27.12.2019

Das Wort zum Freitag - Die Eiligen Drei Köche



Ein Gastbeitrag von Bruder Stellinus


Nach langer Suche konnten wir in den verschollenen Archiven einige wenige Aufzeichnungen, unter anderem im Archiv unseres lieben Bruders Spaghettus, finden und aus diesen die folgende, ergänzte Überlieferung zusammensetzen:

Vor langer, langer Zeit wurde jährlich zu einem Treffen der Piraten aus den verschiedenen Weltmeeren auf einer einsamen Insel, der Isla del Muerta geladen. Neben einem Austausch von Waren, Karten, Vorräten sollte natürlich auch gefeiert werden. Im Angedenken an das fliegende Spaghettimonster sollten selbstverständlich die besten Nudelköche der Piraten beim Festmahl zur Abschlussfeier mit ihren Nudelgerichten alle anwesenden Piraten verwöhnen und unser Monster lobpreisen.

Die Einladung an die drei Spitzenköche Fusilli, Spaghetti und Makkaroni wurde standesgemäß von Piraten mit einer Schaluppe transportiert. Die Fahrt der Schaluppe war aber nicht so einfach, ein Sturm, eine Flaute und dann noch Wassermangel setzten den Piraten sehr zu, so dass sie mehrfach an Land gehen mussten, um ihr Schiff zu reparieren oder Vorräte zu laden. So kam es, dass sie nun doch zu den drei Köchen kamen und diesen die feierliche Einladung überreichen konnten. Leider war die Zeit für die Fahrt zur „Isla del Muerta“ jetzt recht knapp.

Fusilli sammelte alle Rezepte ein, Spaghetti verstaute die Töpfe, Pfannen und Siebe, Makkaroni suchte die Gewürze zusammen.

Nach einer abenteuerlichen Seefahrt erreichten die drei Köche in höchster Eile gerade noch zur rechten Zeit die Isla del Muerta. Eiligst wurde gekocht, gekocht, gekocht – so wurde das Festmahl doch noch zum krönenden Abschluss des Piratentreffens.

Alle anwesenden Piraten - besonders die Smutjes unter ihnen – waren von den teilweise neuen und unbekannten Rezepten der drei Köche sehr angetan. Sie verabschiedeten sie unter der Auflage, dass diese die neuen Rezepte fleißig an alle Piraten weitergeben sollten.
Diesem Wunsch kamen die drei Köche in den folgenden Jahren mit Freuden nach. Da sie die Rezepte zusätzlich zu ihrer Arbeit als Smutjes selbst schrieben und verteilten, waren sie immer in Eile. So wurden sie nach wenigen Jahren allgemein die „Drei Eiligen Köche“ genannt.

Fusilli hatte darüber hinaus noch eine Idee: Um doppelte Besuche zur Rezeptverteilung zu vermeiden, kennzeichnete er die besuchten Schiffe und Kaschemmen mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen, also mit FSM in der Mitte der Jahreszahl „20*F+S+M*20“.

Nicht nur den besuchten Piraten fiel auf, dass das Fliegende Spaghettimonster auch als F+S+M abgekürzt werden kann.

So wurde das Zeichen der „Drei Eiligen Köche“ ein Zeichen für gute Nudelgerichte und für den Glauben der Besuchten an unser nudeliges Monster.“

Auch heute feiern wir noch die pünktliche Ankunft der „Drei Eiligen Köche“ indem wir ihr Zeichen an unseren Türen, Häusern und Schiffen anbringen. Mit allen unseren Gästen und anderen Piraten teilen wir unsere leckersten Nudelrezepte zur alljährlichen Feier des Ankunftstages, dem 06. Januar.

19.12.2019

Das Wort zum Freitag - Long John Silver


Es ist schon fast Tradition: Kommt das Lichterfest, kommt der neue WeinAchtssong.
In diesem Jahr mit Tini Tortelini (Text, Melodie, Gitarre, Gesang) und Tinitus Rex (Video, Gitarre, Gesang)


Wer noch mehr möchte, kann sich gern noch die Vorgänger anhören.







18.12.2019

"I, Pastafari" für alle?



Vielleicht gibt es für die Eine oder den Anderen von euch noch ein zusätzliches WeinAchtsgeschenk. Jedenfalls habe ich mir das von Mike, dem Macher von "I, Pastafari" gewünscht. ;)



Hallo Mike,

jetzt kommen die Feiertage und bald wird der Lichterpirat uns Geschenke bringen.
Ich habe da einen Wunsch, den nur du erfüllen kannst. Damit du das machst, muss ich natürlich gute Gründe für meinen Wunsch angeben.
Also versuche ich das mal.

