17.01.2020

Das Wort zum Freitag - Reichweiten



Wir machen immer wieder mal auf Facebook Werbung für unsere Artikel oder Veranstaltungen. Anschließend kommen statistische Auswertungen, die besonders dann aussagekräftig sind, wenn es große Klickzahlen gab. Das ist meist donnerstags und freitags mit dem "Wort zum Freitag" so. Letzte Woche waren sie dort mit jeweils über 1000 Zugriffen besonders hoch, ehe es dann langsam wieder auf das Normalmaß zurück ging.

Deshalb habe ich euch die letzte Auswertung hier einmal eingestellt.




Sofort fällt der Unterschied in der Geschlechterverteilung auf, der sich ähnlich auch auf unserer Mitgliederliste zeigt. Meines Wissens nach ist der bei unseren Mitbewerbern ähnlich groß, nur genau im umgekehrten Verhältnis. Eine Erklärung habe ich nicht, habt ihr eine?


Keine Überraschung gab es bei den Platzierungen. Das totale Übergewicht der mobilen Apps war mit ein Grund, warum wir unsere Website neu aufgesetzt und appfreundlich gemacht haben.



Bei der Aufteilung auf die Bundesländer sieht es schon wieder anders aus. Sachsen, in dem wir kaum Mitglieder haben, steht vor Berlin, in dem wir recht aktiv sind, und das ebenfalls mitgliederarme Thüringen folgt gleich dahinter. Brandenburg, das Stammland des Vereins, der in Templin seinen Sitz hat, ist weit abgeschlagen. Das zeigt, unsere Reichweite geht weit über die Mitglieder hinaus. Es zeigt wohl aber auch, dass wir besonders dort, wo Religion noch größere Bedeutung hat, besonders gefragt sind.



Wenn wir letzten Donnerstag und Freitag besonders viele Klicks hatten, lag das hoffentlich auch ein bisschen mit am Inhalt des "Wort zum Freitag". Immerhin gab es sogar zwei Kommentare, was bei uns leider viel zu selten der Fall ist.


Denn allergrößten Anteil hat aber zweifellos ein eher oberflächliches Video eines bekannten Rechtsanwaltes.




Wir hatten in der letzten Woche 16 neue Mitgliedsanträge und etwa das Dreifache an Mitteilungen über das Kontaktformular, darunter auch das Angebot, eine Hochschulgruppe zu gründen.

Außerdem noch 15 Kommentare und 6 neue Abos auf unserem Youtubekanal


Deshalb freuen wir uns schon auf Ihr nächstes Video, Herr Solmecke. Dann vielleicht sogar mit eins mit etwas mehr Hintergrund.

09.01.2020

Das Wort zum Freitag - Pastafari bashen nicht

Jesus prügelt die Händler aus dem Tempel 
Giotto di Bondone - Public domain


Das alte Jahr ist vorbei und hat uns viele Erfolge gebracht, angefangen von der ständig steigenden Mitgliederzahl bis zu weiterer gesellschaftlicher Anerkennung.
Aber in einem Punkt gab es auch einen starken Rückschlag. Nachdem es zeitweilig so aussah, als ob pastsafarianisches Denken immer mehr in der Gesellschaft Fuß fasst, hat sich nun das Gegenteil gezeigt. Dies leider gleich so deutlich und vehement, dass es schon Angst machen kann.

Was ich meine, ist die enorme Polarisierung, die sich überall zeigt. Meinungen werden nicht mehr ausgetauscht, sondern eher zu Waffen auf dem Schlachtfeld. Egal bei welchem Thema, es scheint sich das Motto durchgesetzt zu haben, wer nicht meiner Meinung ist, ist mein Feind. Entsprechend wird dann auch oft auf den eingedroschen.

