!
Das ist der, den ich bestimmt habe: Bobby himself.

So, jetzt ist mir wieder wohler. Was zu sagen war, ist gesagt. Das war das letzte Mal, dass ich zu euch gesprochen habe. Ich bin schon alt, ich gehe jetzt auf´s Altenteil.

Lernt endlich, eure Sachen allein zu regeln, ganz ohne irgendwelche Götterei.
Ihr seid schon groß, ihr schafft das!“



Plumps, war ich aus meiner Hängematte gefallen. Elli Spirelli sah erschrocken zu mir rüber: „Was ist denn mit dir los?“

Keine Ahnung, ich weiß es selber nicht. Nur eins weiß ich, ich werde alles ganz genau so machen, wie es das Monster verlangt hat, und das wird mir gar nicht schwer fallen. Wunderbarer Weise hat es doch genau das verlangt, was ich die ganze Zeit schon selbst gedacht habe. 

Wir müssen die Schwächen der Religionen parodieren. Das Evangelium zu ändern macht nur Sinn, wenn man die Parodie verlassen und wirklich Religion werden möchte. Was wir brauchen ist aber nicht mehr Religion, auch keine besonders wuschlige, sondern weniger. 

Biereluja, lobpreiset das Monster.

Ramen.

Bruder Spaghettus
(abgesetzter Hilfsprophetenkandidat)

12.03.2020

Das Wort zum Freitag - Christen verlieren Gottvertrauen




Aus der Geschichte wissen wir, dass Kirchgebäude, seit es sie gibt, Orte der Gotteshuldigung und -anbetung sind. Von den Kanzeln wurden und werden die Moralvorstellungen, die von sogenannten Gottesmännern aufgestellt und aufgeschrieben wurden, verbal auf die Schäflein eingepeitscht. Als Zuckerbrot kommt dann das Liedgut auf den Plan. Es sind einfache Melodien, so dass selbst der unmusikalischste Gläubige mitzusingen vermag. Und wer kann schon gebetsmühlenartig gesungenen Vorschriften auf die Dauer widerstehen?! Je öfter man es tut, um so besser funktioniert die Gehirnwäsche. Der Plan ist einfach und funktionierte über die Jahrhunderte. Derweil hatten und lebten diese von Gott Berufenen, und damit meinen sei natürlich immer den falschen Götzen Jahwe, eine ganz andere Moral, wie wir alle wissen.


So lange es Kirchgebäude gibt, bieten sie auch Schutz. Wer immer diesen Schutz begehrte, wurde nicht abgewiesen. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Kam es zu Naturkatastrophen, suchten die Gläubigen Schutz im Gotteshaus, hielt dieser doch besonderes schützend die Hand darüber. Obendrein war die Bausubstanz um einiges stabiler, als einfache Wohnhäuser. Die Lage war meist günstiger z.B. bei Hochwasser.


In größter Ausweglosigkeit fanden sich die Gläubigen also ein, um im Gebet Hilfe von Oben zu erbitten. Das hat sich bis heute erhalten. Bei schrecklichen Ereignissen, wie Amoklauf, Flugzeugabstürzen oder ähnlichen unfassbaren Katastrophen werden sofort Gottesdienste angeboten. Ihr erinnert euch sicher, das sind die Veranstaltungen, bei denen betreten blickende Politiker in den ersten Bankreihen des geweihten Protzgebäudes zu Stuhle kommen. Öffentliches Trauertum führt an den Kirchen nicht vorbei, egal ob die wirklich Betroffenen damit etwas am Hut haben.


Corona setzt dem nun ein Ende. Corona hat dem angeblich allmächtigen Gott seine Grenzen aufgezeigt. Er ist nicht in der Lage, diesem Virus entgegen zu treten. Er guckt tatenlos zu und ist handlungsunfähig. Jetzt halten mir wieder einige Mitmenschen entgegen, dass ich nur einfach ein zu kleines Licht bin, um die göttlichen Wege zu verstehen. Mag sein, aber es ist eindeutig, dass auch die Christen denken, wie ich.


Sie wenden sich ab, halten die Gotteshäuser geschlossen und sparen sich gemeinsame Gebete, die ungehört bleiben. Wozu braucht noch ein Gotteshaus oder ein Gebet in selbigem? Wozu Weihwasser, wenn es sogar gefährlich ist? Wenn der Allerheiligste nichts tut, kann man seinen Tempeln auch fern bleiben.

Das haben die Christen endlich erkannt. Mögen sie nun noch lernen, daraus auch weiterreichende Konsequenzen zu ziehen.

06.03.2020

Das Wort zum Freitag - Bunt gewürfelt



Nicht immer, liebe Schwestern und Brüder, sind es die großen Worte, die uns berühren. Oft liegt der Reiz gerade auch im kleinen. Ähnlich ist es mit der Ordnung. Unordnung fasziniert oft deutlich mehr. So gibt es denn heute auch mal ein bunt durcheinander gewürfeltes Wort mit kleinen Nachrichten, die wir per Mail erhalten haben.

