08.11.2018

Das Wort zum Freitag - Hochzeit mit Zugabe


Schlimmer hätte es nicht anfangen können. Gerade waren die ersten Hochzeitsgäste eingetroffen, da kam die Nachricht, andere sind auf der Autobahn liegen geblieben. Glücklicherweise nur mit defektem Anlasser. 


Von da an war das Monster aber voll bei uns. Alle anderen kamen heil an und die Stimmung war sofort riesig. Auch das Fernsehteam war genau so unauffällig, wie bei der Absprache ausgemacht. Ihr Bericht ist toll geworden, was mit besonders freut, weil wir noch keine Bilder von der Hochzeitsfotografin bekommen haben. So können wir euch wenigstens den zeigen. Kurz sind auch die Hochzeitstorten zu sehen. Die sahen einfach toll aus.




Bei der Demo für unsere Gleichberechtigung am nächsten Tag war die Fotografin schon nicht mehr dabei, und wir haben selbst geknippst. Start war das Neue Rathaus. Dort hatte ich beim letzten Besuch Kreidezeichen über der Tür entdeckt. Die waren nicht, wie ich dachte, Gaunerzinken, sondern irgend ein katholischer Zauber. Weil so etwas in öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen hat, mussten wir den unschädlich machen. Das ging nur mit einer kompletten Weihe des ganzen Hauses. Mit Dudelsack und Nudelwasser ging es zunächst zu einer Ecke des Hauses. Mit einem Segensspruch wurde diese mit SEINEM Wasser besprengt. 


Das wiederholte sich an der anderen Ecke.



Letztlich beteten wir gemeinsam vor dem Eingang: Oh du unser Monster, mögest du allen falschen Zauber von diesem Hause nehmen und machen, dass in ihm nur noch weise und bürgernahe Entscheidungen getroffen werden. 


Als es dann weiter Richtung Maria-Magdalenen-Kirche ging, hatte sich uns schon eine Gruppe Radfahrer angeschlossen. Da war die Reporterin des Nordkuriers schon weg, die in ihrem Bericht von 14 Teilnehmern sprach. Die Berliner Zeitung hat uns noch einen mehr zugebilligt. Tatsächlich waren wir 18 und auf dem Marktplatz zur Messe sogar über zwanzig. 



Die Polizei war auch gut und locker drauf und hat uns sicher geleitet.



 Einen Zwischenhalt gab es noch an der Kirche.



Anlass war dieses Werbeplakat. Das hatten wir, ganz entsprechend der Bestimmungen, am ersten Mast der mindestens 10m von der Kreuzung weg ist, aufgehangen.
Von allen aufgehangenen Plakaten war dies das einzige, was gestohlen wurde. Wir hängten es neu auf und zur Demo hing es noch. Als wir es abnehmen wollten, war es wieder verschwunden. Ich werde wohl mal bei der Pfarrerin nachfragen, ob sie uns helfen kann, die wieder zu beschaffen.


Die Messe auf dem Marktplatz kam gut an, auch Landratten haben am Abendmahl teilgenommen.
Vor allem aber haben wir nun in Röddelin eineinhalb neue Pastafari. Einer wird sogar Vereinsmitglied. Auch ein Almist war dabei, erkennbar am Nudelsieb. Unser Bruder kommt aus Russland und sicher werden wir auch ihn einmal wieder sehen. Vielleicht schenken wir ihm dann  eine Bandana.




01.11.2018

Das Wort zum Freitag - Auf zum Europäischen Gerichtshof


unter Verwendung eines Bildes von Cédric Puisney

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, diesem Wort eine Erklärung voran zu stellen:

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker!

Zu dieser Vermutung könnte vielleicht der eine oder andere regelmäßige Leser kommen. Habe ich doch bereits einmal darüber berichtet, wie eine hochgradig abergläubische Person, Schwester einer Bischöfin und damals Kulturministerin von Brandenburg, regelwidrig unsere Nudelmessenhinweisschilder verboten hat.

Nun hat wiederum eine hochgradig abergläubische Person, aktives Mitglied einer katholischen Studentenverbindung, verhindert, dass über die Rechtmäßigkeit dieser Schilder, verbunden mit unserem Status als Weltanschauungsgemeinschaft, höchstrichterlich entschieden wird. Da könnte man schnell zum Schluss kommen, hier hat sich jemand gegen uns verschworen.

Was so ähnlich klingt, ist aber etwas anderes.
Sabine Kunst, jetzt Chefin der Humboldt Uni Berlin, und Ferdinand Kirchof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, frönen zwar einem ähnlichen, doch nicht dem gleichen Aberglauben.


Sabine Kunst hat seinerzeit ihre Entscheidung zwar falsch, aber immerhin begründet.
Ferdinand Kirchof hat davon Abstand genommen.

Sabine Kunst hat eine einsame Entscheidung getroffen.
Ferdinand Kirchof hat gemeinsam mit Richterin Ott und Richter Christ (!) entschieden.

Sabine Kunst hat höchstwahrscheinlich in klarer Verteidigungshaltung ihrer eigenen Weltanschauung kompetenzüberschreitend eine andere bewusst benachteiligt.
Bei Ferdinand Kirchhof sehe ich das anders.
Bei einem noch amtierenden stellvertretenden Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes kann man davon ausgehen, dass er privat und dienstlich trennen kann. Schwer könnte dass allerdings werden, wenn höchste Richter eng mit der Kirche zusammenarbeiten und sich sogar willig vom Papst persönlich einseifen lassen, wie einst in Freiburg geschehen. Vielleicht liegen auch dort die Gründe für Entscheidungen wie diese:
"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil eine weltanschauliche Betätigung des Beschwerdeführers nicht plausibel gemacht wurde. Von einer Begründung im Übrigen wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen. Diese Entscheidung ist unanfechtbar."

Entscheidungen des BVerfGG sind immer unanfechtbar, das hat mich nicht getroffen. Als völlige Missachtung der durch die eingereichte Verfassungsbeschwerde gut begründeten Interessen unserer Weltanschauungsgemeinschaft empfand ich jedoch, dass keine Begründung geliefert wurde. Das Gesetz lässt das zu, aber in unserer Beschwerde ging es auch um Grundsätzliches, wie um die genaue Definition von Weltanschauungsgemeinschaft. Da sollte schon ein bisschen mehr kommen, als diese drei Sätze.

Wir hatten uns beim höchsten deutschen Gericht mehr versprochen. Wir waren sicher, es wird zumindest verhandelt. Die Hoffnung, dann auch ein positives Urteil zu bekommen, war nicht all zu groß. Dazu kennen wir die KirchenrepublikDeutschland zu gut.

So sehen wir dann auch diese Abweisung der Beschwerde eher positiv. Wir waren von Anfang an darauf eingestellt, auch auf europäischer Ebene unser Recht zu suchen. Dort werden wir nun sehr viel früher sein. Bis zu einer Verhandlung vor dem BVerfG hätte es noch Jahre gedauert, die wir nun sparen.