Als du mir von deinem Film erzählt hast, war ich sofort bereit, mitzumachen und habe dich unterstützt, wo ich es konnte.
Ich habe deine Vorlage über Rechte an Aufnahmen mit mir unterzeichnet, auch wenn ich es abgelehnt habe, das nach amerikanischem Recht zu tun.
Als du für die Produktion des Films Geld gesammelt hast, habe ich auch das unterstützt und viele von uns haben sich beteiligt. Mit gutem Erfolg, es müssen weit über 30.000 Dollar zusammen gekommen sein. Wir haben uns gefreut, denn es ging ja um unseren Film, einen Film, der unabhängig produziert und veröffentlicht wird und von dem du jedem Geldgeber einen Download zugesichert hast.

Als ich den Film über einen Link einmalig ansehen durfte fand ich, dass es sich nicht um einen echten Dokumentarfilm handelt. Es sind gestellte Szenen darin, die sich in der Realität nie zugetragen haben. Du meintest, das machen alle Dokumentarfilmer so.

Als ich deine Marketingstrategie nicht gut fand hast du mir gesagt, ich müsse nur Vertrauen zu dir haben. Das hatte ich, aber inzwischen habe ich es verloren.

Alle haben verstanden, dass du den Film noch nicht öffentlich machen und uns die versprochenen Downloads geben kannst, bevor du nicht versucht hast, ihn auf Festivals zu zeigen. Das ist jetzt passiert. Auf den amerikanischen Festivals ist er mit unterschiedlichem Erfolg gelaufen, die europäischen haben ihn abgelehnt.

Nun möchtest du versuchen, den Film zu verkaufen und hast von Netflix und anderen als möglichen Käufern gesprochen. Das verstehe ich nicht mehr. Damit machst du, meiner Meinung nach, unseren Film zu deinem Film und das von uns für unseren Film gegebene Geld zum Startkapital für deinen persönlichen finanziellen Erfolg.

Dafür brichst du wahrscheinlich auch die Zusage des Downloads für jeden Geldgeber, denn weder Netflix noch sonst jemand, der den Film kauft, wird damit einverstanden sein.

Für mich haben sich damit die Voraussetzungen, unter denen ich dir die Freigabe für meine Aufnahmen gegeben haben, völlig geändert. Kurz habe ich sogar überlegt, sie deshalb zurück zu ziehen, aber ich möchte auch den Film insgesamt nicht gefährden. Vor allem aber gibt es eine wesentlich elegantere Lösung. Mir reicht es, wenn du alle Aufnahmen, Bilder und Materialien von mir ausschließlich für I Pastafari und damit verbundene Werbung und nicht in eventuellen neuen Projekten von dir verwendest oder sie gar an Dritte weiter verkaufst.

Und wenn du jetzt noch meinen Festagswunsch erfüllst, und uns allen die zugesicherten Downloads zur Verfügung stellst, bin ich wieder wunschlos glücklich.

Gib dir einen Ruck, die Hollidays sind genau die richtige Zeit dafür.

12.12.2019

Das Wort zum Freitag - Zweierlei...



....habe ich heute für euch. Etwas für die Lesebetonten, die auch nicht ganz so viel Zeit haben und etwas für die Hörbetonten.
Die sollten aber schon ein bisschen Zeit mitbringen oder halt immer mal wieder rein hören.
Ben spricht podcast, und diese Mal mit mir. Knapp zwei Stunden hat er mich ausgefragt und es gibt Einiges über das Pastafaritum, mich selbst und über das Leben in der DDR zu erfahren. Klar, ich weiß, dass Erinnerung fehlerhaft und relativ ist. Aber ich habe immer ehrlich geantwortet und fand das Ganze zwar etwas ausführlich, aber auch interessant.

Itunes: https://apple.co/2DltvZs
Spotify: https://spoti.fi/2QgN7R9

Immer wieder kommen auch Anfragen von Schülern oder Klassen, die für den Religions- oder Ethikunterricht und bestimmte Projekte gern ein paar Fragen beantwortet hätten. Die Fragen jetzt kamen von einer 10. Klasse der Jenaplanschule Rostock. Die eine oder andere wird euch schon bekannt vorkommen.

Interview zum Thema „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“
Datum: 12.12. 2019
Interviewer:
Interviewpartner: Bruder Spaghettus

Wie würden sie den Pastafarianismus beschreiben?
Den Pastafarianismus gibt es nicht. Es gibt vielmehr viele unterschiedliche Formen die alle nur zwei Sachen gemeinsam haben: die Pflicht keine Dogmen zu akzeptieren sondern alles zu hinterfragen und die 8 ALWMs als grobe ethische Richtschnur.