Da kommt dann schon mal so was:



"Sehr geehrte kostbare Leute, 
Herzlichst Willkommen zum Gebets- und Bußetreffen für Deutschland am Samstag, 7. März 2020 ab 13.00 Uhr in Berlin und München.
Wir bereiten uns auf das Kommen von JESUS vor und tun Buße für uns und unsere Nation. 
Lebt heilig! Tut Buße! Bereitet Euch vor für die Entrückung!JESUS kommt bald!
Viele Grüße und Segen
Christian V."

Echt was zum Schmunzeln, oder?

Was zum Freuen kam von Amazon:


Guten Tag,
wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Amazon Ihrer Organisation (Kirche des FSM Deutschland e.V.) am 18.02.2020 109,82€ überwiesen hat. Dieser Betrag wurde durch den Einkauf Ihrer Unterstützer bei smile.amazon.de im Zeitraum vom 01.10.2019 – 31.12.2019 generiert.

Dafür ein herzliches Dankeschön an euch.


Aber auch kleine Sachen machen Freude. So zum Beispiel die hier, die über das Kontaktformular auf unsere Webseite gekommen sind:

- Schickt mir bitte Mitgliedsunterlagen. ARRRGGH
- Hallo ich kommen aus dem Süden Stuttgarts und würde mich gerne auf der Karte eintragen lassen.
- Guten Tag,
Ich habe heute erst so richtig erfahren, dass sie eine Weltanschauung sind und sich um Anerkennung bemühen.
Da mir diese Idee gefällt, möchte ich einen kleinen Veitrag leisten, indem ich die Menschen indirekt auf sie aufmerksam machen möchte.
Meine Idee wären Aufkleber, die Menschen neugierig machen, damit sie von sich selbst aus recherchieren und somit die Pastafari-Bewegung kennenlernen.
1. Hätten Sie eine Idee welches Bild dafür am besten geeignet wäre?
2. Gibt es diese Aufkleber schon?
Falls Sie beide Fragen verneinen, würde ich das Design aus vorhandenen Bildern zusammenstellen und die Idee selbstständig umsetzen.
- Hallo ihr Piraten,
nehmt mich bitte mit in eure Gemeinschaft auf. Ich ertrage religiöse Dummheit und Beschränktheit nicht mehr und suche Gleichgesinnte Arrrrg!!
Es lebe das gute Leben auf dieser Erde!!!!
Smutje Tortelloni

Aber natürlich gibt es da nicht nur Zustimmung. Auch so was kommt schon mal an, als wahres Zeichen christlicher Nächstenliebe:


- Man meint es gibt so etwas nicht, es kann so etwas dummes nicht geben und doch stellt man fest es gibt euch. Wie abartig muss man sein, wie abgestumpft und Gewissenlos gegenüber dem heiligen Gott.

Aber eins kann ich sicher sagen. Wenn ihr nicht zu Gott umkeht und Busse tut wird das am Ende eures Lebens und danach alles andere als lustig und spaßig.
Ich möchte mir nicht vorstellen was euch und alle die Ungläubigen, die nicht Christus als wahren Gott und wahren Menschen anerkennen, erwartet.

Damit es nicht ganz so ernst aufhört, hier nun noch was Kurioses:

- Am Anfang war das Wort ...aaargh# ogotogot,sprach Hermes Trismesgisdos
Schwingung des Lebens,Klang des Seins😎😇👀,auch in Form eines fliegenden Spaghettimonsters
möglich,in diesem Sinne bitte ich um eine Audienz....
Hätte gerne mehr Dialog.....und mehr Input.


Na, den geben wir doch gern. Und wenn es wirklich ganz konkrete Fragen sind, gibt es als Antwort auch mehr als den Hinweis auf unsere Website und unseren Youtubekanal. ;)

28.02.2020

Das Wort zum Freitag - Pinguin-Kegeln



Immer wieder können wir feststellen, wie das Pastafaritum mehr und mehr gesellschaftliche Praxis wird. Das zeigt sich in vielen Kleinigkeiten.

Wir merken es, weil immer mehr Piratenfische auf Autos kleben.
Wir merken es, weil immer mehr Menschen wissen, was eine Nudelmesse ist.
Wir merken es, weil immer mehr Anfragen kommen, ob wir nicht in Schulen über uns berichten können. Letzte Woche hat sich z.B. eine Religionslehrerin mit 11 Schülern zu einer Freitagsmesse in Templin angemeldet.
Wir merken es, weil wir bei unseren Aktionen immer mehr Beifall bekommen und wir merken es, weil wir jedes Quartal von Amazon dank eurer Käufe etwas Geld bekommen.

Wir merken es aber auch an ganz kleinen Sachen, die erst beim zweiten Hinschauen pastafarianische Praxis vermitteln.

So war Elli Spirelli ganz begeistert, als sie ein Benjamin Blümchen Heft mit einem pastafarianischen Spiel entdeckte: Pinguin-Kegeln.


Die Regeln sind einfach. Sechs Pinguine werden auf einen glatten Untergrund gestellt. Der Jüngste darf anfangen und eine Kugel aus 20 cm Entfernung auf die Pinguine schnippen. Er hat drei Versuche, dann kommt der nächste Spieler dran. Gewonnen hat, wer nach drei Runden die meisten Punkte sammeln konnte oder wer alle Pinguine auf einen Schlag umgekegelt hat.

So werden auch die Jüngsten behutsam an das Pastafaritum heran geführt.