Auch Polen und die Niederlande streiten bereits. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied. Die streiten für die Anerkennung als Religion, wir für die als Weltanschauungsgemeinschaft. Es wird darauf ankommen, diesen Unterschied richtig heraus zu arbeiten.

Aber es kommt auf noch viel mehr an. Auch die europäischen Richter könnten selbst abergläubisch sein, auf jeden Fall sind sie so sozialisiert. Aberglauben durchzieht noch heute unsere und andere Gesellschaften und ist zum Teil sogar wieder im Anstieg.
Lasst uns darum kämpfen, jeder an seinem Platz mit seinen Mitteln, dass wir diesen Aberglauben klar als solchen benennen. Es gibt keinen Grund, zwischen der Angst vor schwarzen Katzen, Wahrsagen, Voodoo, Hexerei und anderem oder organisiertem Aberglauben, wie ihn die Religionen bieten, einen Unterschied zu machen.

Nehmen wir dem Aberglauben den Respekt, den manche ihm noch entgegen bringen. Klären wir auf, dass mehrere tausend Jahre alte Regeln nicht taugen, heutige Gesellschaften zu lenken, sondern diese behindern.

Aber, und das ist ganz wichtig, bieten wir auch etwas, was den Einzelnen wie die Gesellschaft vorwärts bringt. Bieten wir unterschwellig unsere 8 ALWM´s an und machen wir mit den 10 Angeboten des evolutionären Humanismus weiter.
Dieser Humanismus, der sich ständig selbst an aktuellen Erkenntnissen erneuert, ist das, was wir zu bieten haben.

Nehmt es an und tragt es weiter.



26.10.2018

Wort zum Freitag – Weltnudeltag



Das Wort zum Freitag schließt den Weltnudeltag ab, der am 25.10. gefeiert wird. Damit sind die Nudeln und mit ihnen sicher auch das Monster, das erste Lebensmittel mit weltweitem Feiertag.

Passend zur Feier des Tages gibt es auch Neuigkeiten aus der Welt des Rechts. Die Richter des Bundesarbeitsgerichts in Sachen Kirchenarbeitsrecht, haben entschieden, ob die Kirchen in Stellenausschreibungen generell auf die Religionszugehörigkeit der Bewerber Augenmerk legen dürfen. Auch hier haben die Kirchen, wie immer, mit aller Kraft versucht, ihre ungerechten Regeln, die keine vernünftige Grundlage haben bis zum Letzten zu verteidigen, statt mit der selbst gepredigten Offenheit und Nächstenliebe, musste nun wieder ein Gericht, hier über den Umweg des EuGH, der Vernunft Gehör verschaffen.

Umso mehr stellt sich wieder einmal die Frage, wo denn bitte der Grund für diese absurde Forderung war. Die Stelle war nicht mit der Verbreitung der Glaubenslehre beauftragt, trotzdem wurde irrwitzigerweise wieder einmal indirekt unterstellt, man könne als Atheist, mehr noch als Nichtchrist, keine höheren moralischen Werte haben.

So zeigt sich auch zum Weltnudeltag wieder einmal wer Wasser predigt und Wein trinkt. Könnte es besser zusammenkommen?

Eigentlich kaum, genießt euren Freitag, auf das Urteil erstmal einen großen Teller Nudeln!(ee)

18.10.2018

Das Wort zum Freitag -
Nudelsieb, die x-te



Eriks Wort vom letzten Sonnabend hat großes Echo gefunden. Zunächst persönlich. Mienke de Wilde hat sich gemeldet und war erstaunt, warum wir davon ausgegangen sind, sie kommt nun nicht mehr nach Templin. Darauf hatte ich ihr gleich persönlich und öffentlich in einem Kommentar geantwortet. Dort bin ich auch schon kurz auf die inhaltlichen Aspekte eingegangen.
Es scheint aber angebracht, auf die und konkret auf unsere Ablehnung des Nudelsiebs, noch einmal näher einzugehen.

Sammeln wir erst einmal die Fakten.

Wir haben uns 2006 gegründet. Bis 2011 war es allen Pastafari weltweit klar, wir haben Piraten zu sein. Da ist das Evangelium eindeutig. Piraten sind Sein auserwähltes Volk, wir haben uns zu bemühen, Piraten zu werden, Gebete werden eher erhört, wenn man Piratenornat oder wenigstens eine Augenklappe trägt und nur mit genügend Piraten können wir die Erderwärmung stoppen. Ganz eindeutig wollte uns das Monster als Piraten, nichts anderes:

" Außerdem zeugt es von mangelndem Respekt, unseren Glauben zu verbreiten, ohne das Ornat Seiner Wahl zu tragen - die Kluft der Piraten. Das lässt sich gar nicht genug betonen, allerdings leider nicht näher erklären, weil hier der Platz dazu nicht reicht. Die präzise Erklärung lautet:

ES wird böse, wenn wir es nicht tun."

Das änderte sich 2011. Niko Alm, damals Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien, wollte schon früher ein  Zeichen gegen Kirchenprivilegien setzen. Ausgesucht hatte er sich die Sonderregel mit den Kopfbedeckungen auf der Fahrerlaubnis. Vom Fliegenden Spaghettimonster hatte er gehört, aber sonst wohl nichts darüber gewusst. Auf jeden Fall nicht, was Pastafari zu tragen haben. Deshalb hat er etwas genommen, was es in seiner Küche gab, ein Nudelsieb. Der Führerschein mit dem war ihm genehmigt wurden. Wie sich selbst für manche Behörde erst in der Auseinandersetzung darum herausstellte, gab es im österreichischen Recht schlicht eine Gesetzeslücke. In Deutschland steht irgendwo "Für die Fahrerlaubnis gelten beim Lichtbild die gleichen Vorschriften wie für den Personalausweis". Diesen Satz haben die Ösis schlicht vergessen. Deshalb kann sich dort beim Führerschein, nicht aber beim Perso, jeder aufsetzen, was er möchte, egal ob religiös oder gar nicht begründet. Somit gab es keine Möglichkeit für die Behörde, Niko seinen Führerschein zu verweigern.

Inzwischen war er Mitinitiator der Initiative gegen Kirchenprivilegien. Da fiel ihm die Fahrerlaubnis ein, die schon zwei Jahre auf dem Amt lag und auf Abholung wartete. Er veröffentlichte sie und das Nudelsieb war in der Welt.

Wir fanden die Aktion toll, haben uns aber gleich gefragt: Wieso Nudelsieb? Das kam für uns nicht in Frage. Wir wollten weiter dem Spaghettimonster und dem Evangelium folgen und haben das auch begründet. Alle, die Niko Alm folgen und ein Nudelsieb tragen, nannten wir fortan Almisten.