Streit an allen Ecken und Enden scheint der Normalfall geworden zu sein. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, wenn er denn sachlich auf Basis von Fakten und ohne jede persönliche Note geführt würde. Solcher Streit ist sogar willkommen, denn er bringt voran. Der Streit, den ich sehe, ist eher einer, bei dem es nicht um Austausch, sondern um Sieg geht, möglichst um einen endgültigen. Um den zu erringen werden auch schon mal Mittel eingesetzt, die, mal eher unterschwellig, mal eher als grobe Keule, den anderen schädigen sollen. Was schon richtig kurios ist, viele, die so vorgehen, vielleicht sogar die meisten, würden sich selbst wohl als Verfechter der Meinungsfreiheit beschreiben. Sie würden wahrscheinlich auch voll und ganz zu dem bekannten Bonmot „Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen“ von Evelyn Beatrice Hall stehen und doch polarisieren sie.

Wie derartige Polarisierung ein ganzes Land spalten kann, habe ich einst in Ungarn erlebt. Auch dort hatten die Poliker nach der Wende weniger miteinander, sondern mehr übereinander gesprochen und sich gegenseitig beschimpft. Nach einer entscheidenden Wahl musste ich erleben, dass jahrelange alte Freunde nicht mehr miteinander redeten, weil jeder die andere Partei gewählt hatte. Solche Risse gingen durch Familien und das ganze Land. Zustände, wie ich sie mir hier nicht wünsche.

Versuchen wir im neuen Jahr dazu beizutragen, Ruhe und Sachlichkeit in die Meinungsauseinadersetzungen zu bringen und sie wieder zum Meinungsaustausch zu machen. Machen wir uns und auch anderen klar, was es heißt, pastafarianisch zu denken. Wir kennen keine Dogmen, unsere oberste Pflicht ist, nichts einfach zu akzeptieren, sondern an allem zu zweifeln und alles zu hinterfragen.

Das ist nicht immer einfach, der feste Glaube an absolute Wahrheiten ist bequemer und gibt eher ein Gefühl der Sicherheit. Mit etwas Übung und Gewöhnung kann man aber auch mit dem Zweifel gut und locker und entspannt leben.
Vor allem aber hindert der daran, so zu polarisieren. Wer an allem zweifelt, muss das auch an der Richtigkeit seiner eigenen Meinung. Wer sich eingesteht, dass er immer auch falsch liegen kann, dass sich sogar anerkannte Fakten oft genug später als falsch heraus gestellt haben, wer weiß, das nichts ohne Wahrnehmungsfehler aufgenommen und später in der Erinnerung auch noch weiter verändert wird, wem also klar ist, dass seine Meinung mit Sicherheit nicht fehlerlos ist, kann das auch nicht von anderen verlangen. Im Gegenteil, er hat nicht nur Verständnis für andere Meinungen, er begrüßt sie sogar, denn, siehe oben, richtig geführter Streit bringt uns alle voran, als Person und als Gesellschaft.

Gehen wir deshalb mit gutem Beispiel voran und hoffen wir, dass sich möglichst viele anschließen, wenn wir verkünden:


Pastafari bashen nicht!

03.01.2020

Das Wort zum Freitag - Zwischen den Jahren



Das nudlige Lichterfest, WeinAchten, die Feiertage, Holidays, wie immer auch Pastafari das wichtigste Fest des Pastafarijahrs nennen, nun ist es vorbei.
Zeit, die Füße hochzulegen, sich es gemütlich zu machen und nicht mehr zu tun, als sich mal die Pfeife am Holzbein auszuklopfen. Denn, so ist es alter Brauch, die meisten Arbeiten sind zwischen den Jahren sowieso nicht erlaubt.

Zwischen den Jahren?

Ein Begriff, den alle kennen, aber unter dem längst nicht alle das Gleiche verstehen. Ein Zustand, mit dem wir uns als einzig wissenschaftliche Religion nicht zufrieden geben können. Was ist damit gemeint?

Die meisten verstehen darunter ganz einfach die Zeit zwischen dem großen Fest und dem Jahresende. Viel zu pragmatisch, um uns, die wir immer nach dem tieferen Grund suchen, als annehmbare Lösung dienen zu können.