Was? Ihr wisst nicht, was das alles mit IHM zu tun hat?
Ja, habt ihr denn das Evangelium nicht gelesen?

Dann solltet ihr das schnell nachholen, also, so ganz grundsätzlich. Es lohnt sich!
Für den jetzigen Fall besonders die darin enthaltene hervorragende Arbeit des Historikers, Gelehrten und super netten Typen Toby Leonard „Von Pinguinen und Pasta“.

Wer es eilig hat, kann aber auch mal schnell hier und hier klicken.

Mancher wird sich jetzt erstaunt sagen: „Aber das FSM ist doch ein gütiger Gott“.
Grundsätzlich schon, aber Es kann halt auch anders. Erinnert ihr euch? Da war doch was:

" Außerdem zeugt es von mangelndem Respekt, unseren Glauben zu verbreiten, ohne das Ornat Seiner Wahl zu tragen - die Kluft der Piraten. Das lässt sich gar nicht genug betonen, allerdings leider nicht näher erklären, weil hier der Platz dazu nicht reicht. Die präzise Erklärung lautet:

ES wird böse, wenn wir es nicht tun."

ES möchte uns also als Piraten, nicht als Geschirrständer.
Die Sache mit den Pinguinen zeigt uns, das ist nicht nur eine leere Drohung. ;)

21.02.2020

Das Wort zum Freitag - Freidenker




Dr. Ronald Bilik  ist Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Österreichs und Chefredakteur des Verbandorgans "Freidenker".
Im letzten Jahr hat er mich interviewt und meinte anschließend, das wäre das Interview des Jahres. Vielleicht ist er einfach nur ein höflicher Mensch oder er wusste schon, dass es erst in diesem Jahr in der vorerst vorletzten Nummer der Zeitschrift erscheinen wird. Das ist nun passiert, nun darf auch ich es veröffentlichen und ihr könnt euch selbst ein Bild machen.

Die Religion des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) ist anscheinend die einzige Religionsgemeinschaft, welche auch unter Konfessionsfreien und Atheisten immer mehr Anhänger gewinnt. Wir haben diese Entwicklung zum Anlass genommen, um mit Bruder Spaghettus, dem Gründer der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland, ein Interview zu führen. 

FD: Gleich zu Beginn sollten wir die Formalitäten abklären. Da du so etwas wie der Papst der deutsche Pastafaris bist, möchte ich keinen Fauxpas begehen. Reicht die Ansprache „Bruder Spaghettus“ oder ist der Titel „Eure Nudelige Heiligkeit“ eher angebracht?

BS: Bruder Spaghattus passt prima, schließlich steht es so auch auf meinem neuen Ausweis. Wir sind alle gleich, haben keine Titel und wenn sich doch mal wer einen gibt, ist der bedeutungslos

FD: Dann ist ja alles Pasta. Wie kam es zur Gründung der Kirche des FSM? War das eine spontane Idee, oder gibt es hierzu eine Legende oder gar eine übersinnliche Erscheinung bzw. ein Erweckungserlebnis?

BS: Ohne etwas Geist geht nichts. Bei uns kommt der meist in Form bestimmter Getränke.
In dem Fall hatten die aber nichts meiner Erweckung zu tun. Die kam durch den Spiegelartikel „Mein Gott, ein Nudelmonster!“ Ende 2005. Noch im selben Jahr gründete ich die Gemeinde Uckermark. Danach entstanden noch Gemeinden in Berlin und im Barnim und diese drei Gemeinden gründeten dann 2006 die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Berlin – Brandenburg“ als einegetragenen Verein.
Später öffneten wir uns deutschlandweit und wurden zur „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland“. Das müsst so um 2011 gewesen sein. In dem Jahr wurden wir auch, nach unserem ersten Rechtsstreit, als gemeinnützige Körperschaft anerkannt.

FD: Wie viele Anhänger hat die Kirche des FSM derzeit in Deutschland?

BS: Das lässt sich schwer sagen, allein auf unserer Facebookseite haben wir über 12.000. Als wir unseren ersten Aufruf machten, uns zu helfen 1600,- Euro für den nächsten Rechtsstreit aufzubringen, hatten wir die nach nicht einmal zwei Wochen zusammen. Das zeigt nicht nur, was wir machen, wird gebraucht, sondern auch, auf unsere Anhänger ist Verlass.
Einige von ihnen sind auch in den Verein eingetreten. Da haben wir knapp 400 Mitglieder.

FD: Nur zur korrekten spaghettolgischen Einordnung. Du hast dich – ebenso wie Niko Alm – mit deiner religiösen Kopfbedeckung auf dem Personalausweis ablichten lassen. Das machen aber nicht alle Pastafaris. Ist das jetzt noch der orthodoxe Pastafarismus oder schon eine Abspaltung? Würdest du dich als Pastafari almistischer Prägung definieren oder gibt es da doch zu große spaghettologische Differenzen?