Aber natürlich sind wir keine normale Religion, in der Abweichler bekämpft und teilweise sogar komplett ausgerottet werden. Wir sehen die Almisten nicht als Feinde, wir helfen ihnen sogar, wenn wir können. So haben wir ihnen Grafiken und Flyer zur Verfügung gestellt und auch mit geworben, als sie für ihren Rechtsstreit unbedingt 300 Mitglieder brauchten:

"Deshalb lade ich euch nochmals ein, werdet Mitglied unserer Gemeinschaft wenn ihr aus Deutschland kommt und erklärt euch amtlich als Pastafari, wenn ihr Österreicher seid. Auch in der Schweiz gilt es, sich zusammen zu schließen. Wem das alles nichts ist, gründet eine Gemeinschaft. Gemeinscahft macht nicht nur stark, sondern auch Spaß. Aber letztlich gilt immer:


Viele Wege führen zum Biervulkan!"

Aufforderungen, dass auch wir das Nudelsieb offiziell als Kopfbedeckung anerkennen, lehnen wir allerdings ab. Das wird auch so bleiben, denn wir haben gute Gründe dafür.

1. Ja, das Pastafaritum kennt keine Dogmen, aber keine Dogmen zu haben, bedeutet nicht, keine Regeln zu haben. Da gibt es vor allem drei Punkte, die wir für wichtig und unbedingt erhaltenswert ansehen, das Prinzip Pastfaritum = Piratentum,  die 8 ALWM´s und die Pflicht zum Zweifel. 

Was heraus kommt, wenn man das eher locker sieht, zeigt sehr schön die bekannte, aber völlig unsinnige Losung "ES kochte für unsere Sünden". 
Was für ein Blödsinn, der ganz klar zeigt, es funktioniert eben nicht, christliche Standards einfach zu übertragen. 

Sünden sind Verstöße gegen göttliche Gebote. Die gibt es bei uns gar nicht, also auch keine Sünden. Mal völlig davon abgesehen, dass dieses alberne Konstrukt überhaupt nur Sinn macht bei einem schizophrenen Gott. Nur wenn die Bewusstseinsspaltung mindestens zwei in eins erzeugt hat, kann ja eins geopfert werden, damit das andere zufrieden ist. 

Bei uns braucht niemand gekocht zu werden, ES ganz gewiss nicht. ES ist der Schöpfer, der von Anfang an so war.

2. Philosophisch gesehen ist das Nudelsieb ein Antisymbol, ein Symbol gegen Kirchenprivilegien. 

Durch diese Anti-Rolle des Nudelsiebes beschränkt dieses das Pastafaritum zu sehr in eine Richtung und macht es beliebig. Es verspottet nur, aber bietet keine Alternative. Wir wollen positiv wirken. Wir bieten die 8 ALWM´s und die 10 Angebote des evolutionären Humanismus als Entwurf einer eigenen Ethik. Das käme mit dem Nudelsieb unter die Räder.

3. Die rechtliche Situation in Deutschland, aber auch in anderen Ländern, spricht klar für piratige Kopfbedeckung, Dreispitz, Bandana, Tuch u.ä. Wenn man ein Foto mit religiöser bzw. weltanschaulicher Kopfbedeckung auf Ausweis oder Fahrerlaubnis durchsetzen kann, braucht es drei Voraussetzungen. Die erste ist die Anerkennung der Religion/Weltanschauungsgemeinschaft. Das allein reicht aber noch nicht. Weitere Voraussetzung ist, dass man sich zum Tragen der Kopfbedeckung persönlich verpflichtet fühlt. Als Nachweis zählt hier, dass man sie auch wirklich ständig trägt. Möchte ernsthaft jemand immer mit Nudelsieb rumlaufen?
Dritte und letzte Voraussetzung ist, dass sich diese Pflicht auch aus den religiösen Schriften ableiten lässt. In Holland bei Mienke ist es gar nicht erst bis zu dieser dritten Voraussetzung gekommen. Da war schon bei der ersten Schluss. In Canada aber war das anders. Da musste jemand seinen vorläufigen Führerschein mit Nudelsieb wieder abgeben, weil er eben diese Pflicht nicht nachweisen konnte. Mit Dreispitz oder Tuch wäre das nicht passiert, was das Beispiel von Isabelle zeigt.

Na, und ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist unsere konsequente Haltung schließlich auch.
Wir werden also weiter dabei bleiben, wir werden aber auch weiter die Almisten als unsere Brüder und Schwestern sehen, die nur auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel auf einen kleinen Abweg gekommen sind.




13.10.2018

Das Wort zum Freitag - Am Samstag

Heute mal etwas weiter aus der Reihe und aus dem Märchenbuch des "Jetzt nicht wirklich oder?!".


Doch Blicken wir nun in die Niederlande, seit August habe ich dieses Thema für ein Wort zum Freitag reserviert, aber immer kam etwas aktuelles dazwischen, immer kamen drängendere Sachen. Die folgende Pastafarianerin hat sich mal wieder in die hohe See der Gerichtsbarkeit begeben, so möchte ich euch den Seemannsgarn dazu spinnen.

Photograph: Piroschka van de Wouw/EPA
Photograph: Piroschka van de Wouw/EPA

Mienke de Wilde ist Pastafarianerin und hat in ihrem Heimatland, wie auch viele anderen in ihren eigenen, versucht ein Passbild mit Nudelsieb einzureichen.

Sie ist damit jedoch an den höchsten Stellen der Niederlande gescheitert, da es ja keine Pflicht in unserer Religion gibt ein Nudelsieb zu tragen. Nun möchte sie mit ihrem Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und für ihre Rechte kämpfen.

Vor dem Trubel wollte sie eigentlich einmal unsere Kirche besuchen, wollte wohl ein Bier bei Bruder Spaghettus trinken. Als dieser ihre jedoch sagte, dass er in seinen heiligen Hallen eigentlich keine Nudelsiebhüte duldet und eine Ausnahme machen würde war das plötzlich alles vom Tisch.



Was soll man da nur sagen? Die Niederlande haben recht, kein Nudelsieb soll dein Haupt zieren, klar, wir sollen keine Dogmen haben, deshalb gibt es ja auch Ausnahmen für unsere lieben Almisten (Nico Alm, der mit dem ersten Nudelsiebführerschein). Doch trotzdem sind das nur Ausnahmen und wenn man eine Pastafarianische Kopfbedeckung will, dann bitte schön einen Piratenhut, alleine schon des Klimas wegen. (Apropos, es ist Mitte Oktober und sommerlich warm...)

04.10.2018

Das Wort zum Freitag - Kirche in der DDR




Da war er wieder, der große Feiertag. Sieben Solisten und drei Bands wurden zur großen Party in Berlin auf die Bühne gestellt, aus dem Osten war keine dabei. Vielleicht lag es daran, dass viel weniger Publikum kam als geplant.


Tja, der Osten. Das ist nicht etwa der Teil Deutschlands, der sich Dank des Mutes und der Kraft seiner Bürger beispielhaft und unblutig eines aufgezwungenen Systems entledigt hat. Es ist vielmehr der Fleck Erde, der nur Dank der Kirche, speziell der evangelischen, befreit und Teil der BRD wurde. So jedenfalls, wenn man kirchlichen Selbstdarstellungen glaubt. Tatsächlich hört man, selbst in atheistischen Kreisen, neben „Aber die Kirchen tun doch so viel Gutes“ fast genau so oft „Der Kirche haben wir die Wende zu verdanken“.

