26.06.2020

Das Wort zum Freitag - I, Pastafari, letzte Klappe




Über „I, Pastafari“ habe ich schon berichtet. Zuletzt ging es um die Premiere des Films in Deutschland und um den Film selbst.

Heute geht es um den Ressigeur Michael Arthur, der gerade dabei ist, die europäischen Geldgeber seiner Crowdfundingcampagne auf Indiegogo  auf das Glatteis zu führen.

Dort wurde zugesichert, die bekommen alle einen digitalen Download des Films. Dass es den geben wird, habe ich schon bezweifelt, als Mike angekündigt hatte, seinen Film den großen Streamingdiensten anzubieten.
Spätestens bei der Premiere in Europa, hätte es diesen Download für alle Geldgeber geben müssen. Weil da nichts kam, habe ich Mike vor ca. drei Wochen auf Facebook gebeten, das endlich zu veranlassen. Dabei erklärte ich ihm, dass es mir nicht nur um mich geht.

Ich hatte seine Geldsammlung beworben und auch sonst unterstützt. Manche werden nur deshalb daran teilgenommen haben und vor denen stehe ich jetzt mit in der Verantwortung.

Der Beitrag stand eine Weile online, sonst kam keine Reaktion. Inzwischen scheint er gelöscht worden zu sein.
Der Grund war sicher die Mail, die ich am 23.06.20 schrieb. Wegen der fehlenden Reaktion mussten schärfere Geschütze her:

„Hallo Mike,

ich hatte dich auch schon auf Facebook gebeten, mir und den anderen Geldgebern den versprochenen Screener zum Download zu schicken.
Ich hatte dir auch gesagt, dass wir darauf als zugesicherte Leistung deines Crowdfunding einen Rechtsanspruch haben.

Leider hast du darauf noch nicht reagiert. Deshalb bitte ich dich, mir den Download bis spätestens 12.06.2020 zu ermöglichen.
Sollte das bis dahin nicht geschehen sein, werde ich dich bei der Polizei wegen Betrugs anzeigen.
Danach würde ich den Screener vor Gericht einklagen.

Bruder Spaghettus / Rüdiger Weida“

Da hatte ich wohl die richtige Sprache gefunden. Jetzt gab es eine Reaktion, sogar mehrere.

Zuerst meldete Paypal, dass „I, Pastafari Documentary“ meinen Beitrag zum Crowdfunding zurück überwiesen hat, dann kam eine Mail von Indiegogo und irgendwann wurden auch meine Beiträge zum Thema auf der Facebookseite des Films gelöscht.
Indiegogo, die Sammelplattform, informierte über einen neuen Eintrag:

„Screeners

All of you should have received your screener for the film by now since the film has been released in most regions. One backer of this campaign has complained that I offered downloads instead of screeners. This is true, but after some comments about "pirating" the film were made publicly, I elected to send screeners instead as a safety measure. If you donated to this indiegogo campaign, and would like a download instead of a screener of the film, just send me an email at ipastafaridoc@gmail.com and I'll refund from your donation the cost for you to buy a download of the film from Amazon/iTunes, which is 10 EUR. Apologies for any confusion, and thank you again for supporting this project. „

Nun ja, dass das vermutete Pirating, das dann doch keins war, der Anlass für Mikes Meinungsänderung war, mag man glauben oder nicht.
Wundern muss man sich, warum er nicht gleich jedem Geldgeber die 10 Euro automatisch zurück überwiesen hat. So viele (77) waren es nicht, dass das nicht möglich sein sollte.

Aber es gab nun eine Möglichkeit, doch noch an den zugesicherten Download zu kommen. Dachte ich zumindest.
Ich habe mich bei Amazon eingeloggt und den Film gesucht. Es gab die Optionen „Ansehen“ und „Kaufen“. Allerdings kam nach dem Kauf kein Downloadlink, sondern lediglich die Frage, ob ich den Film gleich ansehen wollte.

Etwas ratlos habe ich im Netz gesucht und das gefunden:

„Doch selbst wenn du einen Amazon Prime-Film gekauft hast, so darfst du nicht aus den Augen verlieren, dass dir das Werk dann tatsächlich "nur" virtuell gehört. Solltest du dein Amazon-Konto jemals löschen, so hast du auch keinen Zugriff mehr auf deine Watchlist. Daher solltest du dir gut überlegen, ob du dir ein Werk virtuell zulegen, oder dir lieber die DVD oder Blue-ray kaufen möchtest.“

Nichts also mit dem angeblichen Download. Auch bei Itunes nicht.

