08.10.2020

Das Wort zum Freitag - Was Würde Ein Pirat Tun II


 Zweiter Teil eines Gastbeitrags von Farfalla Blacksauce

Zu Teil 1

Das vierte WWEPT ermutigt uns ein Schiff zu bauen.

Oder zu kapern.

Was sich eben gerade mehr anbietet...

Es steht geschrieben, dass das Schiff einen Menschen erst zum Piraten macht (und zu mehr als einem Typ in einem ulkigen Dress aus Ballonseide).

Das Schiff ist Heimstatt des Piraten, sein Gefährt, sein Rückzugsort und auch sein Schutz, wenn es mal schnell gehen muss. Und sei es auch nur über drei der sieben Meere, oder sogar nur den gedanklichen Baggersee: Ein Schiff bedeutet – dem Grog nicht unähnlich – geistige Beweglichkeit.

Seien wir ehrlich: Wer kann sich ein Schiff in den Garten stellen, oder sich tatsächlich eines leisten, mit dem man die heimischen Gewässer unsicher machen und etwas gegen den Klimawandeln tun kann?

Seht ihr.

Was nun also tun? Scharf nachdenken!

Das Schiff ist vielleicht das deutlichste Attribut eines Piraten, hat die größte Durchschlagskraft im Kampf gegen die Erderwärmung (und anderes). Im Stadtverkehr ist vielleicht aber ein Fahrrad angebrachter. Oder Schusters Rappen. Mit einem Dreimaster zum Supermarkt zu segeln ist jedenfalls keine wirkliche Option.

Dieses Dilemma aber ist es, dass uns tatsächlich inspirieren sollte. Gedanklich beweglich bleiben, den Kurs anpassen können, wenn der Wind der Evidenz sich dreht, immer gut aufpassen, dass man keine ideologische Schlagseite bekommt, immer wach im Ausguck bleiben!

Das geht auch ganz ohne Planken unter den Stiefeln. Seiet selbst ein Schiff!

Statt Teer und Holz, Segeltuch und Masten soll man sich ein Schiff bauen aus dem sicheren Stand des Wissens, aus einem zuverlässigen Quellen-Kompass und einer geistigen Seekarte, die man nie scheu ist zu ergänzen und auszubessern. Kein Seemannsgarn, Männers und Weiberleut! 

(Oder der Klabautermann kommt an Deck.)

Im fünften WWEPT steht schwarz auf weiß: „Suchen Sie sich ein Weib!“

Zugleich ist gesagt: Sucht euch einen Piraten, wenn ihr Weibersleut seid.

Oder sucht euch was anderes. Ob nun Männlein und Weiblein, Weiblein und Weiblein, Männlein und Männlein oder was ganz anderes, irgendwo dazwischen: Wir sind alle Piraten und wir sind alle SEIN Wille. Alles andere ist Grütze.

Auch hier findet sich wieder eine Parallele zu den ALWMs, in denen das Monster uns gleich an mehreren Stellen lehrt, dass wir freundlich sein, Leute nicht nach Äußerlichkeiten (oder anderen natürlichen Sachen) be- und verurteilen sollen. Es ist gehupft wie gehoppelt. 

Gehet also hin, Geschwister in Pasta, und sucht euch einen Menschen (oder mehrere, siehe auch die ALWM IV und VIII, wie’s euch gefällt), der die wahre Perle in eurer Schatztruhe ist – und respektiert dabei auch immer, was andere für sich suchen und finden. 

Gerade auch in diesen wirren Zeiten können WWEPT III und V aber auch ein Sinnbild sein, ein bisschen mehr Liebe und Gemeinsamkeit in die Welt zu tragen. 

Unter der rauen Schale... Ihr wisst schon. 

„Im Zweifel Plündern!“

Nun. Dieses sechste WWEPT klingt erst einmal, als käme man damit recht leicht ins Gehege mit der einen oder anderen Behörde. Oder Klöstern im nord-östlichen England.