Was ist dran an der Behauptung?
Ich mache es mir nun mal einfach und stelle hier meinen leicht angepassten Beitrag aus einem Forum ein, in dem die Kirche in der DDR diskutiert wurde. Deshalb werden am Rande auch noch andere Aspekte erwähnt:
Eine selbstverfasste und beim Hochschulfasching an der IHS Dresden vorgetragene Büttenrede hatte mich in die Oppositionsecke geschoben. Wo man hin geschoben wird, richtet man sich oft ein. Bei mir hat es am Ende zu 800 Seiten Stasiakte, 11 gegen mich eingesetzten IM´s und zwei operativen Vorgängen mit dem Ziel, die Gruppe um mich zu zerschlagen und mich zu vereinzeln, geführt. Angefangen hat es damit, dass ich in der Tramperszene bekannt wurde. Ich habe Hausabende veranstaltet, Kabarett gemacht und mehrere Jahre politische Faschingsprogramme im „Bärenzwinger“ geschrieben und aufgeführt. 
Irgendwann bin ich auch in der Weinbergkirche, der angesagten Jugendkirche Dresdens, gelandet, habe mir „Schwerter zu Pflugscharen“ auf die Sachen genäht und ChristophWonneberger kennen gelernt, den ich bis heute verehre. Auch in der JG Mitte in Jena war ich mehrmals und von dort aus beim beeindruckenden Pfarrer WalterSchilling in Braunsdorf.
Zunächst führte das zu einem leichten Faible für die (evangelische) Kirche. Das hat sich schnell gelegt, je mehr Einblick ich bekam. Letztlich fand ich, SED und Kirche sind ziemlich gleich, beide missbrauchen eine an sich gute Idee zum Machterhalt.(Das mit den guten Ideen sehe ich heute anders). Ich habe schnell erkannt, diese Pfarrer haben auf eigenes Risiko gehandelt und sind dafür von ihren Vorgesetzten nicht gelobt, sondern gemaßregelt worden. Viel zu dieser Erkenntnis beigetragen haben Gespräche mit dem Sohn eines Pfarrers, mit dem ich enger befreundet war.

Aus diesen meinen Erfahrungen heraus kann ich bestätigen, es hat in der späteren DDR keine Verfolgung von Christen auf Grund ihres Glaubens gegeben. Auch früher war es in der Regel nicht der Glaube selbst, sondern etwas, das auch bei Nichtchristen so eingetroffen wäre. Wenn man z.B. als Pfarrerskind nicht gleich einen Studienplatz bekam, hatte das nichts mit dem Glauben zu tun. Pfarrer zählten zu den Intelligenzlern und es gab genaue Festlegungen, wie viel Arbeiter- und wie viel Intelligenzlerkinder pro Jahrgang und Studienrichtung angenommen werden.
War der Intelligenzleranteil voll, musst man ggf. warten oder es dort versuchen, wo er das nicht war.

Ebenfalls zustimmen kann ich bei der Einschätzung, dass die Entchristlichung der DDR eine Folge der konsequenten Verbannung der Religion in den Privatbereich war und keine Folge von Repressionen gegen die Kirche. Die hatte mehr Freiräume als jede andere Gruppierung in der DDR und im Übrigen das gemacht, was Kirche immer tut, sich mit den Herrschenden arrangiert. Schließlich flossen ja auch in der DDR Mittel aus dem Staats- in das Kirchensäckel, wenn auch längst nicht in den astronomischen Höhen wie in der BRD.

Die Politik der DDR hat keine andere absolutistische Lehre in der Gesellschaft geduldet. Die christliche Lehre war rein in das Private gedrängt und gesellschaftlich wirkungslos. Es gibt immer eine Menge unterschiedlicher Ideologien in einer Gesellschaft, es gab auch Nazis und sogar Monarchisten bei uns. Entscheidend ist aber, ob die gesellschaftlich wirken oder nicht. Das Christentum hatte dazu keine Chance.

Kirche im Sozialismus entsprach dem offiziellen Selbstverständnis der Kirche. Es war kein Versuch, Einmischung des Staates zu verhindern. Die gab es trotzdem immer wieder, man hat lediglich versucht, das nicht auf dem Weg des Verbotes tun zu müssen, sondern durch folgsame Kirchenfunktionäre im Gespräch mit dem Kirchenstaatssekretär oder Führungsoffizier. Da gab es mehr als genug Kontakte zur Stasi und Pfarrer als IM´s. Als Nachweis für diese Einmischung nehme ich Brüsewitz. Auch wenn bei seiner Selbstverbrennung persönliche Ursachen und Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Kirchenführung mit eine Rolle spielten, seine eigene Begründung war die fehlende Freiheit für die Kirchen. Bezeichnend, dass höchste Kirchenvertreter sich nicht zuerst um dessen Familie kümmerten, sondern zunächst große Sorge trugen, der Brüsewitz könnte das gute Verhältnis zur SED getrübt haben.
Jahre später, nachdem sich inzwischen auch noch Pfarrer Günther in Falkenstein am Ende des Gottesdienstes vor seiner Gemeinde verbrannt hatte, kam es dann tatsächlich zu Gesprächen zwischen Staat und Kirche, die bestimmte kirchliche Freiheiten auch vertraglich geregelt haben. Weil Günthers Fanal aber ganz klar gegen Fundamentalisten in seinem Bereich gerichtet war, wurde dieser Akt von der Kirche unter den Tisch gekehrt und kaum jemand hat überhaupt davon erfahren. Brüsewitz hingegen wurde im Nachherein als erster Motor der Wende dargestellt.

Damit beginnt die ganz große Lüge. Die Kirche hat sich immer zu den Interessen des Staates bekannt. Kritik kam höchstens in kleinen Einzelheiten.
Es waren nie die Kirche selbst, sondern immer nur einzelne Pfarrer, die sich oppositionell zeigten. Diese Pfarrer, die damals gescholten, gemaßregelt, behindert und sogar abgesetzt wurden, dienen nun zum Nachweis einer angeblich oppositionellen Kirche. Was für eine Lüge!

Das beste Bespiel dafür ist Pfarrer Christoph Wonneberger. Als er von Dresden nach Leipzig versetzt wurde, hat er auch dort Friedenskreise aufgebaut bzw. übernommen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde er mehrmals aufgefordert, das zu unterlassen. Beim offiziellen Kirchentag in Leipzig wurde ihm und seiner Gruppe sogar die Teilnahme verweigert. Als all das nicht half, wurde er letztlich abserviert. Der linientreue Pfarrer Führer bekam den Hut auf. Womit die Kirchenbonzen nicht gerechnet hatten, war der Protest der Friedenskreise. Die wollten Christoph zurück. Letztlich bleib der Kirche nichts, als dem zu folgen. Pfarrer Führer, der Name spricht für sich, blieb jedoch der Oberboss mit dem klaren Auftrag, die Politisierung der Montagsgebete zu verhindern. Das hat er folgsam mit allen Mitteln, wenn auch erfolglos, versucht.