BS: Leider haben es weder Niko noch ich mit der Kopfbedeckung auf den Ausweis geschafft, sondern nur auf die Fahrerlaubnis. Dass ist besonders in Österreich ein großer Unterscheid. Irgendwie gibt es da eine Gesetzeslücke. Es wurde vergessen festzulegen, dass für das Führerscheinbild die gleichen Vorschriften wie für den Ausweis gelten. Zum Glück, denn sonst hätten Niko und andere Österreicher es sehr viel schwerer gehabt.
Aber Nikos Aktion war für mich tatsächlich der Anlass, es selbst auch zu probieren. Ich habe damals aufgefordert, es ihm nach zu machen. Allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Mit einem Piratenhut oder -tuch auf dem Kopf, nicht mit einem Nudelsieb. Das Monster möchte uns als Piraten sehen, nicht als Geschirrständer.

FD: Gibt es schon Abspaltungen bzw. Häretiker? Und wenn ja, seid ihr eine Religionsgemeinschaft, welche Abtrünnige verfolgt oder lasst ihr auch Abweichler frei nach Lust und Laune herumnudeln?

BS: In den USA gibt es die unterschiedlichsten Gruppierungen. Das hat aber mehr mit dem Nachahmen der vielfältigen Formen des Aberglaubens dort zu tun, als mit Häresie. Die bisher größte ist wohl die Nudelsieberei. Wir hattten damals tatsächlich ein bisschen Angst, dass es irgendwie zur Spaltung zwsichen Alt- und Neugläubigen kommt, bis 2011 waren ja alle Pastafari Piraten. Mit meiner Arbeit „Die Rolle des Nudelsiebs im Pastafaritum“ habe ich dazu beigetragen, das zu verhindern.
Wir sind also nachsichtig mit Almisten, so nennen wir die, die nicht dem Monster, sondern Niko Alm folgen. Auch wenn wir in Deutschland das Nudelsieb lediglich in der Küche oder als Kircheglocke akzeptieren, können andere das anders machen. Die internationale Zusammenarbeit, die sich schon eine Weile entwickelt, wird dadurch nicht gestört. Erst neulich habe ich z.B. einen Gastbeitrag für den Blog der österreichischen Kirche geschrieben und auch gute perönliche Kontakte.

FD: Besteht bei euch in irgendeiner Form die Gefahr der Radikalisierung? Sprich: Ist damit zu rechnen, dass in irgendwelchen Hinterhöfen eine fundamentalistische Auslegung gelehrt wird, durch welche Jugendliche in radikaler Weise mit schwarzen Nudelmessen eingekocht werden können? Oder ist damit zu rechnen, dass sich ein Pastafari in die Luft sprengt und damit pastarisiert?

BS: Hey, wir sind Piraten, da kann es gar nicht radikal genug zugehen. Weder an Deck noch in der Kombüse und wenn der Smutje die Sepianudeln so schmackhaft hin bekommt, dass das Gewürz der Aufklärung damit gut unter die Leute gebracht werden kann, ist alles erlaubt.
Außer natürlich hauen, stechen, schießen, sprengen und solche abartigen Sachen.

FD: Es gibt ja, wie wir noch unten ausführen werden, einige diskriminierende Maßnahmen seitens der Behörden. Da stellt sich für den Außenstehenden doch die Frage, ob eure Toleranz nicht ein Wettbewerbsnachteil ist. Im Gegensatz zu staatlich alimentierten Mitbewerbern sehe ich bei den Pastafaris auch keine Ansätze von Frauenfeindlichkeit,Homophobie, Antisemitismus oder dem Streben nach Weltherrschaft, denn ihr wollt offenbar kein weltweites Pastafariat errichten. Es ist auch kein Gegensatz in eurer Lehre zu den Menschenrechten zu erkennen. Wäre es hier im Sinne des Benchmarkings nicht doch effizienter, wenn man fundamentalistischer und intoleranter auftreten würde?

BS: Eine interessante Frage. Ich müsste unsere Wissenschaftler, wir sind ja die einzig wissenschaftliche Religion, dazu befragen. Oder ich könnte geistige Getränke zu mir nehmen. Gibt das eure Spesenkasse her?
Es könnte allerdings gut sein, dass sich bis zur Antwort der Mitbewerb wegen Abhandenkommens der anderen Teilnehmer schon erledigt hat.

FD: Da wir beim Thema Diskriminierung sind: Im Gegensatz zu Ordensleuten, darfst du (auf deinem Personalausweis) den Titel „Bruder Spaghettus“ nur als Künstlernamen führen. Fühlst dich dadurch religiös diskriminiert und in deinen religiösen Gefühlen verletzt?

BS: Unbedingt, und ich finde das scham- und rücksichtlos.
Andererseits hat es natürlich auch was für sich, offiziell als Lebenskünstler anerkannt zu werden.

FD: Deine Religionsgemeinschaft unterbreitet – wie auch der Mitbewerb – allen Interessierten und Gläubigen ein spirituelles Angebot. Grundsätzlich kann jeder an euren Nudelmessen teilnehmen. Du hast aus diesem Grund auch an der Ortseinfahrt in Templin ein entsprechendes Hinweisschild angebracht, welches Passanten und Autofahrer auf die Nudelmesse hinweist. Dieses führte zu einem Rechtsstreit. Kannst du uns bitte den Hergang und den aktuellen Stand der gerichtlichen Auseinandersetzung schildern?