Und da es obendrein schon genug Religionsinstitutionen und anderes an Leuten gibt, die sich da bereichern wo ihre Griffeln nix zu suchen haben, sollten wir diesem schlechten Beispiel nicht folgen. Geld und Gut gehört sinnvoll eingesetzt (Wenn man mal von der einen oder anderen Kleinigkeit des Lebens absieht, die man sich so gönnt.), wie uns, abermals, bereits die ALWMs zeigen.

Was aber meinen unser Prophet Bobby und ES, wenn sie uns empfehlen auf Plünderfahrt zu gehen?

(Nein, ich glaube um eine Verwechslung mit Plunder geht es nicht, aber gegen Gebäck ist an sich nichts einzuwenden.)

Die wichtigsten Sätze zur Bedeutung dieses WWEPT finden sich ganz am Anfang und zum Ende des Textes:

„Inaktivität lässt sich nur vermeiden, indem man aktiv wird.“ und

„Wenn Sie wissen wollen, was in der Welt passiert, ziehen Sie los und machen Sie sich schlau!“

(Gefolgt von einem beherzten Aufruf zum Plündern; später mehr dazu.)

Inaktivität, Trägheit... Hm. Gegen Faulheit ist nichts einzuwenden, aber zu viel des Guten ist dann auch wieder ungesund, siehe die Sache mit dem Grog.

Gerade in Zeiten von Homeoffice, Corona und einfach blöden Nachbarn denen man nicht begegnen möchte, kann es wirklich eng und unleidlich unter Deck werden. Aktivität ist gefragt! Lasst euch nicht hängen, Geschwister in Pasta! Packt das Steuerrad und auf geht’s!

Dieses WWEPT ruft uns auf, die Hängematte mal einfach Hängematte sein zu lassen, und uns zu betätigen. Wieso hat das Monster uns (einigermaßen) Verstand gegeben, wenn wir ihn nicht nutzen?

Vor allem der Schluss dieser Handreichung hält uns deutlich vor Auge(n), dass wir schon selbst aus dem Sessel hochkommen müssen, wenn wir wissen wollen was los ist, was zu tun ist, was so passiert.

Das Plündern können wir hier als Suche nach Wissen verstehen. Plündern wir die lokale Presse nach Artikeln und finden wir raus, woher der Wind so weht; Plündern wir die Weiten des www und finden raus, ob das eigentlich stimmt, was die Uschi und der Klaus so sagen, oder was wirkliche Experten dazu meinen! Plündert, Geschwister in Pasta! Plündert Wissen, plündert Neues und Unbekanntes! Füttert euer Hirn genauso gut wie euren Magen.

Es muss aber auch nicht immer die große Kaperfahrt sein. Eine kleine kann es schon tun, für einen Nachmittag. Den Rest der Zeit kann man sich vielleicht kreativ betätigen (Irgendwie muss man ja Räuberbande und Perle auch beschäftigen.). Baut zum Beispiel eine Monsteranz, wie unser aller Bruder Guybrush Rigatoni.

Auf jeden Fall aber: Tut was. Nix hilft besser gegen Flaute und Seekrankheit als was ordentliches anzupacken und fertig zu kriegen.

Zu guter Letzt, die finale WWEPT, der Einlauf in den Hafen sozusagen:

„Arrrrgh!“

Das Arrrgh begleitet uns. Es ist eine überlieferte piratische Begrüßung, ein Wort zum Abschied, und ein guter Einwurf in fast jeder Lebenslage. Das Arrrrgh gehört dazu. Es ist ein Laut der freien, natürlichen Lebensäußerung eines Piraten, es steckt voll Poesie (in der man alles sehen kann was man will, so ein bisschen wie in Wolkenformationen) und kann auch mal einen deftigen Fluch zum Ausdruck bringen, wenn wirklich nichts anderes mehr hilft.

Das Arrgh erinnert uns daran, authentisch zu bleiben und nicht hinter dem Berg zu halten.

Oder, wie Prophet Bobby sagen würde:

„Will man das Piratenleben leben, muss man auch das ewige Arrrgh! akzeptieren. Ohne das wären Sie nur eine traurige Landratte.“

In diesem Sinne;

RAmen, Geschwister! 


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