Ausgerechnet dieser Pfarrer Führer und Superindendent Magirius, der versucht hatte, die Oppositionellen aus der Kirche zu vertreiben, wurden nach der Wende aber von der Kirche und den Medien zu den Helden von Leipzig hochgejubelt. Christoph Wonneberger hatte gerade da einen Schlaganfall und konnte sich nicht wehren. Deshalb bekamen auch diese beiden all die Ehren, Medaillen und Orden, die eigentlich ihm zugestanden hätten.

Es hat der Kirche zweifellos gepasst, wenn nun kirchenlinientreue Typen so geehrt wurden. Nur dadurch war es möglich, die Legende „Ohne Kirche keine Wende“ zu stricken. Wäre wirklich Wonneberger Hauptperson geworden, hätte man nicht verschweigen können, wie man vorher mit ihm umgegangen ist. Es wäre klar geworden, die Kirchenlinie war alles andere als Opposition.


Bitte helft überall, diese Geschichtsfälschung aufzuklären. Die Kirche darf damit nicht durchkommen, alles andere wäre schreiende Ungerechtigkeit.

Begriffe:

IHS - Ingenieurhochschule
IM - Informeller Mitarbeiter,  "ehrenamtlicher" Stasispitzel 

 JG - Junge Gemeinde
SED - Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
DDR - Deutsche Demokratische Republik

29.09.2018

Das Wort zum Freitag - Jahrestreffen, wie es war





Ahoi,

da war es also unser Jahrestreffen. Am letzten Wochenende haben wir uns beim Lord of the Grillz eingefunden. Der Tisch war voll besetzt, zwei von uns sind wohl gegen den Wind gesegelt und kamen erst später, was ja aber nicht ganz unpassend war.

Als dann alle an Deck waren, trat Mina Ahadi vor die Crew und erzählte aus ihrem Leben, also über den politischen Islam im Iran aber auch hier und welche Einflüsse das auf sie hatte.

Die Zeit verging wie im Flug und als Zeit für Fragen war, musste ein jeder das Gehörte erstmal sacken lassen. Doch nach kurzer Zeit fanden alle Pastafari ihre Stimme wieder und es gab eine angeregte Diskussion, jedenfalls bis das Essen eintraf. Auch danach war noch Möglichkeit zum Verweilen und reden.

Zum Abschluss des Abends zogen wir, trotz Regens, auf ein Schiff auf dem Rhein und wie die letzten Jahre, auch gab es eine Feuershow.

Der Sonntag startet mit einem Frühstück, dicht gefolgt von einer beinahe überstürzten Fahrt zur Ditib Zentral Moschee, welche an diesem Wochenende eröffnet werden soll (ohne Vertreter der deutschen Politik, dafür mit denen der türkischen… Wo wir wieder beim politischen Islam sind.)

Von dort ging es einmal quer durch die Innenstadt bis zum Dom. Dort angekommen, erregten wir Piraten dann doch Aufmerksamkeit, es gab also die eine oder andere Unterbrechung für Fotos mit Menschen aus aller Welt. Die Nudelmesse an sich blieb glücklicherweise ungestört. (ee)

20.09.2018

Das Wort zum Freitag - Ausweisen, wer man ist





Ich bin Pastafari und stehe dazu. Die Behörde genehmigt allerdings das Tragen piratiger Kopfbeckung auf meinem Personalausweis nicht. Außerdem müsste ich dann immer diese Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit tragen, so wie es Bruder Spaghettus tut. Das ist schwierig, weil ich sowohl Kopftuch, Tuch, Dreispitz oder mein Haar offen trage. Piraten passen sich schließlich dem aktuellen Wetter an. Symbolisch wäre aber Dreispitz oder Kopftuch das Erkennungsmerkmal. Bevor allerdings der Rechtsstreit, den Bruder Spaghettus wegen des Ausweisfotos mit piratiger Kopfbedeckung führt, nicht abgeschlossen ist, kann man dieses Problem erst mal von den Planken wischen. Arrrgh
Wie und wann darüber entschieden wird, steht in den Sternen.
Inzwischen ist mein Ausweis abgelaufen und ich beantragte einen neuen. Mir einen Zopfhalter mit Monstersymbol zu basteln, fiel aus. Weder habe ich Zöpfe, noch einen Bart.


Aber ich trage regelmäßig pastafarianischen Ohrschmuck. Also die Klunker an die Ohren gebammelt und ab zum Fotostudio Grinsekatz. Mit meinem neuen Passfoto trabte ich zur Meldestelle, beantragte den Ausweis und bekam ihn auch. Seht selbst.
Egal, wie der Rechtsstreit für Bruder Spaghettus ausgeht, wir haben für uns eine Möglichkeit gefunden, uns zu unserem Monster auch auf Dokumenten, wie z.B. dem Personalausweis zu bekennen. Die Welt soll uns als Pastafari wahrnehmen und die Behörden das genau so akzeptieren, wie sie anderen Menschen gestattet, auf amtlichen Dokumenten mit Kopftüchern abgelichtet zu sein. Wenn es so wichtig ist, dass man auf dem Ausweis neben Name, Adresse, Augenfarbe, Größe, Geburtsdatum auch die Religion ersehen kann, und sei es nur auf dem Foto, dann bitte. 

Gleiches Recht für alle Religionen oder noch besser: „Weg mit dem Firlefanz!“

14.09.2018

Das Wort zum Freitag - Pastafaritreffen 2018



Ahoi,

auch dieses Jahr steht ein Mannschaftstreffen an. Wir entern Köln.


Wieder haben wir einen Vortrag organisiert, wieder wird es eine Demonstration geben und wieder bei der abendlichen Feier eine Feuershow von mir, Erik Eliche.


Das Treffen ist am 22. /23. September.


Wir starten am Samstagabend mit einem Vortrag. Dazu treffen wir  uns um 17 Uhr in aller Ruhe im mittelalterlichen Lord of the Grillz. Natürlich echt piratig. Bitte gebt uns kurz Bescheid, was ihr dort essen wollt, wir bestellen dann vor.


Leider können wir Referent und Thema des Vortrags noch nicht klar benennen. Geplant war Ali Utlu. Der, bekennender Homosexueller und prominenter Erdogankritiker, wurde vor seiner Wohnung von nationalistischen Erdogananhängern zusammen-geschlagen und war im Krankenhaus. Nun müssen wir kurzfristig neu planen. Angedacht ist ein Vortrag mit Ulli Schauen zu Religion in den Medien.


Wer Ali helfen möchte, und er braucht, auch zum moralischen Aufbau, jetzt dringend Hilfe, kann das hier tun. 


Nach dem Vortrag gehen wir noch an den Rhein, bei einer Feuershow und Gitarrenmusik den Abend genießen.