BS: Oops, wieviel Seiten hast du zur Verfügung?
Wir hatten die offizielle Genehmigung der örtlichen Straßenmeisterei unsere Schilder an den gleichen Masten wie die Kirchenschilder anzubringen und das auch getan. Die Kirchen sind Sturm dagegen gelaufen. Teilweise zu Recht, den die Masten für die Schilder waren ihr Eigentum, sie konnten also auch entscheiden, wer da hängen darf. Wir haben uns mit dem Direktor des Landesbetriebs Straßenwesen und dem Templiner Bürgermeister getroffen und vertraglich vereinbart, wir bekommen eigene Masten im Umfeld der Kirchenmasten. Inzwischen hatten die Kirchen die Sache sogar in den Landtag Brandenburgs getragen. Die Kulturministerin, Schwester einer Bischöfin , hat entschieden, wir wären keine Religionsgemeinschaft. Das war eigentlich bedeutungslos, denn wir hatten die neue Genehmigung ausdrücklich als Weltanschauungsgemeinschaft bekommen. Auf resortübergreifende Weisung dieser Ministerin zog der Landesbetrieb Straßenwesen dann doch seine Genehmigung zurück. Dagegen sind wir vor Gericht gegangen, haben in Deutschland in allen Instanzen verloren. Wir wären keine Weltanschauungsgemeinschaft. Eine entsprechende Klage vor dem Europäischen Gerichtshof der Menschenrechte wurde wegen eines Formfehlers abgewiesen.
Gerade wurde ein weiteres Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Potsdam, ebenfalls wegen Anerkennung der Weltanschauungsgemeinschaft, abgewiesen. Wir bereiten erneunt die Klage für das Verfassungsgericht vor und wergen ggf. wieder vor den EuGM ziehen.

FD: Was genau sind die Ziele der Kirche des FSM´s? Was wollt ihr in Deutschland bzw. in der „Weltmission“ erreichen?

BS: Die „Weltmission“ gibt es nicht. Die Ziele in den einzelnen Länder sind sehr unterschiedlich. In Neuseeland ist das FSM nicht nur als Kirche anerkannt, es entwickelt sich leider auch tatsächlich zu einer. In Polen ist das FSM eher gesellschaftliches Sammelbecken, wir in Deutschland sind weltweit die einzigen, die offen sagen, wir benutzen die Parodie nur als Mittel, um andere Ziele zu erreichen.
Da wäre zuerst die Verbreitung des evolutionären Humanismus, da arbeiten wir eng mit der Giordano Bruno Stiftung zusammen. Gleichzeitig wollen wir zeigen, wie Religion und Kirche funktioniert und wie lächerlich beide bei einem Blick von außen sind.
Wir wollen aber auch entwickeln. So schenken wir z.B. der Stadt Templin, unserem Vereinssitz, zum 750 Geburtstag einen Evolutionsweg. Die Annahme dieses Geschenkes zeigt, wie unsere Anerkennung als gesellschaftlicher Akteur inzwischen gestiegen ist.

FD: Wie sieht der religiöse Alltag bei euch aus? Gibt es Feiertage, gemeinsame Rituale etc?

BS: Wir haben von Anfang an auf Rituale gesetzt. Die machen nicht nur Spaß, die halten auch zusammen. Wir bieten alles: Hochzeiten, Taufen, Nudelmessen und, wenn dann der Bedarf kommt, auch Beerdigungen.

FD:Ich habe gesehen, dass du weltweit unterwegs bist und dich international vernetzt. Wie ist so dein Eindruck von der weltweiten Pastafarigemeinschaft?

BS: Wir haben sehr gute Kontakte zur italienischen Kirche, mit der wir die "Pastachse Rom – Berlin" begründet haben. Auch zu Österreich gibt es persönliche Kontakte und auch zu Russland, Dänemark und Polen haben wir freundschaftliche Beziehungen.
Außerdem haben wir das „International Captains Conclave“ in dem wir uns über die Situation in den einzelnen Ländern austauschen. Die ist, abhängig von gesetzlichen Voraussetzungen und den jeweiligen Gründern, recht unterschiedlich. Gemeinsam ist allen bis auf uns, das Streben, als als Kirche anerkannt zu werden. Geschafft hat das meines Wissens bisher nur Neuseeland und Taiwan. Selbst im Mutterland USA hat ein Gericht entschieden, das Pastafaritum ist keine Religion.
Die Taiwanesen bekennen sich, wie wir, klar zum Humanismus, Neuseeland scheint sich tatsächlich zur Religion zu entwickeln, was mir Sorge macht. Wir brauchen nicht mehr Religion, auch keine gute, sondern weniger.

FD: Wie würdest du die Kirche des FSM bezeichnen? Ist das eine normale Religion, eine Spaßreligion oder eine Religionsparodie?

BS: Das sieht wohl jeder ein bisschen anders. Daniela Wakonigg hat dazu ein tolles Buch geschrieben das zeigt, warum sowohl Religion als auch Parodie denkbar sind. Nur mit Spaßreligion kann ich überhaupt nichts anfangen. Zwar haben wir viel Spaß bei dem, was wir tun, aber das ist nicht der Zweck des Tuns.
Wir in Deutschland gehen sogar noch einen Sonderweg, in dem wir uns klar als Weltanschauungsgemeinschaft sehen, die die Religionsparodie nur nutzt, um ihre eigentliche Botschaft, den evolutionären Humanismus, unter die Leute zu bringen.
Ich persönlich bin also ganz klar bei Religionsparodie und ich hoffe sehr, es wird nie wirkliche Religion daraus.