– Wie lange gehören sie dieser Glaubensgemeinschaft schon an?
Wir in Deutschland sehen uns nicht als Glaubensgemeinschaft, sondern als Weltanschauungsgemeinschaft. Unser Ziel ist die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen, besonders des evolutionären Humanismus der Giordano Bruno Stiftung. Die Religionsparodie des Fliegenden Spaghettimonsters ist nur ein Stilmittel, um dieses Ziel zu erreichen.
Ich selbst bin seit 2005 Pastafari.

– Wie sind sie auf den Pastafarianismus gestoßen?
Durch einen Artikel im Spiegel.

Woran glauben die Pastafari?
Vor allem an sich selbst.
Das Evangelium lehrt uns, dass das Fliegende Spaghettimonster der Schöpfer der Erde war, dass uns im Himmel dereinst eine Stripperfabrik und ein Biervulkan erwarten, dass Piraten sein ausgewähltes Volk sind und die Erderwärmung nur steigt, weil es zu wenig Piraten gibt und das wir aus diesen Gründen immer Piratenornat tragen müssen:
“ Außerdem zeugt es von mangelndem Respekt, unseren Glauben zu verbreiten, ohne das Ornat Seiner Wahl zu tragen – die Kluft der Piraten. Das lässt sich gar nicht genug betonen, allerdings leider nicht näher erklären, weil hier der Platz dazu nicht reicht. Die präzise Erklärung lautet:
ES wird böse, wenn wir es nicht tun.“
Wilhelm Goldmann Verlag 2007 erste Auflage ISBN 978-3-442-54628-2 S. 150

Wie intensiv verfolgen sie die Lehre der Glaubensgemeinschaft?
Wie alle Anhänger einer Gemeinschaft das tun, mal mehr, mal weniger.

Gibt es Ansichten des Pastafarianismus, die sie nicht vertreten?
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich alle Ansichten des Pastafarianismus kenne. Meine Ethik leitet sich aus den 8 ALWMs und den 10 Angeboten des evolutionären Humanismus ab.

Haben sie schon mal eine Nudelmesse besucht?
Nicht nur das, ich habe sie entwickelt und halte regelmäßig an jedem Freitag in unserer Kirche in Templin eine.
Ein Bild vom Ablauf könnt ihr euch am besten hier machen:
https://www.pastafari.eu/2019/11/das-wort-zum-freitag-die-nudelmesse-2/

Welche Feste des Pastafarianismus zelebrieren sie?

Neben zentralen Festen, die alle Pastafari auf der Welt feiern, haben wir auch noch eigene Feste, die wir nur in Deutschland begehen. Ich feiere alle.

Wie stehen sie zu Leuten, die ihre Glaubensgemeinschaft parodieren?
Das habe ich noch nie erlebt, es ist sicher auch schwierig, eine Parodie zu parodieren.
Allerdings gibt es Leute, die uns nicht ernst nehmen sondern über uns lachen.
Das finde ich normal, Religion ist nun mal lächerlich und niemand sollte sie ernst nehmen.

Vor allem aber sollten alle Menschen lernen, das Kritik und auch Lachen über ihre Weltanschauung oder ihren Glauben kein Angriff auf ihre Person ist. Solche Kritik, egal ob in ernster Form oder als Parodie, muss man nicht nur hinnehmen, sie ist sogar dringend nötig zur Entwicklung jeder Gesellschaft.
Dort, wo das nicht möglich ist, stagniert diese Entwicklung und führt zu Diktatur und Unfreiheit.

Wie stehen ihre Mitmenschen zum Pastafarianismus?
Manche finden das albern, manche mögen es und manche machen mit.

Was ist ihre Lieblingskopfbedeckung?
Ganz klar die von meiner Frau genähten Kappen mit Piratenfisch, die ich täglich trage. Den Dreispitz trage ich eher zu festlichen oder besondern Angelegenheiten.
Der neuen Unsitte, sich als Geschirrständer statt als Pirat zu kleiden und ein Nudelsieb auf den Kopf zu setzen, würde ich niemals folgen.

Was wünschen sie sich in Zukunft für den Pastafarianismus?