Einige Schlafmöglichkeiten wird es geben, Platz für Wohnwagen und -mobile findet sich auch.


Am Sonntag gibt es dann wieder eine Demo "Wider den Unglauben". Die startet um 10:00 vor der DITIB-Zentralmoschee Köln.


Von dort geht es zum Kölner Dom an welchem es eine Nudelmesse geben wird.


Alle Pastafari und Sympathisanten sind herzlich eingeladen. Wem der Weg zu lang wird, dem helfen wir, eine Fahrradrikscha zu organisieren.


Ansonsten kann zur Demo natürlich jeder einfach hinkommen, für den Vortrag, wie geschrieben, bitte anmelden.


Es gilt das Windhundprinzip. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.


Also schnell ran an die Tastatur.


Hier auch nochmal bei Facebook:


https://www.facebook.com/events/257888211487893/


Erik Eliche

07.09.2018

Das Wort zum Freitag - Spaghettiknoten


 Wikipedia unter CC Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Da ist man einmal als Landratte unterwegs und schon steckt man im Stau. Wäre das so ein kurzer, könnte man mal eben die vorbeifahrenden Nachbarn beobachten, wie die so drauf sind und seiner Phantasie freien Lauf lassen, was die gerade so machen. Leider starren die meisten alle nur mehr oder weniger angefressen geradeaus. Selten gibt es da was zu lachen. Eigentlich passierte mir das nur einmal in einem Stau von über acht Stunden. Das entschädigte also auch nicht wirklich und darüber will ich heute auch gar nicht berichten.

Diesmal fuhren wir nach Köln, ihr wisst schon, Hochzeit! Eine Baustelle löste die andere ab und immer sollten wir 60 km/h fahren. Leider klappte das nicht immer und es kam mehrfach zum gefürchteten „stop and go“, wie es neudeutsch genannt wird. Anfangs konnten wir uns noch mit unserer pastafarianischen CD „Wir singen dem Monster ein Lied“ in gute Laune versetzen. Doch die läuft ja bekanntlich nicht ewig. Ich hob meinen Blick und betete zum Monster. Wutsch, störte ein großes blaues Schild den freien Blick gen Himmel. Ich unterbrach mein Gebet und las, dass in 1000 m ein Kreuz unseren Weg kreuzte. Andauernd diese Kreuze, dachte ich so bei mir. Die Kreuzallergie begann schon leicht auszubrechen bei mir. Dann sah ich auf unseren Sextanten für Autos. Da war kein Kreuz zu sehen, eher ein Gebilde aus nudligen Anhängseln. Oha, dachte ich, das Monster hat schon auf mein Gebet reagiert.

Es kamen noch einige Kreuze, die alle wie nudlige Gebilde anmuteten. Das gefiel mir so gut, dass ich auf der Hochzeit mit anderen Pastafari darüber sprach. Dabei erfuhr ich dann, dass in Duisburg ein Autobahnkreuz „Spaghettiknoten“ genannt wird. Zufall? Ich denke nicht.

Uns gibt es inzwischen schon in so großer Zahl, dass ich nicht alle Piraten und Freibeuterinnen kennen kann. Über eins bin ich mir aber klar. Sie sind da, sie zeigen sich mit großen und kleinen Aktionen und tun vieles, was dem Monster Freude bringt. Das macht mich sehr stolz, eine von ihnen zu sein.

Bald ist unser Jahrestreffen in Köln. Ihr, die ihr bisher noch im Verborgenen Pastafari ward, kommt vorbei, schließt euch uns an. Spaß ist vorprogrammiert.

31.08.2018

Wort zum Freitag - Offener Brief an den Bürgermeister von Templin




Sehr geehrter Herr Tabbert,

ich wende mich heute an Sie als letztlich Verantwortlicher für den Inhalt der offiziellen Webseite Templins. Anlass ist die Verschiebung unserer Kirche aus dem Bereich „Kirchen“ in den Bereich „Sehenswert“.

Zunächst waren wir sehr betroffen, haben aber nun, nach intensiver Beratung und Diskussion in der Kapitänskajüte festgestellt, Sie haben damit völlig richtig gehandelt.

Wir waren davon ausgegangen, mit „Kirchen“ sind die Kirchgebäude als für Touristen interessante Objekte gemeint. Eine interessante Kirche haben wir auch, und wären somit dort richtig platziert gewesen.

Ihre Begründung für unsere Neuplatzierung, es wäre noch nicht geklärt, ob wir eine weltanschauliche Gemeinschaft sind, zeigt jedoch, dort geht es klar um die Religionsgemeinschaften selbst.

Das widerspricht nun aber dem strikten Gebot des Religionsverfassungs-rechtes, das den Staat zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet. Eine gewisse Distanz, wie Sie von der Stadt für uns fordern, muss deshalb noch viel mehr für bereits anerkannte Religionen und Weltanschauungen gelten. Das Aufführen bestimmter Bekenntnisse verstößt klar gegen die weltanschaulich-religiöse Unparteilichkeit. Das um so mehr, als davon ausgegangen werden muss, in Templin gibt es auch Anhänger weiterer religiöser Bekenntnisse, z.B. der ebenfalls als solche anerkannten Zeugen Jehova. Diese werden jedoch nicht erwähnt.

Nun möchten wir nicht etwa bitten, Ihre Website entsprechend zu ergänzen. Vielmehr sind wir fest überzeugt, dass tatsächliche Gleichbehandlung nur möglich, wenn alle, wirklich alle, Privilegien bekommen(aber dann sind das ja keine mehr), oder eben niemand sie mehr hat.

Deshalb möchten wir Sie bitten, die Rubrik „Kirchen“ gänzlich von der Website Ihrer (und als Templiner Verein auch unserer) schönen Stadt zu entfernen oder aber alle vermeintlichen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften aufzunehmen. (Insbesondere aber nicht ausschließlich "Der Orden der Jediritter", die bereits genannten "Zeugen Jehovas", die Anhänger des "Last Thursdayism"s etc. pp.)

Mit nudligen Grüßen

Jan Splett


Vors. KdFSMD e.V.

28.08.2018

Eine pastafarianische Trauung...

gab´s am letzten Sonnabend in Köln. Ich hatte die Ehre, sie zu vollziehen. Schöne wars, richtig schöne. Na ja, bis auf die Anfahrt. Die A2 hat mir Köln erst mal ein bisschen verleitet.

Aber dann ging´s los. Ein Kahn lag am Ufer und harrte der Piraten, die ihn stürmen würden. 



Die kamen reichlich, knapp 100 waren es am Ende.


Zuerst zu Wort kam der Mann vom Standesamt. Der war cool drauf und ließ sich sogar einen Dreispitz aufsetzen.


Nachdem er von Bord war, kam die kirchliche Trauung.




Weitere Höhepunkte folgten. Stark, wie der Bräutigam die Torte mit einem geschickten Hieb seines Entermessers in Portionen zerlegte.



Der Tanz des Brautpaares, Dampfnudel und Margaritos von Bucatini, setzte noch eins drauf. 