FD: Weil wir gerade beim Thema Spaß sind. Bei allem Sinn für Humor brennt dein Herz für die säkular-humanistische Sache. Soweit ich gesehen habe engagierst du dich etwa auf Facebook in ausgesprochen seriöser Weise hinsichtlich (religions-) kritischer Themen wie etwa Alternativmedizin, Islam oder Einwanderungspolitik. Können die Mitglieder deines Netzwerkes mit dieser Dipolarität umgehen oder gibt es da Missverständnisse und Differenzen?

BS: Ich versuche da klar zu trennen und poste Sachen, die nicht unbedingt zum Pastafaritum gehören, nur auf meinem privaten Profil. Auch wenn selbst das manche stört, da müssen die halt durch. Natürlich gibt es auch wegen islamkritischer Haltung gelegentlich Anfeindungen. Tatsächlich bin ich eher abrahamitenkritisch, und mache einfach auch für den Islam keine Ausnahme. Warum auch? Es ist die abrahamitische Religion, die gerade am meisten auf Expansionskurs ist.

FD: Wir haben jetzt einen umfassenden Einblick in eure Religionsgemeinschaft erhalten. Da unsere Leserschaft sehr kritisch ist, müssen wir davon ausgehen, dass sich nicht alle zum Pastafarismus bekehren lassen. Den FSM-Gläubigen wird im Jenseits ein Biervulkan und eine Stripperfabrik versprochen. Welche jenseitigen Nachteile haben die Ungläubigen zu erwarten? Muss unsere Leserschaft – ebenso wie etwa bei der abrahamitischen Konkurrenz – mit ewigen Höllenstrafen rechnen oder habt ihr da bessere Zukunftsaussichten für uns?

BS: Wen es ganz hart erwischt, der wird zum Pinguin verwandelt und muss in die Antarktis. So ging es den ersten, von IHM erschaffenen Menschen, den Liliputanern, weil sie immer nur rumgenörgelt haben, dass sie so klein sind. Normale Ungläubige werden eher nur wenig gestraft und kommen ebenfalls an den Biervulkan und in die Stripperfabrik. Allerdings ist bei denen ist dann das Bier schon mal schal und die Stripperfabrik nicht frei von Geschlechtskrankheiten.
Ihr seht also, ES ist nicht nur der liebe Gott, sondern kann auch mal richtig böse werden. Ganz besonders, da ist das Evangelium völlig eindeutig, wenn wir nicht die richtige Kleidung tragen:
" Außerdem zeugt es von mangelndem Respekt, unseren Glauben zu verbreiten, ohne das Ornat Seiner Wahl zu tragen - die Kluft der Piraten. Das lässt sich gar nicht genug betonen, allerdings leider nicht näher erklären, weil hier der Platz dazu nicht reicht. Die präzise Erklärung lautet:
ES wird böse, wenn wir es nicht tun."

FD: Vielen Dank für dieses informative Interview. Gibt es eine pastafarikonforme Danksagung wie etwa das bekannte „Vergelt´s Gott“?

BS: Ich verstehe die Frage nicht. „Vergelt´s Gott“ ist doch eine uralte pastafarianische Danksagung. Schließlich gibt es nur den einen, wer sollte also sonst gemeint sein, außer IHM, dem Fliegenden Spaghettimonster?

14.02.2020

Das Wort zum Freitag - Der Pastafarianische Kalender




Das Pastafaritum ist längst zur Weltreligion geworden. Das zeigt nicht nur die große Anzahl von Kirchen in immer mehr Ländern, auch die internationale Zusammenarbeit wird immer stärker. Dabei geht es nicht darum, gemeinsame Regeln zu entwickeln, sondern sich auszutauschen und, im Idealfall, Ideen gemeinsam umzusetzen. Der Pastafarianische Kalender 2020 ist ein schönes Beispiel dafür, er ist eine australisch-dänische Arbeit.


Ein tolle Sache, finde ich. Das Einzige, was mir noch nicht so recht gefällt, ist die Jahreszählung. Ich habe im International Pastafarians Captains Conclave vorgeschlagen, die Zählung mit 2005 zu beginnen, dem Jahr, in dem ES sich dem Propheten Bobby offenbart hat. Mal sehen, wie die Reaktionen sein werden.

Für den Kalender habe ich mich noch mal hingesetzt, und alle unsere Feiertage zusammengestellt. Für alle, die die sich lieber in ihren eigenen Kalender eintragen möchten, gibt es nachfolgend eine Liste. Für manche Tage sind auch gleich die entsprechenden Geschichten verlinkt. Wer auf den Pastafarianischen Kalender umsteigen möchten, kann ihn sich hier als pdf downloaden.