Nachdem Mike die europäischen Geldgeber erst verarscht hat, indem er stillschweigend allen statt dem Downloadlink nur einen zum einmaligen Ansehen des Films geschickt hat, verarscht er sie nun ein zweites Mal.

Mir war es wichtig, euch das mitzuteilen. Ich denke, damit bin ich meiner Verantwortung euch gegenüber nachgekommen. Jeder, den es betrifft, kann nun mit diesem Wissen anfangen, was er möchte. Mir ist der Download wichtig und ich werde weiter darauf bestehen, anderen vielleicht nicht. Es ist ja auch ein bisschen Arbeit, das durchzusetzen.

18.06.2020

Das Wort zum Freitag - Zionistische Christen

ein Gastbeitrag von Bruder Smutje



Das kennt ihr bestimmt auch: "Bücherkisten" im Eingangsbereich von Supermärkten. Bücher, die man nicht behalten will, stellt man rein und nimmt sich mit, was einen interessiert. Tolle Sache - Krimis für die Spannung, Liebesromane fürs Gemüt, und mein Tip: wenns mal etwas Lustiges sein soll - religiöse Traktate. Da habe ich schon einige Perlen gefunden. Zum Beispiel:


"Sexualerziehung für junge Christen" aus den 60er Jahren. Ein echter Brüller!


Bei meinem letzten Stöbern stieß ich auf eine relativ neue Postille: "Brief aus Jerusalem", Ausgabe 4/2019 vom ICEJ (die Online- Ausgabe könnt ihr unter https://issuu.com/icej.deutschland/docs/waj_nr.4_2019_issuu einsehen).


Evangelikale, die sich für ein Großisrael einsetzen. Zionistische Christen! Oh wunderbare Welt der abrahamitischen Religionen. Soweit so lustig.


Beim Durchblättern stieß ich auf einen Artikel "Muslime machen Davidsterne" (aus Nudeln!)


und da blieb mir dann doch der Mund offen stehen. Haben die Evangelikalen die Kraft der Nudel erkannt? Ich schrieb eine E-mail:


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe zionistische Christen,


durch Zufall stieß ich vor kurzem auf ihre Zeitschrift " Wort aus Jerusalem - Ausgabe 4/2019"


Mich, als bekennenden Pastafari, sprach ihr Artikel " ICEJ unterstützt Flüchtlingsarbeit in Deutschland" besonders an.


Gerade wir von der KIRCHE DES FLIEGENDEN SPAGETTIMONSTERS e.V. wissen um die sinnstiftende und heilende Kraft der Nudel.


Aber: ausgerechnet Muslime dazu zu bringen, Nudeln in Form eines Davidstern zu machen - das hat schon was! CHAPEAU!


Das bringt mich natürlich auf die Idee, pastafarische Nudeln machen zu lassen. Auch wir haben religiöse Symbole, die wir gerne in Nudelform sehen würden. Das Monster selbst ist mit seinen vielgewundenen nudeligen Anhängseln wohl zu kompliziert für eine Nudelmatrize, aber der Piratenfisch sollte machbar sein.


Deshalb meine Frage: Was braucht es um die muslimischen Nudelmacher zu überzeugen - Geld? Drogen? Gebete? Geben sie uns Tipps!


In Erwartung einer baldigen Antwort verbleibe ich mit nudligen Grüßen


Pec Boysen aka Bruder Smutje (selbsternannter Leihbischof von Osnabrück)


P.S.: Noch toller wäre es, die Nudeln von evangelikalen Nudelmachern fertigen zu lassen. (gibt es welche?)


Bisher noch keine Antwort!

12.06.2020

Das Wort zum Freitag - Das FSM im Unterrricht

Eigentlich ist es das schon längst, als Projektarbeit, als Fachreferat, sogar ein Berufskolleg wurde schon geentert und auch ich selbst gehe gern mal in den Unterricht. Sogar das eine oder andere Arbeitsblatt für Lehrer gibt es bereits. Richtig rund wird die Sache aber erst jetzt.

Am Sonntag gab es in Templin eine Nudelmesse mit acht FSJlern der Berliner Stadtmission. Dieses ungewöhnliche Treffen hatte Martin Victor-Nudow angeregt. Der dreht gerade für das Medieninstitut der Länder den Lehrfilm “Glaube und Denken”.
Der Kameramann war schon etwas eher angereist, um den passenden Ort für die Messe auszusuchen und seine Technik vorzubereiten.