Das schien sogar IHM zu gefallen.

Dann wurde es zum Fürchten. 






Irgendwie schienen das nicht alle zu empfinden. Die Stimmung war ungebrochen. 


Was letztlich auch kein Wunder war. Boot war cool, Mannschaft auf Zack und die Kombüse reichlich und gut gefüllt.

Danke, Jenny und Christian, für diesen schönen Tag. Daran werden viele noch lange zurück denken.












23.08.2018

Das Wort zum Freitag - Zweifelt, zweifelt immer




Heute möchten wir über die am 18.08. in Osnabrück vollzogene Nudelmesse berichten, die die Osnabrücker Pastafaris zu Ehren der am selben Tag in einer Schrebergartenparzelle, die im Besitz von interessierten Sympathisanten ist, gehissten Piratenfischflagge abhielten und bei der etwas festgestellt wurde, dass einen Ruck durch die gesamte Gesellschaft der westlichen Hemisphäre – ach was, der gesamten Welt und am besten des Universums – gehen lassen sollte… darunter machen wir es nicht, das haben wir uns von unseren katholischen Glaubensbrüdern und –schwestern abgeschaut…
Dank der Ankündigung der Messe auf Facebook von Bruder Stellinus, waren sogar drei Gäste erschienen. Bruder Smutje war bei diesem Event der Nudler, der die Fäden schon während der würdigen Prozession fest in der Hand hielt, den Garten sowie die Flagge mit heiligem Nudelwasser segnete, das Glaubensbekenntnis und das Monster Unser verlas, nachdem der Fahnenmast durch die erfahrenen Hände der Pastafaris groß und hart gemacht wurde, damit die Flagge weithin sichtbar im Wind wehen konnte.


Dann war es soweit: das Highlight einer jeden Messe ist natürlich das Zeigen der Reliquien; die Mutterkirche hat ein wahres Füllhorn an einzigartigen Devotionalien wie z. B. die berühmte ungeöffnete Rumflasche oder die gebenedeite Piratenflagge… wir hatten, wie an wenige bereits berichtet, eine Melone, in die der Piratenfisch vom FSM geschnitzt wurde, bevor ES sie vor 4000 Jahren in einem Garten vergrub, um uns alle zu verwirren. Gehoben vor wenigen Wochen, war die Reliquie durch Amöbenfraß nicht lange haltbar… aber Bruder Smutje hatte mit Frau Mahlzahn einige Melonenkerne in einer eigens dafür mundgeblasenen Phiole erhalten können. Die Reliquie vom Berg Hausmann innerhalb der Stadtgrenze von Osnabrück – so heilig, dass sie fast vibrierte!

Allerdings war mir, Bruder Pasta L’adoratore, als aufmerksamer Pastafari bekannt, bei näherer Betrachtung der Gravur der Melone und dem Einsatz eines portablen Röntgengeräts aufgefallen, dass es sich um ein kernloses Obst handelte. Schlagartig wurde allen klar, dass es sich hierbei wohl um das größte Wunder überhaupt handelte – Bierelujah! Miracoli! – eine RELIQUIENFÄLSCHUNG!

Verzückung machte sich breit, alle waren glückselig und von der Erleuchtung überwältigt… leider konnte niemand filmen, alle zitterten zu stark, die religiösen Gefühle nahmen Überhand: man stelle sich eine Voodoozeremonie vor… oder einen Exorzismus. Schnell nahm allerdings die Wissenschaft wieder das Ruder in die Hand, und Bruder Smutje fütterte die Gemeinde mit Kohlenhydraten (übrigens, auch das ein Wunder: es handelte sich um regenbogenfarbene Spaghetti!), während Frau Mahlzahn den Biervulkan bändigte und uns labsalte. 


Nach der offiziellen Messe inklusive Predigt wurde dann der Völlerei gehuldigt: es gab Pasta, Gemüse, Obst, Bier und zu guter Letzt eine Spaghettitorte, um dem FSM zu huldigen. ES war uns wohlgesonnen, die Feier verlief ohne Verletzungen. Dank an den Nudler Smutje und seine bessere Hälfte Frau Mahlzahn – möge die Pasta mit ihnen sein!

Bruder Pasta L‘adoratore


16.08.2018

Das Wort zum Freitag - Piratenhochzeit auf dem Rhein





Ende August wird Bruder Spaghettus erneut die Pastafarianische Trauungszeremonie durchführen. Wieder trauen sich zwei wild entschlossene Pastafari, ihren Weg von nun an gemeinsam zu gehen und starten mit einem Fest, wie es nur Piraten feiern. Daher geht es wieder einmal aufs Wasser, was sonst?!


Freunde und Verwandte freuen sich sicher schon, die bequeme Kleidung der Piraten tragen zu dürfen und nicht in steifer Festkleidung vor sich hin schwitzen zu müssen. Aber was zieht ein Pirat an, wenn mit großer Hitze zu rechnen ist? Die Frage stellt sich nicht nur bei einer Hochzeit.

Bekanntestes Utensil, der Dreispitz, dürfte so manche Schweißperle ins Rollen bringen. Langer Mantel aus edlem aber auch schwerem Tuch, darunter gar eine Weste nebst langärmligem Hemd ist zwar cool, aber auch warm. Dazu gar noch Langschäfter?!

Landratten hätten jetzt ein megafettes Problem. Piraten aber sind findige Kerle, schalten erst einmal das Hirn ein und nehmt euch Die Acht Am Liebsten Wäre Mirs vor. Stand da nicht etwas von „… Esst erst mal was und dann ...“ fallt in den Kleiderschrank ein. (na ja, da ging wohl gerade meine Phantasie etwas mit mir durch!)

Wenn wir Pastafari nach Seinem Wunsche im Piratenornat erscheinen, putzen wir uns schon mal ganz gern so richtig heraus. Wir wählen meist die Garderobe, die uns allen aus Piratenfilmen bekannt ist und wohl die Glanzzeit der Piraten war. Sie sind unsere Helden, ihnen wollen wir es gleich tun. Jeder erkennt sofort, dass da ein stattlicher Freibeuter unterwegs ist.

Schaut man aber einen Piratenfilm genauer an, sind da nicht nur die schmucken Korsarenkapitäne, sondern auch der Haufen wilder Kerle, der als Crew zusammengefasst wird. Und die ist eher leger und mit wenig Stoff behangen. So ist Beweglichkeit garantiert, wenn es mal zur Sache geht. Auch die Kopfbedeckungen fallen da vielseitig aus. Jeder versucht irgendwie, seine Omme vor der Hitze zu schützen. Da gibt es Tücher, Mützen, Kappen und auch einfach nur schönes volles Haar zu bewundern.

Was lernen wir daraus?

Bei großer Hitze greift der Pastafari zu leichter Bekleidung. Faustregel: Der Pirat in uns muss auch nach außen zu erkennen sein.