Die völlige Gleichberechtigung mit anderen Weltanschauungen und Religionen. Die möchten wir aber nicht auf der Ebene der Kirchen erreichen und deren Privilegien bekommen, das ist weder praktisch möglich noch theoretisch sinnvoll.
Wir möchten vielmehr, dass die Körperschaft des öffentlichen Rechts, wie sie Kirchen aber auch andere haben und die die Privilegien begründen, abgeschafft wird. Statt dessen sollen allen religiösen oder weltanschaulichen Vereinigungen unter das Vereinsrecht gestellt werden, so ihre Privilegien verlieren und, genau wie wir, regelmäßig Rechenschaft über die Verwendung der Mittel ablegen müssen.

05.12.2019

Das Wort zum Freitag - Es ist ein Licht in der Dunkelheit



Es ist etwas kompliziert mit der Pastatszeit. Sie beginnt ganz klar am 1. Dezember, das ist wissenschaftlich erwiesen. Warum sonst hätten alle Pastatskalender 24 Fenster, Socken oder sonst welche Teile? Vor allem aber, warum sonst würde man am 1. Dezember das erste Teil öffnen?
Das erste Pastat ist aber immer erst am 1. Freitag im Dezember. Verwirrend, aber wir sind Pastafari, wir schaffen das. Außerdem haben wir ja auch diverse Bräuche die uns dabei helfen. Am ersten Pastat wird die erste von, je nach Kalender, drei oder vier Kerzen am Pastatskranz angezündet. Das war schon immer so. Seit kurzem gibt es aber auch eine neue Tradition. Hier die Erstveröffentlichung dazu.




Seit unserer Gründung bemühen wir uns, pastafarianische Traditionen zu schaffen. Wir haben Zeremonien für Taufe und Hochzeit und wir haben eine Menge Feiertage.

Dabei waren wir nicht zimperlich und haben uns die meist von den Christen gekapert. Da gibts wenigstens kein ethisches Problem, haben die doch seinerzeit genau das Gleiche gemacht und hemmungslos geklaut. Selbst beim Geburtstag ihres Heilands stimmen weder Jahr noch Datum. Der wurde einfach von der Kirche auf den 25. Dezember gelegt um die Wintersonnenwende abzugreifen. Die war schon immer bei allen Völker ein beliebter Feiertermin.

In diesem Jahr kam ein Brauch dazu, "Das Licht in der Dunkelheit".

Uns waren die Herrnhuter Sterne aufgefallen, die immer ab 1. Advent an den Kirchen hängen. Die sahen cool aus, Angie hängt, natürlich einzig und allein deshalb, sogar immer eine Sonderanfertigung in XXXXXL in den Bogen vom Bundeskanzleramt.
Naja, vielleicht nicht nur, weil es schön aus sieht, sondern auch um noch den letzten Träumern klar zu machen, so weit her ist es nicht mit der Trennung von Staat und Kirche.

Auf jeden Fall wollten wir ebenfalls so was. Deshalb habe ich gebastelt und ein großes Lichtmonster an unseren Hausgiebel gehängt, das schon von weitem zu sehen ist.  Einfach dann, als es fertig war.

Nun waren in unserem Dorf zwei große Lichter zu sehen, der Stern an der Kirche und das Monster am Giebel. Plötzlich war der Stern an der Kirche wieder aus. Ich habe gesucht, warum und herausgefunden, der hängt bis zum Ende der Weihnachtszeit. Wann die aber vorbei ist, sehen die Christen  unterschiedlich. Für manche am 06. Januar, für andere am 02. Februar.

Kaum zu glauben, aber uns geht es ähnlich. Klar ist, das Monster wird zukünftig immer ab dem 1. Pastat am Haus strahlen. Aber wann nehmen wir es ab?

Die Idee war schnell da. Wir orientieren uns am Namensgeber unserer Kirche, Papst Al Zarkawi I. Dieser leider verstorbene Papst der Italiener hatte die Freundschaft zwischen unseren beiden Kirchen begründet. Auf dem Kalender der Chiesa Pastafariana Italiana war zu sehen, dort wird am 10. Januar Al Zarkawi Tag gefeiert.
Wir wollten wissen, warum. Geburtstag (10.März) und (Todestag 26.Dezember) konnten es nicht sein. Wir haben nachgefragt und bekamen die Antwort:  "Ahahaha! 😁keine Ahnung! Traditionen. Ohne Grund. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir so was tun."

Na, wenn das so ist, dann machen wir einfach mit.

Zukünftig wird immer vom 1. Pastat bis zum Al Zarkawi Tag "Das Licht in der Dunkelheit" leuchten.

Nachtrag: Vermutlich hat auch der evangelische Pfarrer das Licht gesehen und in seiner Weihnachtspredigt über uns gemeckert. Das fanden zwei anwesende Besucher sehr interessant und so kamen sie dann auch bei uns zur Freitagsmesse vorbei.
Weiter so. :)