Wegen Corona war klar, die Messe muss im Freien stattfinden. Sehr günstig war, dass alle aus einem “Haushalt” waren uns so zumindest untereinander der Abstand kein Problem war. Obwohl wohl davon auszugehen war, der weltanschauliche Abstand zwischen der Gruppe und unserer Kirche war doch etwas größer, war aber auch der keine Problem. Als ich gleich bei der Ankunft um die Erlaubnis bat, von dem Treffen Bilder für einen Bericht machen zu dürfen, gab es sofort von allen Zustimmung. Bei der Besichtigung des Altarraumes gab es erstes Kichern und als ich anschließend Dreispitze austeilte, wurden auch die aufgesetzt. Damit der Kameramann noch etwas Zeit hatte, gab es erst mal eine kleine Führung über das Grundstück.




Letztlich war auch der soweit und kam mit seiner Kamera zur Gruppe.



Elli Spirelli hat natürlich nicht nur die Fotos gemacht, sondern auch schon den Freiluftaltar vorbereitet. Während ich letzte Vorbereitungen für die Messe getroffen habe, haben es sich die FSJler mal kurz gemütlich gemacht.



Die Messe begann, wie immer, mit einem kurzen Werbeblock für das Pastafaritum. Danach kam die Lobpreisung unser Reliquien.



Danach waren alle so weit, gemeinsam mit mir das Glaubensbekenntnis abzulegen. Natürlich hatte ich vorher auf unsere Gott-zurück-Garantie hingewiesen.



Bei unserem Lied “Ein bissfest Burg ist unser Gott” waren die Gäste deutlich melodiesicherer als ich. Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte nicht mitgesungen.
Gab es bisher schon immer mal ein Schmunzeln oder Begeisterung, als die vielen kleinen Nudelhölzer an unserem Banner entdeckt wurden, wurde es jetzt richtig heit


Das lag wohl an den Versuchen, beim Abendmahl die nudligen Anhängsel möglichst sicher in den Mund zu bringen. Anders als sonst habe ich die nicht in den Mund gelegt, sondern es war Selbstbedienung angesagt.



 Die gabs auch beim Bier von Seinem Biervulkan.



Ich hielt mich in respektvoller Entfernung, füllte die Gläser und sprach die Abendmahlsformel.



Die richtige Handhaltung genau wie das Ramen als Antwort hat von Anfang an gut geklappt.



Nach der Messe kam der für mich interessantere Teil, die Diskussion mit den Gästen. Bei den Inhalten ging es um die vornehmliche Nichtbeweisbarkeit der Nichtexistenz von Gott/Göttern, um die Frage, ob wir auch so caritativ wie die Großkirchen wären, um Lebensmotivation, Trost durch Glauben, um den negativen Einfluss von Dogmen auf die Gesellschaft und ähnliche Themen. 

Der Austausch der Meinungen war so, wie es die ganze Zeit schon war: neugierig, interessiert und mit Bereitschaft, einander zu zu hören. Die Konsequenz war die Erkenntnis, wenn man Gutes tun will sind sich Gläubige und Naturalisten durchaus ähnlich. Fundamentale Haltungen hingegen sind in jedem Glauben, genau wie in jeder Ideologie, überaus problematisch.

Ich bin gespannt, was davon alles im Film rüber kommt. Bestimmt wird auch noch ein bisschen von unserem Evolutionsweg berichtet werden, den die Gruppe anschließend noch besucht hat. Evolution und Schule – die beiden Grundpfeiler der Existenz des Pastafaritums haben sich hier zusammen gefunden.

Der Film Hauptteil des Lehrfilms setzt sich mit dem Spannungsfeld Glaube und Naturwissenschaft auseinander. Dabei soll auch die Evolutionstheorie behandelt und gezeigt werden, wie das Weltbild seit der Aufklärung naturwissenschaftlich geprägt ist. Außer in Templin wird dazu auch noch im Naturkundemuseum Berlin gedreht werden.

Ab September 2020 wird “Glaube und Denken” deutschlandweit im Ethik- und Religionsunterricht der 10. – 13. Klasse zum Einsatz kommen.

Frei im Netz wird er leider nicht zu sehen sein.

11.06.2020

Simon Däpp



Simon Däpp war das erste Ehrenmitglied der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.
Davon, wie es dazu kam, hat sogar Spiegel TV berichtet.