Mancher wird sich jetzt wundern, dass viele unserer Feiertage auf die anderer Religionen fallen. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
Aber es ist genau umgekehrt. Das sind seit alters her unsere Feiertage, andere, vor allem die Christen, haben die einfach mit ihren Tagen besetzt. Jeder weiß inzwischen z.B., dass der Jesus der Bibel weder im Jahr 1 noch im Dezember geboren wurde. Die Urchristen haben das auch noch ganz anders gefeiert. Erst mehr als 300 Jahre später haben Kirchenfürsten beschlossen, seine Geburt auf den 24. Dezember zu legen, um so andere Feste, vor allem unseres, zu überlagern.


Wir kapern die uns jetzt also einfach zurück.


Feiertagsliste
06.01.2020 Eilige Drei Köche
10.01.2020 Papst Al Zarkawi I. Tag
09.04.2020 Blaudonnerstag
10.04.2020 Garfreitag
11.04.2020 Pastahsamstag
12.04.2020 Pastahsonntag
24.04.2020 Ramendan
21.05.2020 Monsters Himmelfall
21.05.2020 Piraticus Seefahrt
31.05.2020 Piratendankfest
19.09.2020 Sprich wie ein Pirat Tag
31.10.2020 Halloween
11.11.2020 Marziani
04.12.2020 1. Pastat
06.12.2020 Niklas
11.12.2020 2. Pastat
18.12.2020 3. Pastat
24.12.2020 Lichterabend
25.12.2020 WeinAchten / Lichterfest / Holidays 1. Tag
26.12.2020 WeinAchten / Lichterfest / Holidays 2. Tag

06.02.2020

Das Wort zum Freitag - Wir haben genudelt



…..und richtig schöne war´s wieder im Knofel, unserem langjährigen Stammlokal. Nur einen Fehler haben wir gemacht. Wir haben erst gegessen und dann genudelt. Unseren alten Plan, das Essen zu bestellen und die Messe zu halten, bis das kommt, hatten wir schlicht vergessen.




Dafür war dann aber das Lokal inzwischen richtig voll und wir hatten reichlich Publikum. Wenn ihr euch mal die Frau am Fenster anseht, erkennt ihr, auch das hatte richtig Spaß.

Nudler war Bruder Spaghettus, die Lobpreisung der Reliquien Sache von Cpt. Nodus. Der hat dann auch später beim Abendmahl das Verteilen der “Nudel von Seinen nudligen Anhängseln”  übernommen.



Für vier neue Spreeräuber war es das erste Mal, dass sie das Glaubensbekenntnis abgelegt haben.



Das Lied Nr. 9 aus unserem Pastafarianischen Liederbuch, “Ein bissfest Burg ist unser Gott”, haben sie aber schon ganz ordentlich mitgesungen.



Nach dem kulturellen Höhepunkt der Messe kam nun der kulinarische, das Heilige Abendmahl.





Den Abschluss bildete das Monsterunser und ein klares Fazit:

Es brachte uns kein Unglück, dass wir heute 13 Piraten und Freibeuterinnen waren, im Gegenteil. Sofort nach der Messe kamen andere Gäste zu uns und wollten wissen, ob wir auch Trauungen durchführen. Vielleicht steht da ja bald eine ins Haus.

Beim Abgang aus der Gaststätte gab es von einigen Tischen klare Sympathiebekundungen. Unsere Flyer hatten wir schon vor der Messe an allen  Tischen verteilt, nun waren unsere Button und Aufkleber gefragt. Die reichten gar nicht aus, so groß war die Nachfrage.

Der Aufforderung der Bedienung, “Kommt bald wieder”, werden wir ganz bestimmt folgen.

30.01.2020

Das Wort zum Freitag - Pastafaritreffen 2020 in Templin




15. August 2020


Diesen Tag solltet ihr euch frei machen und dick in eurem Kalender ankreuzen.

An dem gibt es die beiden Höhepunkte des Treffens. Wer möchte, kann aber auch schon am 14. August anreisen. Noch ist nicht alles bis in jede Einzelheit geklärt, aber es sollte schon reichen, um sich anzumelden.

Am Freitag, dem 14. August, wird noch nicht so sehr viel steigen. Wir werden die übliche Freitagsmesse auf den Abend verlegen und anschließend mit den Besuchern noch am Lagerfeuer sitzen und was trinken. Nicht zu viel, denn am nächsten Tag werden wir noch einige Kondition brauchen.

12:00 Uhr versammeln wir uns zum Großen Festumzug der Stadt Templin. Wir werden einen kleinen Wagen von ca. 5-6 m haben, der von einem ebenfalls kleinen Traktor gezogen wird. Wir werden ein großes, aufblasbares Spaghettimonster haben, reichlich nudliges Wurfgut und auch etwas Bier.
Was wir noch brauchen, seid ihr, um mit uns durch die Stadt zu ziehen, um das Wurfgut an die Leute zu bringen, um die vorgeschriebenen Sicherheitsposten für den Wagen immer mal wechseln zu können und um zu zeigen, was für eine tolle Truppe wir sind.
Irgendwann am Nachmittag wird es in der Stadt auf einer kleinen Bühne noch eine Nudelmesse geben. Dazu haben wir einen ganz besonderen Gast eingeladen und freuen uns sehr, dass er zugesagt hat. Dr. Michael Schmidt-Salomon wird dort die Predigt halten.