Hauptmerkmale:
  • Piratenkopftuch
  • Gürtel oder Bauchbinde
  • Augenklappe

Ob ihr nun ein weites T-Shirt tragt oder brutal abgeschnittene Hosen, gar mit Löchern versehen, spielt keine Rolle. Zünftig soll es aussehen. Es zählt nur der Wiedererkennungswert.

Ich freue mich schon sehr auf die bevorstehende Feier, denn bei den bisherigen Pastafarianischen Hochzeiten war es mir immer ein Augenschmaus, wie erfinderisch die Gäste sich herausgeputzt hatten. Man merkte ihnen an, welchen Spaß sie schon im Vorfeld bei der Zusammenstellung ihrer „Robe“ hatten.

Und, Lust auf Piratenkleidung auch bei euch geweckt? Morgen ist Freitag. Putzt euch doch einfach mal so zum Spaß und Ihm zum Gefallen heraus und schickt uns ein Foto. Würde mich freuen.
Genießt den Freitag bei Bier und Pasta und vielleicht in zünftiger Piratenkleidung.

Eure Elli


10.08.2018

Das Wort zum Freitag - Volle Kraft zurück



Letzte Woche waren wir auf dem Stand
Ganz kurz konnte man uns finden unter den Kirchen unserer Heimatstadt. Der Verein war also endlich da wo er hin gehörte, als Verein, aber auch mit unserer kleinen Kirche.
Doch die Freude währte nicht lange. Wo das weltoffene Templin uns ohne Vorurteile begegnet scheint es, als würde jemand gegen uns arbeiten.
Kaum war über die Pressemitteilung , dass unsere Kirche ihren Platz neben den anderen Kirchen des Ortes gefunden hatte, abgeschickt, war das auch schon wieder Geschichte. Noch bevor irgend ein Medium überhaupt darüber berichtet hätte. Scheinbar durch Druck von außen wurden wir ruck zuck verschoben.

Der hpd schreibt dazu: 
"Die Entscheidung, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in der Rubrik "Kirchen" aufzuführen, erscheint hierbei nach allen Regeln der Systematik logisch: Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Templin nennt sich nicht nur "Kirche", sie hat auch eine. Für diese vollkommen logische, von jeglichem Weihrauch unvernebelte Entscheidung bekommt das Stadtmarketing nun den langen und wuchtigen Arm der etablierten Kirchen zu spüren, die nicht einmal selbst zum Hörer greifen müssen, sondern Politiker und andere Kirchenhörige diese Arbeit für sie erledigen lassen."

Da stellt sich uns die Frage: „Möchte die Stadt Templin denn nun unter "Kirchen" die Gemeinden aufführen oder die Gebäude?“
Es bleibt nur der Schluss, dass es ersteres ist. Darauf weist auch hin, dass die Maria-Magdalena-Kirche als Gebäude ebenfalls in " Sehenswert" geführt wird. Doch wie ist das vereinbar mit der Neutralität des Staates und damit der Stadt? Das kann es wohl nicht sein.
Dann ist es vielleicht so, dass die Kirchengebäude aufgeführt sind, die zu religiösen Zwecken genutzt werden. Doch ist das nicht auch unsere? Nun gut, wir sind eine Weltanschauungsgemeinschaft, aber wir sind ja somit den Religionen gleichgestellt.

Wie wir auf die offensichtliche Verletzung der weltanschaulichen Neutralität, wie sie sich momentan auf der Website der Stadt Templin zeigt, reagieren, besprechen  wir noch. Dabei holen wir uns auch Rat von außerhalb des Vereins. Wie wir uns entscheiden, wird sich noch zeigen. Sicher ist aber, so einfach lassen wir das nicht stehen. 
(ee)

02.08.2018

Das Wort zum Freitag -
Weltoffenes Templin



Diese Geschichte erzähle ich sehr gern.

Angefangen hat es mit dem Besuch der freitäglichen Nudelmesse zweier Damen. Die Mutter interessierte sich für das Pastafaritum, also hat ihr die Tochter ein paar Tage in Templin spendiert. Sie haben sich in unserer schmucken Stadt wohl gefühlt und sich in der Tourist-Information erkundigt, wo es denn zu unserer Kirche geht. Erstaunt mussten sie feststellen, dort wurde nicht versucht, Werbung mit uns zu machen. Was mir als Einwohner gar nicht so aufgefallen ist, fanden sie unverständlich. Immerhin ist Templin durch uns weltweit bekannt geworden. Tourismusexperten schätzen, um einen ähnlich großen Bekanntheitsgrad wie durch unsere Aktionen zu erlangen, hätte die Stadt für herkömmliche Werbung locker einen siebenstelligen Betrag ausgeben müssen. Dank unserer Nudelmessenhinweisschilder hat die Perle der Uckermark es immerhin auf die Webseite der 11000 ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten weltweit geschafft. 

Da musste was passieren, und zukünftig in der Tourist-Information auch Flyer von unserer Kirche ausgelegt werden. Aber bevor die in Druck gehen, wollte ich lieber mal nachfragen, ob das überhaupt möglich ist.

Da rannte ich fast offene Türen ein. Herr Volkhardt, der Geschäftsführer der TMT, hatte den Werbeeffekt unseres Vereins für Templin längst erkannt und war selbst der Meinung, der müsste maximal genutzt werden. Gegen eine Auslage unserer Flyer hatte er nichts einzuwenden. Auch auf der Seite der Stadt sollten wir präsentiert werden. Das Ergebnis seht ihr oben. Dazu beigetragen hat sicher auch der Bericht der drei Azubis des TMT, die am Freitag mal zu unserer Nudelmesse vorbei kamen. Die hat allen gefallen und zum Abschied gab es nicht nur ein Foto in der Kirche, sondern auch eine schöne Bemerkung: "Zukünftig werden ich mich, wenn mir was komisch vorkommt, erst mal genauer erkundigen, bevor ich es abhake."

Wir sind angekommen.

Als Bürgemeister Detlef Tabbert unseren Schildern bis zum Ende des Rechtsstreites  Asyl an Masten der Stadt zusicherte, hatte er das mit der Weltoffenheit Templins begründet. Damals wird der Eine oder die Andere von euch noch daran gezweifelt haben. Erst vorgestern hat er das gegenüber dem ND/epd erneut bestätigt und für den Fall einer Niederlage auch evtl. andere Standpunkte ins Gespräch gebracht.

Nach dem oben Geschilderten bin ich jetzt wirklich fest überzeugt, Templin ist weltoffen. Besucht unsere wunderschöne kleine Stadt, genießt den Rundgang um die komplett erhaltene Stadtmauer, genießt die wunderbare Natur, findet bevölkerte und einsame Strände und verwöhnt euch in unserer Naturtherme.

Vor allem aber kommt auch in unserer Kirche vorbei. Lasst euch in der Tourist-Information den Weg erklären, nehmt einen der dort ausliegenden Flyer oder druckt euch den unter dem Text aus. Ich freue mich schon auf euren Besuch.

Vor allem aber bin ich gerade richtig stolz, ein Templiner zu sein.