Irgendwie passte er prima zu uns, immer war er lustig, immer gut drauf, immer großzügig.




Weil ihm auch die Stadt gut gefiel, flog er immer öfter von Bern nach Berlin zu unseren Nudelmessen. Ja, er hat sogar, wie auf dem Bild oben, auch mal als Nudler selbst eine gehalten. So haben wir uns immer wieder gesehen und gut kennen gelernt.


Als Simon im Auftrag der EU nach Alicante zog und dort über 10 Jahre wohnte und arbeitete, war es mit der Regelmäßigkeit vorbei. Aber selbst da kam er noch zwei, drei Mal in Berlin vorbei.


Jetzt erreichte uns von seiner Familie eine traurige Mitteilung:

“Liebe Gemeinde, lieber Bruder Spaghettus

ich muss Euch mitteilen, dass ein großer Verehrer von Euch, der Euch auch vor einiger Zeit in Templin besucht hat,

kürzlich in Spanien mit 52 Jahren verstorben ist: Simon Däpp. Am 5. Tag nach Spitaleinlieferung hat sein Herz aufgegeben……”

Die genauen Ursachen sind selbst der Familie bis heute noch nicht bekannt. Sie konnten auch, wegen der Coronasperre, nicht nach Spanien in das Krankenhaus.

Corona scheint nahe liegend.

Sicher ist, seit dem 20.5.2020 ist Simon unterwegs zum Biervulkan, inzwischen bestimmt auch angekommen.


Halte uns Plätze frei, altes Haus, irgendwann folgen wir dir alle.

Bis dahin behalten wir dich als einen tapfer kämpfenden und herzlich feiernden Piraten in bester Erinnerung.



05.06.2020

Das Wort zum Freitag - Evolutionsweg Templin übergeben




Manches kommt überraschend.
Für uns war das die Eröffnung des Evolutionsweges in Templin und überrascht hat uns der Nordkurier. Der hat die gleich mit der Eröffnung des wunderschön neu gestalteten Templiner Bürgergartens verbunden. Wir hatten den eigentlich eine Woche später auf dem Kalender.
Aber etwas fehlte noch: Die offizielle Übergabe des Weges an die Stadt. Schließlich war es das Geschenk unseres Vereins zu deren 750sten Geburtstag.
Dazu haben wir uns heute getroffen.

Von Seiten der Stadt waren der Bürgermeister Detlef Tabbert, der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Templin GmbH Ernst Volkhardt und der Bauamtsleiter Christoph Mehlberg sowie Elli Spirelli, Tini Tortellini und Bruder Spaghettus von Seiten des Vereins erschienen. Leider haben wir auf dem Bild unten nicht alle erwischt, dafür ist Horst Skoupy vom Nordkurier mit dabei, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.


Bruder Spaghettus bedankte sich bei allen Beteiligten für die wirklich tolle Zusammenarbeit. Von der Planung bis zur praktischen Umsetzung lief alles wie am Schnürchen. Bürgermeister Tabbert fand die Idee toll, sich Kenntnis über die Evolution zu erlaufen und bedankte sich für das Geschenk des Vereins. Besonderes Lob hatte er dafür, wie es den Schöpfern des Weges mit einfachen, für jeden verständlichen Worten gelungen ist, komplexe Zusammenhänge zu erläutern.

Dann war es so weit, mit der symbolischen Übergabe des leicht abgeänderten Eröffnungsschildes wurde die Stadt zum Eigentümer des Evolutionsweges.


Irgendwie war sie das aber auch schon vorher, denn der Bauhof hatte auf eigene Kosten das Aufstellen der Schilder übernommen. Auch da hatten Absprachen und Umsetzung prima geklappt. Der Verein hat die Lizenzgebühr getragen sowie die Masten und Schilder bei Templiner Firmen fertigen lassen.

Es gibt noch nicht viele Evolutionswege in Deutschland, der nächste wird jedoch noch in diesem Monat in Düsseldorf eröffnet.
Aber bei einem sind wir Templiner uns sicher, bis es noch einen Weg gibt, der so schön und herrlich gelegen ist wie unserer, wird es noch eine Weile dauern.
Wer den auch mal ablaufen möchte: Er beginnt an der Röddeliner Straße gleich neben dem Karl – Marx – Denkmal und geht den Hauptweg des Bürgergartens entlang Richtung Ziegeleibrücke. Autos können entweder auf dem Parkplatz an der Hyparschale oder auf dem von REWE parken.