Wenn man etwas tiefer im Netz gräbt, stößt man auf den Erklärungsversuch der hiesigen Spaßreligion. Demnach haben sich zur Zeit der Kleinstaaterei in Deutschland einfach die unterschiedlichen Sekten der Kreuz-und-Nagel-Fetischisten auf ihrem Flickenteppich nicht einigen können, welcher Kalender anzuwenden ist und wann genau das Jahr nun neu beginnt. Die Zeit dazwischen war dann zwischen den Jahren. Hört sich lustig an und schon fast glaubhaft, denn dass die Falschgläubigen ihre Spaßreligion gar nicht spaßig, sondern viel zu ernst und streitbar nehmen, ist bekannt.

Noch mehr unterstützt wird die These, an allem sind wieder mal die Anbeter des als frauenlose Geistfamilie auftretenden Dreiteilegottes schuld, wenn man auf die nächste Erklärung stößt. Demnach begannen die frühen Verehrer Seppis ihr neues Jahr mit dessen Erscheinung am 6. Januar.

Erst im Jahr 354 legte der damalige Papst den 25. Dezember als Gottesgeburtstag fest. Nicht, weil er neue Erkenntnisse hatte, sondern weil er erkannt hatte. Nämlich dass dann die Heiden, die an diesem Tag ausgelassen ihr Lichterfest feierten, leichter zu bekehren und ihr Feiertag leichter auszulöschen wäre.

Ob er sich das überlegt hätte, hätte er gewusst, die katholische Kirche würde Jahrhunderte später diesen Geburtstag als Beginn des Kirchenjahres festlegen und somit für heillose Verwirrung sorgen? Einer solchen Verwirrung, dass ich vermute, in dieser Zeit entstand der Begriff Spaßreligion.

Doch auch die alten Ägypter müssen gelegentlich als Urheber der Zeit "zwischen den Jahren" herhalten. Ebenfalls wenig überzeugend.

Auf die rechte Fährte kommen wir, wenn wir uns an die Rauhnächte halten, jene Nächte, in denen Geister und Dämonen unterwegs sind und die Wilde Jagd durch die Lüfte tobt. Dann darf nicht nur keine Wäsche gewaschen werden, auch der Stall wurde nicht augemistet, kein aufgekehrter Staub vor die Tür geworfen und, falls jemand überhaupt vor das Haus ging, musste alles langsam und ruhig gemacht werden.

Ich sehe euch schon lächeln und verstehe euch. Natürlich können Pastafari solchen Firlefanz und Aberglauben nicht als echte Antwort akzeptieren. Aber nach den Ursachen für diesen können wir suchen. Mir hat sich sofort erschlossen, auch hier waren wieder unsere Altpiraten am Werk.

Wenn sie von ihrer Fahrt zurück waren, wurde gefeiert, was das Zeug hielt. So mancher war dann derart blank, dass er kaum noch Geld hatte, um sich bis zur nächsten Fahrt durchzufüttern. Aber nicht alle waren so. Manche waren sparsam oder hatten einfach mehr erbeutet. Für die brach nun die Zeit des Vergrabens ihrer Schätze an. Dabei gab es einiges zu beachten.

- Es durfte, um nicht aufzufallen, nicht zu lange dauern. So setzten sie sich das Ziel, bis spätestens 06. Januar fertig zu sein.

- Es durfte möglichst niemand mitbekommen, was sie machten. Sah sie doch jemand, lärmten und tobten sie, dass dem Angst und Bange wurde und die Mär von der Wilden Jagd entstand.

- Die Pferde mussten stets aufbruchbereit sein, denn natürlich sollte niemand wissen, wann genau der Pirat auf Schatzvergrabetour ging. Deshalb wurde verboten, in der Zeit die Ställe auszumisten.

- Wenn sie durchs Dorf ritten, sollten ihnen niemand Unrat vor die Füße werfen und die schwer beladenen Pferde zum Scheuen bringen. Noch besser, niemand sollte sie überhaupt sehen. Deshalb wurde verboten, aufgekehrten Staub vor die Tür zu werfen.

- Weil die Waschweiber, die sich in ihrem Nebenjob als Dorfzeitung was dazu verdienen wollten, alles versuchten, doch etwas mitzubekommen, wurde das Wäscheaufhängen in der Zeit verboten.