Damit ist der offizielle Teil dann vorbei, nun kommt die Party.
Für die haben wir ein tolles Gelände gefunden, das "Gut für Tiere". Es liegt am Stadtrand von Templin, etwa auf halbem Weg zwischen unserer Kirche und dem Stadtzentrum. Es wird Lagerfeuer geben, es werden zwei Bands spielen und DJ Igelknie wird anschließend mit Indie weiter machen. Die Black Sabbath Coverband hat schon zugesagt, eine Tom Waits Coverband versuchen wir so schnell wie möglich klar zu machen. Möglich ist auch, dass eine regional recht erfolgreiche Punkband den Abend zu einem kleinen Festival machen wird.
Dieser Teil wird dann auch öffentlich sein.

Nur für euch aber ist es möglich, auf dem Gelände auch zu zelten oder euren Wohnwagen abzustellen. Es gibt zwar keine Waschräume, aber entweder Plumps- oder Dixiklo und einen Wasserschlauch für die kleine Wäsche. Wer sich mal frisch machen will, bis zum Templiner Kanal sind es keine 500 m. Wer eher ein festes und bequemeres Quartier sucht, sollt sich das möglichst schon jetzt sichern. In der Urlaubssaison ist hier nur schwer was zu bekommen.

Wir hoffen außerdem, dass der Eine oder die Andere von euch auch noch gern etwas zeigen möchte, von eigenen Songs, Gedichten oder Jonglagen bis hin zur Feuershow, wir freuen uns über alles.
Last von euch hören und, vor allem, haltet euch den Termin frei und kommt nach Templin.

23.01.2020

Das Wort zum Freitag - Gründet Hochschulgruppen.....



....wir helfen euch dabei!

Nun gut, ich muss zugeben, wir haben selbst noch keine Erfahrung, wie das geht. Über die formellen Bedingungen, die dazu notwendig sind, können wir also keine Auskunft geben. Vermutlich sind die auch von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Das müsstet ihr also selbst vor Ort klären, wir können in diesen Fragen nur helfen, den Austausch zwischen euch zu vermitteln.

Inhaltlich könnte für diese Gruppen aber Ähnliches zutreffen, wie für die Gemeinden. Orientiert euch also bitte erst einmal an "Die Rolle der Gemeinden im Pastafaritum".

Weil der Artikel etwas länger ist, versuche ich mal eine kurze Zusammenfassung. Bestimmt fällt mir beim Schreiben auch noch etwas Ergänzendes ein.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei Arten von Gemeinden/Gruppen:
Die "ungebundenen"  und die "angeschlossenen" Pastafari.

Die ungebundenen Gruppen sind völlig frei in ihren Entscheidungen, können ihr eigenes Pastafaritum entwickeln, eigene Regeln aufstellen oder nur in Einzelheiten Sachen von uns übernehmen. Sie  dürfen sich aber in keiner Weise auf die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland berufen oder beziehen, sondern machen deutlich, dass es sich um völlig eigenständige und eigenverantwortliche Einheiten handelt. Ob in diesen Gruppen auch Mitglieder der Kirche sind, ist nicht wichtig.

Die angeschlossenen Gruppen schließen sich dem Pastafaritum unserer Kirche an. Sie übernehmen unsere Riten und Regeln, besonders jene, die sich aus unserer Satzung ergeben.

Das wäre vor allem:
- Wir verstehen uns nicht als Religion, sondern als Weltanschauungsgemeinschaft.
- Wir orientieren uns an den 8 Am Liebsten Wäre Mir und an den 10 Angeboten des Evolutionären Humanismus.
- Wir akzeptieren keine Dogmen sondern hinterfragen alles. (Hinweis: Keine Dogmen zu akzeptieren bedeutet nicht, keine Regeln zu haben!)
- Wir folgen der ausdrücklichen Bitte des Monsters im Evangelium und tragen piratige Kopfbedeckungen und nicht etwa Nudelsiebe.

Es gibt aber auch wichtige Regeln, die sich nicht aus der Satzung, sondern aus der gelebten Praxis ergeben.

Das wäre vor allem:
- Wir äußern uns als Gruppe ausschließlich zu religiösen Themen, zu Religion selbst und zu ihrem Einfluss auf die Gesellschaft. Für andere Themen gibt es       andere Gruppen.
- Wir arbeiten mit keinen Parteien zusammen und nehmen von keinen Partien Spenden entgegen.

Auch in diesen Gruppen müssen nicht alle auch Kirchenmitglieder sein, zumindest die, die das Steuerruder in der Hand haben, allerdings schon.

Angeschlossene Gruppen werden grundsätzlich von uns unterstützt, im Einzelfall können auch Aktionen von ungebundenen Gruppen unterstützt werden, wenn die Aktionen selbst mit den Zielen unserer Satzung überein stimmen.

Ich denke, das war erst mal das Wichtigste.
Nun hoffen wir, es gibt noch mehr da draußen, die auch an ihrer Hochschule die gleichen Rechte wie jüdische, christliche, muslimische oder andere religiöse Gruppen einfordern möchten oder ganz einfach SEINE Botschaft auch an ihrer Schule verkünden wollen.

Meldet euch, mit Gedanken, Fragen oder auch schon konkreten Vorstellungen. Wir versuchen, gemeinsam mit euch etwas Konkretes daraus zu  machen.