Es ist geradezu umwerfend, wie klar und deutlich sich alles fügt, wenn man nur nachdenkt um die rechte Erklärung zu finden. Ich bin sicher, liebe Brüder und Schwestern, euch geht es nun hier genau so.
So lasst uns denn gemeinsam stolz auf unsere Altpiraten sein und die Zeit zwischen den Jahren nutzen, um sie zu ehren.

Stoßt an!

27.12.2019

Das Wort zum Freitag - Die Eiligen Drei Köche



Ein Gastbeitrag von Bruder Stellinus


Nach langer Suche konnten wir in den verschollenen Archiven einige wenige Aufzeichnungen, unter anderem im Archiv unseres lieben Bruders Spaghettus, finden und aus diesen die folgende, ergänzte Überlieferung zusammensetzen:

Vor langer, langer Zeit wurde jährlich zu einem Treffen der Piraten aus den verschiedenen Weltmeeren auf einer einsamen Insel, der Isla del Muerta geladen. Neben einem Austausch von Waren, Karten, Vorräten sollte natürlich auch gefeiert werden. Im Angedenken an das fliegende Spaghettimonster sollten selbstverständlich die besten Nudelköche der Piraten beim Festmahl zur Abschlussfeier mit ihren Nudelgerichten alle anwesenden Piraten verwöhnen und unser Monster lobpreisen.

Die Einladung an die drei Spitzenköche Fusilli, Spaghetti und Makkaroni wurde standesgemäß von Piraten mit einer Schaluppe transportiert. Die Fahrt der Schaluppe war aber nicht so einfach, ein Sturm, eine Flaute und dann noch Wassermangel setzten den Piraten sehr zu, so dass sie mehrfach an Land gehen mussten, um ihr Schiff zu reparieren oder Vorräte zu laden. So kam es, dass sie nun doch zu den drei Köchen kamen und diesen die feierliche Einladung überreichen konnten. Leider war die Zeit für die Fahrt zur „Isla del Muerta“ jetzt recht knapp.

Fusilli sammelte alle Rezepte ein, Spaghetti verstaute die Töpfe, Pfannen und Siebe, Makkaroni suchte die Gewürze zusammen.

Nach einer abenteuerlichen Seefahrt erreichten die drei Köche in höchster Eile gerade noch zur rechten Zeit die Isla del Muerta. Eiligst wurde gekocht, gekocht, gekocht – so wurde das Festmahl doch noch zum krönenden Abschluss des Piratentreffens.

Alle anwesenden Piraten - besonders die Smutjes unter ihnen – waren von den teilweise neuen und unbekannten Rezepten der drei Köche sehr angetan. Sie verabschiedeten sie unter der Auflage, dass diese die neuen Rezepte fleißig an alle Piraten weitergeben sollten.
Diesem Wunsch kamen die drei Köche in den folgenden Jahren mit Freuden nach. Da sie die Rezepte zusätzlich zu ihrer Arbeit als Smutjes selbst schrieben und verteilten, waren sie immer in Eile. So wurden sie nach wenigen Jahren allgemein die „Drei Eiligen Köche“ genannt.

Fusilli hatte darüber hinaus noch eine Idee: Um doppelte Besuche zur Rezeptverteilung zu vermeiden, kennzeichnete er die besuchten Schiffe und Kaschemmen mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen, also mit FSM in der Mitte der Jahreszahl „20*F+S+M*20“.

Nicht nur den besuchten Piraten fiel auf, dass das Fliegende Spaghettimonster auch als F+S+M abgekürzt werden kann.

So wurde das Zeichen der „Drei Eiligen Köche“ ein Zeichen für gute Nudelgerichte und für den Glauben der Besuchten an unser nudeliges Monster.“

Auch heute feiern wir noch die pünktliche Ankunft der „Drei Eiligen Köche“ indem wir ihr Zeichen an unseren Türen, Häusern und Schiffen anbringen. Mit allen unseren Gästen und anderen Piraten teilen wir unsere leckersten Nudelrezepte zur alljährlichen Feier des Ankunftstages, dem 06. Januar.